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Tausende protestieren gegen Tierquälerei und Gentechnik

21.01.2012 | 16:56 Uhr

Tausende Menschen haben am Rande der Grünen Woche gegen Tierquälerei, Gentechnik und Lebensmittelskandale protestiert. Die Demonstranten zogen am Samstag in Berlin zum Kanzleramt und forderten von Regierungschefin Angela Merkel eine Neuausrichtung ihrer Agrarpolitik.

Berlin (dapd). Tausende Menschen haben am Rande der Grünen Woche gegen Tierquälerei, Gentechnik und Lebensmittelskandale protestiert. Die Demonstranten zogen am Samstag in Berlin zum Kanzleramt und forderten von Regierungschefin Angela Merkel eine Neuausrichtung ihrer Agrarpolitik. Zur Großdemonstration unter dem Motto "Wir haben es satt! - Bauernhöfe statt Agrarindustrie" hatten 90 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sowie Entwicklungszusammenarbeit aufgerufen.

An der Protestaktion nahmen nach Angaben der Veranstalter 23.000 Menschen teil. Die Polizei sprach von mehreren tausend Teilnehmern. Zwischenfälle habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher.

Die Veranstalter warfen der Bundesregierung vor, bei der Reform der EU-Agrarpolitik bislang "Steigbügelhalter für die Agrarindustrie" zu sein. Agrarzahlungen müssten an ökologische, soziale und Tierschutzkriterien gekoppelt und für Großbetriebe gedeckelt werden. Sämtliche Subventionen für den Agrarexport seien zu stoppen. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte im Vorfeld erklärt, die meisten dieser Forderungen seien bereits erfüllt.

Die Nigerianerin Mariann Bassey, Sprecherin der Umweltorganisation Friends of the Earth, forderte: "Für das Menschenrecht auf Nahrung müssen Spekulation und der Agrosprit-Boom ausgebremst werden." Die Europäische Agrarpolitik brauche eine Kehrtwende weg von Überproduktion und Fleischexporten."

"Weg von der Agrarindustrie hin zur bäuerlich Landwirtschaft"

Die Köchin, Gastronomin und Buchautorin Sarah Wiener verwies auf den Fund von antibiotikaresistenten Keime in Hühnerfleisch und sagte: "Wir haben diese ständigen Lebensmittelskandale satt." Es müssten endlich Konsequenzen gezogen werden: "Wir müssen weg von der Agrarindustrie, hin zu einer bäuerlichen und nachhaltigen Landwirtschaft."

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, fragte: "Lassen wir es weiter zu, Tiere in Haltungssysteme zu zwingen, die ihnen Schmerzen und Leid zufügen?" Die Tiere litten in den Intensivhaltungen - und unter den Folgen die Umwelt, die Bauern und die Verbraucher.

Bereits 2011 waren während der Grünen Woche mehr als 20.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Riesen-Ställen zu protestieren. Auf der Grünen Woche als weltgrößter Leistungsschau der Ernährungswirtschaft präsentieren seit Freitag 1.624 Aussteller aus 59 Ländern ihre Angebote. Die Veranstalter erwarten bis 29. Januar wieder rund 400.000 Besucher auf dem Messegelände unter dem Funkturm.

dapd

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