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Studenten protestieren in Duisburg und Essen

10.11.2009 | 18:48 Uhr

Duisburg/Essen. Studenten besetzen in Duisburg und Essen das Audimax. Sie protestieren gegen Studiengebühren und fordern die Aufhebung des Bachelor-Master-Systems. Bundesweit wird an elf Universitäten gestreikt.

In den vergangenen Tagen wurden bereits die Universitäten Münster und die Hochschule Niederrhein besetzt. Die Studierenden der Universität Duisburg-Essen haben sich nach einer hitzigen Diskussion an beiden Campi (Videokonferenz) spontan zu einer Besetzung der beiden Audimax in Duisburg und Essen entschlossen.

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Voraus ging eine, auf wachsenden Druck der Studierenden vom ASTA einberufenen Vollversammlung, bei der sich nach vielen kritischen Redebeiträgen eine starke Unzufriedenheit mit der aktuellen Hochschulpolitik, den daraus resultierenden Beeinträchtigungen und auch der mangelnden Vertretung der Interessen der Studierenden durch den ASTA herauskristallisierte.

Die Studierenden treten mit ihrem Protest für eine Abschaffung von Studiengebühren, für die Aufhebung des Bachelor-Master Systems, und für mehr demokratische Mitbestimmung bei wichtigen Fragen der Hochschulentwicklung ein.

Bundesweite Streiks

Der Studentenprotest war nach einer Sitzung des Asta ausgebrochen, mit dessen Ansichten die Studentenschaft nicht einverstanden war. Fotos: Oliver Müller

Auch bundesweit seien zentrale Hörsäle in elf Universitäten bereits besetzt, am 17. November soll ein Aktionstag auch international für Aufsehen sorgen. Ein «heißer Herbst» steht bevor, kündigten am Dienstag in Berlin Studenten und Schüler des deutschen Bildungsstreikbündnisses an.

«Wir fordern selbstbestimmtes Lernen, freien Hochschulzugang, Demokratie an allen Studieneinrichtungen und bessere Lernbedingungen», sagte Michael Dunker, Student an der Universität Münster. Der sogenannte Bologna-Prozess zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulwesens müsse infrage gestellt werden. Die Reaktionen auf die Bildungsproteste im Sommer seien zu gering ausgefallen - es habe keine echten Veränderungen im bestehenden Bildungssystem gegeben.

Auch in der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach versammelten sich am Montag über 250 Studierende, um ihren Forderungen friedlich Ausdruck zu verleihen, wobei sie teilweise vom Lehrpersonal unterstützt wurden. Die Besetzung dauerte am Dienstag an. Derzeit protestieren noch gut 70 Studenten.

Österreich ist Ausgangspunkt der Proteste

Bereits im Juni hatten Tausende Schüler und Studenten in ganz Deutschland mit Demonstrationen und Blockaden bessere Bildungsbedingungen gefordert. «Die Kultusministerkonferenz hat daraufhin lediglich festgestellt, dass es Kritik am Bologna-Prozess gibt. Das ist zu wenig», betonte Dunker. Nun soll mit einem europaweiten Protest den Forderungen der Studenten Nachdruck verliehen werden.

Die neue Protestwelle hat ihren Ausgangspunkt in Österreich. Dort halten Studenten schon seit mehr als zwei Wochen Hörsäle der wichtigsten Universitäten besetzt, in Deutschland seien es nun elf, teilten so die Mitglieder des Protestbündnisses am Dienstag. So ist es in den Hochschulen Potsdam, Münster, Heidelberg, Marburg, München, Paderborn, Darmstadt, Mönchengladbach, Greifswald, Dresden und Tübingen zu Hörsaal-Blockaden gekommen. Nun kündigten die Studenten an, weitere Demonstrationen und Besetzungen folgen zu lassen. Mehr als 100 Basisgruppen des Bündnisses gebe es bundesweit. Geplant ist unter anderem eine Blockade der Kultusministerkonferenz am 10. November in Bonn. «Wir wollen die Politiker nachsitzen lassen - vielleicht wird ihnen dann klar, dass sich etwas ändern muss», sagte Dunker.

Auch Schüler demonstrieren

Auch Schüler beteiligen sich an den neuen Protesten gegen das Bildungssystem. «Wir wurden bisher mit unseren Forderungen komplett ignoriert», beklagte Paula Rauch, Schülerin am Französischen Gymnasium Berlin. «Wir sollen in maroden Schulgebäuden, großen Klassen mit überfrachteten Stundenplänen und überforderten Lehrern ordentlich lernen - das geht nicht», sagte die 17-Jährige.

Eine Studentengruppe im besetzten Audimax der Uni Essen erarbeitet die Forderungen der Studentschaft. Foto: Oliver Müller

Unterstützung bekamen Studenten und Schüler von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. «Wir brauchen eine Kehrtwende in der Bildungspolitik», betonte der GEW-Bundesvorsitzende Ulrich Thöne. Es fehlten 40 Milliarden Euro pro Jahr für den Bildungsbereich. Obwohl die Streiks vom Juni einige Reaktionen unter Politikern hervorgerufen hätten, sei zu wenig passiert.

Klaus Böhme, Vorsitzender des Fachbereichs für Bildung bei verdi, bestätigte: «Das Bildungssystem ist in seiner Gesamtheit desolat geblieben.» Auch Politiker der Linken sowie der Piratenpartei kündigten ihre Unterstützung für den Protest der Jugendlichen an.(mit ddp)

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Kommentare
16.11.2009
23:22
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von stefan f. | #120

http://www.youtube.com/watch?v=cNdiyZDoNSw&feature=player_embedded

14.11.2009
13:56
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von genervtesetwas | #119

was bezeichnest du als leben?

14.11.2009
00:36
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von Florian S. | #118

Wo nehmt ihr eigentlich die Zeit zum Leben her?

14.11.2009
00:02
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von lilalaunebär | #117

Wo nehmt Ihr eigentlich die Zeit zum Protestieren her? Ich hab keine Zeit dazu, ich studier lieber....

13.11.2009
20:12
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von Paula3 | #116

Viele US Universitäten, von denen sich Deutschland den Bachelor und Master abgekuckt hat, kehren inzwischen zurück zum Diplom!

Deutschland schafft sich also gerade ein Bildungssystem, das aus den USA stammt, aber dort inzwischen wieder abgeschafft wird…

Beispiele US-amerikanischer Universitäten, die inzwischen den Weg zurück zum Diplom gefunden haben:

- die Colorado State und die Carnegie Mellon Universitäten mit dem:
„Accelerated BSc/MSc-Modell”

- das MIT und die University of South Florida, mit dem sogenannten:
„Five Year Dual Programme”.

- und noch viele mehr, wie z.B. University of Maryland mit dem
“Combined MS/BS-Programm” .

Das sind allesamt Studiengänge, die unserem Deutschen Diplom / Magister nachempfunden konzipiert wurden.
Und die Liste US-Amerikanischer Universitäten, die Diplomähnliche Studiengänge z.Zt. gerade vorbereiten, kann ohne weiteres fortgesetzt werden..

Der Bologna-Prozess ist kein verbindlicher Vertrag! Deutschland könnte also jederzeit zurück zum Diplom!

13.11.2009
14:36
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von Benedikt Körner | #115

7. lustig war es letztes semester: die studi-partei an der macht hat 10€ bei den studiengebühren herausgeschlagen. das sollte erst der anfang sein. nach den wahlen im sommer und der neuen partei an der macht kam doch dann der brief, dass die gesparten 10€ zum nächsten semester nachgezahlt werden müssen. einfach geil :-)

Glückwunsch zum Halbwissen...allerdings is die Lage ne ganz andere:

1. ware es satte 20 Euro im Semester und nicht 10 Euro. Nur wurde der Antrag gestellt als eh schon klar war das so was beschlossen wird. Ich kann auch nen Antrag stellen, dass das Audimax in Duisburg im LA Gebäude sein soll.

2. Die Studipartei war NICHT an der Macht, hatte meines Wissens nichtmal eine Stimme im Senat wo es beschlossen wurde.

3. Die 10 Euro die nun nachgezahlt werden müssen haben nix mit den Studiengebühren zu tun sondern mitm Studentenwerk

13.11.2009
10:02
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von Gus Uckmann | #114

Wir könnten gerne inhaltlich diskutieren, wenn euch da nicht die Argumente zu fehlen.

1.) Studiengebühren-

Sind einerseits in Deutschland sehr niedrig, zum anderen angebracht, mir ist es egal ob ich das Bildungssystem nun aus Steuern oder durch Studiengebühren bezahle - die Kosten müssen so oder so gedeckt werden, und da ich als Student von dem mir angedieenen Wissen profitiere finde ich es in Ordnung, eine entsprechende (geringe) Beteiligung an den Kosten verursachungsgerecht zu übernehmen. Wenn jemand am Markt vorbei studiert und mit seinem Abschluss keinen Job bekommt, warum sollte der Staat das auch noch unterstützen? Die 500 Euro bzw. 480 Euro sind nun wirklich lächerlich im Vergleich zu dem, was beispielsweise in den USA fällig ist, auch wenn dort die Bedingungen der Lehre dann natürlich weitaus besser sind.

2.) Anwesenheitspflicht abschaffen - Juhu.. gibts sowieso nur selten, und wenn dann mit gutem Grund bei Praktika, Seminaren und anderen wichtigen Veranstaltungen. Studieren ist ein Job wie jeder andere auch, und da muss man sich nach gewissen Regeln richten. Einfach kommen und gehen wann man will und vielleicht nach 18 Semestern mal zur Prüfung gehen ist kontraproduktiv und zu teuer für den Staat.

3.) Freiere Studienplanwahl -
Der größte Unfug den ich je gehört habe - dann sucht man sich also das raus, was möglichst wenig Aufwand mit sich bringt, oder was einem gerade so gefällt? Als Ingenieur belege ich dann also am besten Altgriechisch anstelle von Mechanik, wenn die Deutschen Autos in Zukunft dann auseinanderfallen - auch egal, ist ja eh keiner mehr im Land, der sie sich leisten kann.

Der Protest schadet allen Seiten mehr als er nutzt. Ich fühle mich in der Ausübung meines Studiums deutlich gestört durch die nicht legitimierte Minderheit die unsere Hörsääle blockiert und mit nichtsnutzigen Parolen um sich wirft.

Ich wünsche den ganzen Protestlern viel Erfolg im späteren Beruf, wenn sie denn mal einen bekommen... und gleich nach der Gewerkschaft schreien, wenn sie mal eine Überstunde machen sollen. Geht lieber nach Hause und heult euch aus, anstatt ordentliche Studenten zu belästigen weil ihr euer Studium nicht auf die Reihe bekommt.

13.11.2009
09:28
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von Tankstelle | #113

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/969/494308/text/

13.11.2009
08:07
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von studenti | #112

alle jahre wieder...der gleiche sch...

1. die oberen können / wollen / etc. nichts an der situation ändern

2. der kommentar, dass wenn die studiengebühren abgeschafft würden, die ganze uni-situation noch schlimmer ausfällt (überfüllte seminare, etc.), ist so nicht haltbar. ich bin jetzt schon länger an der uni. geändert hat sich für das geld, was die mittlerweile haben, sehr wenig

3. als demonstranten tauchen immer die gleichen .... auf und machen nur müll statt etwas kreatives

4. das lehramt-studium an der uni due ist ne absolute lachnummer, kein wunder dass es so schlechte lehrer gibt. auch bachelor usw ändern da nix dran

5. studiengebühren und anwesenheitspflicht schließen (oder erschweren das studium) bestimmte gruppe aus

6. ist in den seminaren immer schön zu hören, dass fast alle dozenten hinter den protesten stehen. vielleicht sollte die GANZE uni mal was unternehmen

7. lustig war es letztes semester: die studi-partei an der macht hat 10€ bei den studiengebühren herausgeschlagen. das sollte erst der anfang sein. nach den wahlen im sommer und der neuen partei an der macht kam doch dann der brief, dass die gesparten 10€ zum nächsten semester nachgezahlt werden müssen. einfach geil :-)

ergo: alles für den eimer. so haben jetzt ein paar studenten ihren alljährlichen einwöchigen spaßurlaub an der uni. die wirklichen studenten werden genervt und den rest interessiert es einfach nicht. ändern tut sich sowieso nix.

12.11.2009
23:03
Studenten protestieren in Duisburg und Essen
von Gus Uckmann | #111

Als betroffener Student muss ich mich auch mal zu Wort melden.

Da sind wohl manche im falschen Jahrzehnt als Student immatrikuliert...

Es gibt Studenten, die tatsächlich vorsätzlich etwas aus ihrem Leben machen möchten. Manche von ihnen studieren sogar etwas sinnvolles wie Betriebswirtschaftslehre statt spätmittelalterlicher, schwarzafrikanischer, femministischer Literatur. Stellt euch das mal vor.

Eine kleine Clique nostalgischer Linkschaoten spielt jedoch lieber Revolution im Sandkasten und schadet der überwältigenden Mehrheit. Eine Frechheit. Und dass die Geschädigten ihren Schaden auch noch in Form einer Zwangsabgabe finanzieren müssen, setzt dem Topf den Deckel auf.

Ich möchte deutlich darauf aufmerksam machen, dass es sich bei den Besetzern beispielsweise in Duisburg um eine nicht legitimierte Minderheit handelt, die den Großteil der Studenten belästigen und den Ablauf an der Uni stören.

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