Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Syrien

Syrische Rebellen bekennen sich zu Bombenanschlag auf UN-Hotel in Damaskus

15.08.2012 | 09:07 Uhr
Ein syrischer Soldat schaut in den von der Explosion zerstörten Tanklastwagen.

Damaskus.  In der Nähe eines von UN-Mitarbeitern genutzten Hotels im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus ist eine Bombe explodiert. Es gab mindestens drei Verletzte. Mittlerweile haben sich Rebellen der Freien Syrischen Armee zu dem Bombenanschlag bekannt.

Im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus ist nach Angaben des Staatsfernsehens eine Bombe nahe dem Hotel explodiert, in dem Mitarbeiter der UN-Beobachtermission untergebracht sind. Ersten Informationen zufolge seien drei Menschen verletzt worden, berichtete das Fernsehen am Mittwoch. Unter den Verletzten waren aber offenbar keine Mitarbeiter der Vereinten Nationen.

Die Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) haben sich zu dem Bombenanschlag bekannt. Ziel sei ein Treffen von Armeeoffizieren und Vertretern der regierungstreuen Schabiha-Milizen in einem Büro des Generalstabs gewesen, sagte der Chef des FSA-Büros zur Einsatzkoordinierung, Maher Nuwaimi, der Nachrichtenagentur AFP. Demnach sollten zwei Sprengsätze explodieren.

Syrian soldiers investigate the scene after a bomb attached to a fuel truck exploded outside a Damascus hotel where U.N. observers are staying in Damascus, Syria, Wednesday, Aug. 15, 2012. Several people were wounded, Syria's state TV reported. TV said the explosion took place near a parking lot used by the army command, which is about 300 meters (yards) away. (AP Photo/Bassem Tellawi)

Sprengsatz war an Tanklastwagen befestigt

Bilder des staatlichen Nachrichtensenders Al-Ichbaria zeigten einen explodierten Tanklastwagen, an dem der Sprengsatz offenbar angebracht worden war. Die Aufnahmen zeigten zudem, wie Feuerwehrleute versuchten, brennende Autos zu löschen. Zu sehen waren auch UN-Fahrzeuge. In dem Stadtteil im Zentrum von Damaskus befindet sich das Hotel, in dem die UN-Beobachter untergebracht sind, sowie ein Gebäude des Generalstabs der syrischen Armee.

Über den genauen Ort der Explosion gab es zunächst widersprüchliche Berichte. Laut Staatsfernsehen explodierte die an einem Tankfahrzeug befestigte Bombe in der Nähe eines rund 300 Meter vom Dama Rose Hotel entfernten Parkplatzes, der von der Armeeführung genutzt werde. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete hingegen, die Explosion habe sich auf einem anderen Parkplatz ereignet, der zu einem Militärgelände in der Nähe des Hotels gehöre.

Bombenanschlag auf UN-Hotel im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus

Hotel und weiteres Gebäude wurden beschädigt

Das Hotel und ein gegenüber gelegenes Gebäude einer Gewerkschaft wurden bei der Explosion beschädigt. Bevor das Feuer gelöscht wurde, war schwarzer Rauch über der Gegend zu sehen. Zuvor hatten Aktivisten von heftigen Explosionen berichtet, die in weiten Teilen der Stadt zu hören gewesen seien. Ein von einer Oppositionsgruppe veröffentlichtes Video zeigte eine dichte Rauchwolke über der Stadt.

Krankenwagen fuhren zu dem Anschlagsort, um den eine Sicherheitsabsperrung errichtet wurde, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die UN-Mission war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Anschlag auf UN-Hotel

Internationale Gemeinschaft ohne klare Linie

Seit 17 Monaten kämpfen Aufständische in Syrien gegen die Herrschaft von Machthaber Baschar al-Assad. Die internationale Gemeinschaft ist sich uneins, wie ein Ende des Blutvergießens erreicht werden kann. Diplomaten zufolge soll am Mittwoch auf dem Gipfeltreffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in der saudiarabischen Stadt Mekka der Ausschluss Syriens aus der Gemeinschaft beschlossen werden. Der OIC gehören 56 Staaten und die palästinensische Autonomiebehörde an. (afp/dapd/rtr)



Kommentare
Aus dem Ressort
AfD-Kundgebung geht in Bottrop in lautem Pfeifen unter
Europawahl
Spitzenkandidat Prof. Bernd Lucke hielt eine Rede bei der Europawahl-Kundgebung der Alternative für Deutschland in Bottrop. Doch seine Rede auf dem Kirchplatz an der Cyriakuskirche ging im lauten Pfeifen von Gegendemonstranten unter. Der AfD wird vorgeworfen, rechtspopulistische Argumente...
Verfolgte Homosexuelle können Recht auf Asyl haben
Asylpolitik
Schwule und Lesben können auf Asyl in EU-Ländern hoffen - vorausgesetzt, ihnen drohen in ihrem Heimatland schwere Strafen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Es ging um drei homosexuelle Männer aus afrikanischen Ländern, in denen auf Homosexualität mit Gefängnis bestraft wird.
Polizei findet Brandsätze bei Razzia gegen Linksextremisten
Kriminalität
Bei einer Razzia gegen Linksextremisten hat die Berliner Polizei in einem linksalternativen Wohnprojekt Brandsätze, Pyrotechnik und Stacheldraht gefunden. Erst im Juni hatten etwa 40 Vermummte in Kreuzberg Polizisten attackiert, zuvor hatten Unbekannte Fassaden von Jobcentern beschädigt.
Zu viele Protestanten - Orte müssen auf Feiertag verzichten
Mariä Himmelfahrt
Der 15. August 2014 wird in drei bayrischen Gemeinden ein Tag wie jeder andere sein: Denn Mariä Himmelfahrt ist dann dort kein gesetzlicher Feiertag mehr. Grund: Der letzte Zensus hat ergeben, dass in den Kommunen inzwischen mehr Protestanten als Katholiken leben.
Kritik an Mollath-Reklame von Sixt alarmiert den Werberat
Mollath-Werbung
Die Werbeanzeige des Autovermieters Sixt mit Gustl Mollath als Werbefigur hat für Wirbel gesorgt: Die Reklame war mit dem Nürnberger, der erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen worden war, nicht abgestimmt worden. Mollaths Anwalt kündigte rechtliche Schritte gegen Sixt an.