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Umsatz mit Bio-Produkten 2011 kräftig gewachsen

14.02.2012 | 16:48 Uhr
Umsatz mit Bio-Produkten 2011 kräftig gewachsen  (dapd)
Umsatz mit Bio-Produkten 2011 kräftig gewachsen (dapd)

Der deutsche Bio-Markt boomt, kann aber die heimische Nachfrage nicht mehr aus eigenem Anbau bedienen.

Nürnberg (dapd). Der deutsche Bio-Markt boomt, kann aber die heimische Nachfrage nicht mehr aus eigenem Anbau bedienen. Während der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln 2011 um neun Prozent auf 6,59 Milliarden Euro stieg und Deutschland damit weltweit der zweitgrößte Markt hinter den USA ist, wuchs die Bio-Anbaufläche lediglich um 2,3 Prozent auf rund eine Million Hektar, wie der Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Alexander Gerber, am Dienstag vor der Messe Biofach in Nürnberg mitteilte.

Die Zahl der Bio-Betriebe blieb mit einem Plus von 4,3 Prozent auf rund 23.000 ebenfalls hinter dem Marktwachstum zurück. "Wir brauchen jetzt 10.000 neue Bio-Betriebe, um die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot zu schließen", sagte Gerber.

Als logische Konsequenz aus dem Missverhältnis steige der Importanteil von Bio-Ware nach Deutschland immer weiter. Laut Gerber beträgt der Importanteil bei Getreide 15 Prozent, bei Kartoffeln 26 Prozent und bei Möhren und Äpfeln etwa 50 Prozent.

"Wir brauchen eine beherzte Politik, um diese Versorgungslücke zu schließen", forderte Gerber. Notwendig sei beispielsweise, die Förderung für Biogas-Anlagen zu beenden, für die gezielt Ackerfrüchte angebaut würden. "Biogas ist dann sinnvoll, wenn die Anlagen mit Ackerfrüchten versorgt werden, die sonst keine Verwendung fänden wie etwa Kleegras oder mit landwirtschaftlichen Rest- und Abfallstoffen", sagte Gerber.

Die derzeitige Förderung habe zu einer "Vermaisung" der Landschaft und zu einem unfairen Wettbewerb um Ackerfläche geführt.

Der BÖLW-Vorstandsvorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein forderte eine allmähliche Umschichtung der Direktzahlungen für die konventionelle Landwirtschaft, von denen derzeit 80 Prozent als eine Art Zusatzeinkommen an die Bauern flössen. Stattdessen sollten alle Mittel für den Umbau zu einer nachhaltigen Landwirtschaft eingesetzt werden.

Die Biofach ist die weltweit größte Fachmesse für Bio-Produkte und öffnet gemeinsam mit der Fachmesse für Naturkosmetik, Vivaness, am (morgigen) Mittwoch in Nürnberg ihre Tore. Bis 18. Februar zeigen insgesamt 2.410 Aussteller aus 83 Ländern rund 100.000 Bio-Lebensmittel, Öko-Textilien und Naturkostmetik-Artikel. Die Veranstalter rechnen mit etwa 44.000 Fachbesuchern.

Schwerpunktland ist in diesem Jahr Indien, das sich auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern mit 51 Ausstellern präsentiert. Nach Angaben von Helga Willer vom Forschungsinstitut Biologischer Landbau hat Indien weltweit die meisten Bio-Betriebe.

dapd

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