Mobile der Moderne
Kultur, 02.07.2009, Nadine AlbachDie Künstlerinnen Eva Paulitsch und Uta Weyrich haben es mit der technischen Unterstützung von Philipp Contag-Lada geschafft, 22 Projektionsflächen von nur vier Beamern aus mit Bildern zu füllen: Die 60 flimmernden Werke stammen aus ihrem seit 2006 angelegten Archiv aus Handyfilmen von Jugendliche deutschlandweit. Ohne lineare Handlung, ohne Hierarchie kann sich der Betrachter in einem Kosmos aus bellen-den Hunden, balgenden Jungs, Tänzern und Himmelsstürmern bewegen: Ein „Alltagsarchiv”, das die Gewohnheiten unserer Gesellschaft widerspiegelt, sagt Paulitsch. Intuitive, nicht für die Öffentlich- und Ewigkeit geschaffene Dokumente, die unreflektiert fast wie ein „verlängertes Auge” funktionieren. Eine demokratische Spurensammlung der Gegenwart.
Insofern passt der Titel „sampling” haargenau: Eva Paulitsch und Uta Weyrich stellen gesammeltes Material zu etwas Neuem zusammen. Das gilt auch für die Arbeit „faces”, die den Besucher empfängt: Fast zu einer kleinen, wehrhaften Einheit zusammengefasst, suchen erneut aus Handyvideos stammende Jugendliche auf vier Fernsehern den Blickkontakt. Die Gesichter vergrößert, bekommt die Situation etwas Intimes - und der Zuschauer wird plötzlich zum Beobachteten. Bis 19. Juli. Info: www.pw-videoblog.de


