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Gesundheit: die neue Grippe

"Die Schweinegrippe ist in Hagen angekommen"

Hagen, 06.11.2009, Tim Rahmann und Jens Helmecke
Hagen. 70 Hagener sind definitiv mit der neuen Grippe infiziert. Das bestätigte gestern Dr. Claudia Sommer, Leiterin des Hagener Gesundheitsamtes.

Seit dem Sommer war die Zahl relativ stabil bei 48 Fällen, in den letzten zehn Tagen sind aber allein 22 neue dazu gekommen. Und die Dunkelziffer wird auf ein Vielfaches geschätzt: „Man rechnet mit dem Faktor 10”, sagte Beigeordneter Dr. Herbert Bleicher. Die Schweinegrippe sei somit in Hagen angekommen.

Wenn impfen, dann jetzt

Die meisten neuen Fälle sind Schüler. Nach dem Jahrgang 5 an der Gesamtschule Eilpe ist jetzt auch eine 6. Klasse am THG betroffen. Das Gesundheitsamt hat deshalb gestern noch einmal Empfehlungen an die Schulleitungen ausgesprochen, um eine unnötig schnelle Ausbreitung zu vermeiden. Heute sollen auch die Kindergärten informiert werden. Erkrankte Kinder sollen frühestens nach zehn Tagen wieder in die Schule, Erwachsene nach sieben Tagen. Sportvereine oder zum Beispiel Großveranstaltungen sind zur Zeit zu meiden. Chronisch Kranke sollten nach Rücksprache mit den Hausärzten in Einzelfällen vom Unterricht freigestellt werden. Es ist ratsam, sich über eine Impfung beraten zu lassen. „Wenn man sich impfen lässt, ist es jetzt sinnvoll”, sagt Dr. Claudia Sommer. Signifikant sei, dass überwiegend Jugendliche sich ansteckten.

Das Amt hat die Info-Nummer: 02331/207-3658, -3555,-5572.

Ein kurzer Pieks gegen die Zweifel

Soll ich - oder soll ich nicht? Seit knapp zwei Wochen beschäftige ich mich intensiv mit der Frage, ob ich mich gegen die Neue Influenza A, besser bekannt als die „Schweinegrippe”, impfen lassen soll. Ich habe mich entschieden: Ich mache es.

„Warum nur?” fragen mich Freunde, Familie und Arbeitskollegen. Zum ersten Mal intensiv verfolgt habe ich das Thema im Sommer, aus beruflichen Gründen. Experten stritten sich, ob man aufgrund der ersten Krankheitsfälle die Sommerferien der Schulen verlängern soll. Ich telefonierte mit Virologen und Forschern und titelte im August in unserer Zeitung: „Mediziner für längere Ferien”. Die Experten waren sich schon damals einig, dass die Schweinegrippe eine Gefahr ist und zu einem flächendeckenden Problem werden kann. Weder im August noch heute ist die große Krankheitswelle wirklich gekommen. Also alles nur Panikmache? Wohl kaum.

In Argentinien stand das öffentliche Leben aufgrund zehntausender Infektionsfälle schon still. Aktuell hat die Ukraine den Notstand ausgerufen, Schulen und Kindergärten sind dort nun geschlossen. Und auch in Deutschland steigt die Zahl der Infizierten rasant. Über 3 000 neue Infizierte in wenigen Tagen, die Gesamtzahl der Erkrankten liegt bei knapp 30 000.

Fakt ist auch: Eine Impfung schützt vor der Schweinegrippe. Wie bei jeder Impfung gibt es auch hier mögliche Nebenwirkungen, es kann es etwa zu allergischen Schocks kommen. Das Paul-Ehrlich-Institut konkretisiert, dass solche Fälle zwischen ein und zehn Mal bei einer Million Impfungen auftreten.

Zugegeben: Mathematik gehörte nicht zu meinen besten Schulfächern. Doch meine Rechenkünste sind gut genug, um zu errechnen, dass die Wahrscheinlichkeit größer ist, an der Schweinegrippe zu erkranken, als an Nebenwirkungen der Impfung.

Kurz und schmerzlos

Die Impfung selbst übrigens war außerordentlich kurz und schmerzlos. Ein kleiner Piek-ser in den linken Oberarm, etwas Pandemrix (so heißt der Impfstoff) hinein gespritzt, abgetupft, Pflaster rauf und fertig. Und die gute Nachricht: Auch 60 Minuten nach der Spritze fühle ich mich noch immer ganz munter - allen negativen Nachrichten und Zweifeln zum Trotz.

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