Von dem kreativen Umgang mit heißer Luft und zu langen Fußgängerzonen
Oberhausen, 14.11.2009, Thomas Schmitt
Centro-Chef Frank Pöstges-Pragal hat Recht, wenn er sagt, dass die Alte Mitte auch an ihrer heterogenen Eigentümerstruktur krankt, in die Pflicht nehmen lassen sich die Immobilienbesitzer aber eben nicht. Dass sie zur Rettung der City gar in einen Fonds einzahlen, ist undenkbar. Viele sitzen in der Schweiz oder sonstwo und interessieren sich nicht die Bohne dafür, wie Oberhausen auf die Beine kommt.
Die Verantwortlichen vor Ort kommen aus der Nummer nicht raus. Sie müssen selbst Konzepte entwickeln, die mit eigener Kraft umgesetzt werden können. Kreativ dürfen diese sein, in der Kreativwirtschaft die Lösung für die Probleme der City zu sehen, springt vermutlich zu kurz. Bei allem Respekt: Da ist viel heiße Luft unterwegs.
In der Tat, die Stadt kann vom Centro lernen. Einer der wichtigsten Vorteile sind die 14 000 kostenlosen Parkplätze. Dass das Parken in der Alten Mitte Geld kostet, ist ein Tritt in den Hintern der Geschäftswelt, die dem Standort die Treue hält.
Zwingend nachgedacht werden muss außerdem über den Rückbau der Fußgängerzone. Die Marktstraße in Alt-OB und die Bahnhofstraße in Sterkrade sollten in Teilen für den Verkehr geöffnet werden.
Dass die ansonsten so kämpferische Ratsmehrheit bei diesem Thema ausgerechnet einen Streit um zu viel gezahlte Fördermittel scheut, verwundert doch sehr. Sind da nicht viel aussichtslosere Klagen unterwegs (Kita-Beiträge, Ausbildungsplätze)?
Apropos Kreativ-Wirtschaft. Zumindest in Sachen Gdanska am Altmarkt scheint diese Idee ein Stück weit aufzugehen. Im Jazzkarussell nahm Donnerstagabend Gerd Dudek Platz. Es war ein pures Vergnügen dem Altmeister zuzuhören. Bitte mehr davon.
Schönes Wochenende.


