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Steuer-CD führt offenbar zu international operierender Schwarzgeld-Bande

12.02.2010 | 17:26 Uhr
Steuer-CD führt offenbar zu international operierender Schwarzgeld-Bande

Wuppertal.Durch die viel diskutierte Steuer-CD mit Schweizer Bank-Daten kommen die Wupertaler Steuerfahnder offenbar einem internationalen Netzwerk auf die Spur. Der Anbieter der CD arbeitete laut einem Medienbericht in Liechtenstein. Er will wohl auch Mittelsmänner und Abläufe verraten.

Der Anbieter der Steuer-CD mit Schweizer Bank-Daten, die Wuppertaler Fahnder für 2,5 Millionen Euro kaufen sollen, ist nach einem Bericht des Magazins „Focus“ ein ehemaliger Mitarbeiter einer Firmengruppe mit Hauptsitz in Liechtenstein. Dabei handele es sich um ein Unternehmen, das sich mit der Beratung in Steuerfragen und Geldanlagen sowie mit Vermögensverwaltung befasse, hieß es unter Berufung auf Angaben aus Ermittlerkreisen. Demnach gehen die Fahnder davon aus, dass sich hinter dem Firmenkonglomerat eine international operierende Schwarzgeld-Bande verbirgt.

Der Informant bot dem „Focus“-Bericht zufolge den deutschen Behörden nicht nur die CD mit Daten von Steuersündern zum Kauf an, sondern offenbarte den Fahndern auch, wie die Vermögen deutscher Steuersünder in die Schweiz geschleust werden und welche Personen dabei als Mittelsmänner und Kuriere dienen. Bei dem Chef der Firmengruppe solle es sich um einen Geschäftsmann aus Liechtenstein handeln, der schon länger unter Verdacht stehe. Die Firmengruppe betreibe ein konspiratives System für Steuerhinterzieher, in dem auch eine Anwaltskanzlei in Zürich eine wichtige Rolle spiele.

Die Daten-CD soll nach einer Entscheidung von Bund und Ländern gekauft werden, um Steuersündern auf die Schliche zu kommen. Seither werden bereits aus mehreren Bundesländern steigende Zahlen von Selbstanzeigen zu nicht versteuerten Einkünften gemeldet. Allein in Berlin gingen bis Freitag nach Angaben der Senatsverwaltung für Finanzen 112 solcher Anzeigen mit Bezug auf die Schweiz ein sowie zwei weitere mit Bezug zu Luxemburg. Unbestätigten Berichten zufolge soll der Kauf in den nächsten Tagen im Ausland erfolgen, möglicherweise in Frankreich. (afp)

DerWesten

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