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Organspende

„Steinmeier ist ein Vorbild“

23.08.2010 | 16:25 Uhr

Berlin.SPD-Fraktionschef Frank Walter Steinmeier wird wohl noch am Dienstag seiner kranken Frau Elke eine Niere spenden. Von seinen politischen Weggefährten erntet er für diesen Schritt Anerkennung und die besten Wünsche.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier spendet seiner erkrankten Frau eine Niere und zieht sich deshalb für einige Wochen aus der Politik zurück. „Mangels Alternative werde ich selbst der Organspender sein“, sagte Steinmeier am Montag in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte dem Ehepaar alles Gute für die Operation, Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) würdigte den Schritt Steinmeiers als vorbildlich.

Steinmeier sagte, seine Frau sei schwer erkrankt, sie leide an einer fortgeschrittenen Nierenschädigung. Nach ärztlichem Rat könne nur eine Organtransplantation wirklich helfen. Ihr gesundheitlicher Zustand habe sich in den vergangenen Wochen akut zugespitzt, sagte Steinmeier. Die Familie habe zunächst nach anderen Therapien gesucht, die aber nicht zu Verfügung standen. Wegen der langen Wartezeiten für Spendernieren habe er sich dann zu einer Lebendspende entschieden.

Steinmeier will im Oktober wieder in die Politik einsteigen

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, wünscht Steinmeier alles Gute.

Die Operationen für die Verpflanzung der Niere sollen noch diese Woche stattfinden, nach „Bild“-Informationen bereits am Dienstag. Er gehe davon aus, dass er im Verlauf des Oktobers wieder seine Arbeit aufnehmen werde, sagte Steinmeier. Bis dahin soll der dienstälteste SPD-Abgeordnete Joachim Poß seine Geschäfte als Fraktionsvorsitzender übernehmen.

Steinmeier zeigte sich zuversichtlich, dass alles gut verlaufen werde und er auch mit einer Niere wieder voll arbeiten kann. „Nach der ärztlichen Expertise wird es für mich danach keine Einschränkungen geben“, sagte der 54-jährige SPD-Politiker.

Steinmeier und die 48-jährige Elke Büdenbender sind seit mehr als 20 Jahren ein Paar. Seit 1995 sind sie verheiratet, ein Jahr später kam die gemeinsame Tochter zur Welt. Büdenbender arbeitet als Richterin für Verwaltungsrecht in Berlin. Sie hatte Steinmeier vor allem in seiner Zeit als SPD-Kanzlerkandidat im vergangenen Jahr nach Kräften unterstützt. Nach seiner Zeit als Außenminister in der großen Koalition hatte Steinmeier nach der verlorenen Bundestagswahl die Führung der SPD-Bundestagsfraktion übernommen.

Das Ehepaar plant einen gemeinsamen Aufenthalt in einer Reha-Klinik. „Wir nehmen uns die Zeit, die wir brauchen“, sagte der SPD-Politiker der „Bild“-Zeitung. Er hob hervor, dass seine Frau ihn seit vielen Jahren in seiner politischen Arbeit unterstütze. „20 Jahre Politik auf den Knochen der Familie - jetzt ist es mal umgekehrt...“, sagte er zu seiner Entscheidung, eine Niere zu spenden.

„Wir drücken ihnen die Daumen“

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte am Montag in Berlin, er und viele andere Freunde und Kollegen seien in den nächsten Tagen und Wochen mit ihren Gedanken bei Steinmeier und seiner Frau. „Wir drücken ihnen die Daumen“, sagte er. Die bedrückende Nachricht lasse ein bisschen spüren, „wie unwichtig viele politische Streitthemen am Ende sind, wenn es um solche Themen geht“.

Merkel telefonierte nach Bekanntwerden der Entscheidung Steinmeiers mit dem Fraktionsvorsitzenden. Sie habe den Eheleuten „für die kommende Zeit alles Gute, alle Kraft und alle Zuversicht“ gewünscht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Kanzlerin sei in dieser schwierigen Zeit in Gedanken bei den beiden.

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FDP-Chef Guido Westerwelle sagte in Berlin, seine Partei sei „sehr betroffen über die ganz schwierige persönliche Lage“ der Familie. Er wünsche dem Oppositionsführer und seiner Familie alles Gute und viel Kraft, die schwere Zeit zu überwinden. Er habe Steinmeier auch persönlich in einem Telefonat seine besten Wünsche übermittelt.

Gesundheitsminister Rösler erklärte, Steinmeier sei mit seinem Entschluss für eine Organspende „ein Vorbild, wenn es darum geht, das Thema stärker in die Gesellschaft zu tragen“. (afp)

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Kommentare
23.08.2010
20:27
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von Susanne S. | #21

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.08.2010
20:20
„Steinmeier ist ein Vorbild“
von aufgepasst | #20

Wo hat Herr Steinmeier Tam tam gemacht? Wenn ein Politiker eine gewisse Zeit pausiert, dann kommen Fragen auf, so ist er in die Offensive gegangen.
Ich finde die Entscheidung gut und richtig, ich denke so haben er und seine Frau die Ruhe, die sie brauchen werden. Er hat meinen Respekt.

23.08.2010
20:16
„Steinmeier ist ein Vorbild“
von nichts besonderes | #19

Extrapressewurst für SPD Politiker.

Das würde jeder für seinen Ehepartner tun, wenn er in der Situation wäre.

Wichtig ist, dass viele ihre Organe spenden, nicht nur ein Politiker, der damit jede Menge Schlagzeilen macht. Das ist Privatsache und nicht fürs Ansehen eines Politikers.....

23.08.2010
20:12
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von IPohlmann | #18

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23.08.2010
20:10
„Steinmeier ist ein Vorbild“
von IPohlmann | #17

Ich glaube Sie haben nix verstanden. Öffentlichkeit könnte vielleicht ein Umdenken in der noch spendenunwilligen Bevölkerung bewirken. Da macht es doch mehr Sinn, wenn es eine öffentl. Person macht, als Sie, ich oder irgendeine andere unwichtige Person.

Seine politischen Errungenschaften hier hervorzuheben ist mehr als daneben. Hier gehts nicht um Politik. Hier geht es um ein Menschenleben! Da ist es scheissegal, ob er Hartz IV oder den sauren Regen verbrochen hat. Jeder der hier unlautere Absichten unterstellt, lässt jeder Menschlichkeit vermissen und ist mehr als verabscheuungwürdig.

Vieleicht bewirkt es ja, dass sich mehr Menschen entschliessen, sich einen Organspendeausweis zuzulegen.

Ob man ihn wählen sollte hat nix mit der Sache zu tun.

23.08.2010
19:48
„Steinmeier ist ein Vorbild“
von Poulver | #16

Soll man den Mann wegen dieser guten Tat wählen? Ich glaube eher nicht.

23.08.2010
19:47
„Steinmeier ist ein Vorbild“
von warthog | #15

Danke @13 und @14 für ihre Beförderung meiner Nichtigkeit zum Vollpfosten.

Wenn sie meinen Beitrag gelesen/verstanden hätten,
dann wäre ihnen aufgefallen, dass Herr Steineier erst nachdem keine Alternativen vorhanden sind/waren, es akut wird, seinen Astralkörper zur Verfügung stellt.

Und das auch noch voll medial.

Sie haben natürlich vollkommen Recht. Tu Gutes und schweige darüber wäre hier besser angebracht gewesen.

Die SPD, Münte hat es vorgemacht, konnte nur noch über solche Aktionen den Bürger, den Wähler, erreichen.

Und dass wäre den Preis des Vollpfostens für Münte wert gewesen.

Merken sie denn nicht, dass hier einfach nur mit den Gefühlen, den Wertevorstellungen, des Wahlviehs gespielt wird?

Seine Spende als solches ist absolut achtenswert.

Würde aber jeder verantwortliche Partner/Vater/Sohn/Tochter/Bruder/Schwester/Onkel/Tante etc. auch machen. Ohne großartige Meldung in den Medien

Ich hasse nur die miese Propaganda, ablenken von politischem Versagen und appellieren an einfachste menschliche Instinkte.

Und das funktioniert.

Wieviele Menschen hat Steineier eigentlich mit der Hartz IV Nummer um Kopf und Kragen gebracht?

23.08.2010
19:23
„Steinmeier ist ein Vorbild“
von IPohlmann | #14

Wenn ich damals meiner Frau hätte helfen können, wäre es dann auch Propaganda gewesen, weil ich dann Top im Bekanten- und Verwandtenkreis dagestanden hätte?

Vollpfosten!!!

23.08.2010
19:11
„Steinmeier ist ein Vorbild“
von derIgel | #13

@warthog

Ja, sehr bedenklich, das er seiner Frau damit helfen will - vielleicht sogar das Leben seiner Frau damit rettet.

Lässt sich ne Niere rausschneiden wegen Propaganda.

Vollpfosten Du!

23.08.2010
19:07
„Steinmeier ist ein Vorbild“
von warthog | #12

Das ist wohl das einzige Mal wo Steineier einem Menschen wirklich hilft.

Die Aussage, es gab keinen anderen Spender, relativiert seinen Einsatz.

Alles nur Propaganda.

Bekommt er die Auszeit bezahlt?

Bekommen normale Spender die Ausfallzeit bezahlt?

Alles sehr bedenklich

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