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2010 müssen die Schüler der Gymnasien Ostring und Einstein umziehen

Gesucht: Notquartier für 1 500 Schüler

Bochum, 29.09.2009, Rolf Hartmann
Das „Neue Gymnasium Bochum” soll bis Sommer 2012 in Wiemelhausen für 30 Millionen Euro errichtet sein. Doch die über 1 500 Schüler der Gymnasien Ostring und Albert-Einstein, die dort gemeinsam einziehen sollen, müssen ihre bisherigen Schulgebäude bereits 2010 räumen.

Deshalb wird für sie ein Notquartier für den Zeitraum von zwei Jahren gesucht. Zur Zeit sieht es so aus, als ob nur ein Domizil dafür in Frage kommt – die alte PCB-belastete Erich-Kästner-Gesamtschule an der Markstraße.

Zweimal umziehen? – Das löste in den beiden Schulgemeinden nicht nur eitel Freude aus. Und manche Eltern haben immer noch Zweifel, ob das „Neue Gymnasium Bochum” wirklich gebaut wird – oder ob die vielen Schüler, erst einmal im Altgebäude der Kästnerschule einquartiert, dort noch wesentlich länger unterrichtet werden als derzeit geplant.

Noch keine Baugenehmigung für das Neue Gymnasium

Zumindest gibt es für diesen Schulneubau immer noch keine Baugenehmigung. Das allerdings hält Bochums Schul-dezernent Michael Townsend nicht für ein gravierendes Problem. Er erwarte die Baugenehmigung Anfang 2010, sagte er auf Anfrage der WAZ. „Dadurch wird nichts blockiert.”

Fest stehe, dass am 1. August 2010 die beiden Gymnasien fusioniert werden. Im selben Jahr sind die Schulgemeinden gut beraten, ihre Gebäude zu räumen, schon aus technischen Gründen: Am Gymnasium am Ostring beginnen dann die ersten Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem neuen Justizzentrum. Und in Wiemelhausen wird die Albert-Einstein-Schule samt Aula abgerissen, weil dort das „Neue Gymnasium Bochum” gebaut wird.

Vor allem Klaus Psarski, Dezernent bei der Schulaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg, hält es für unvertretbar, wenn die beiden Gymnasien nach ihrer Fusion an zwei oder gar drei Standorten untergebracht werden.

Die alte Kästner-Schule wird wohl das "Auffanglager"

Deshalb wird die Kästner-Schule als Notquartier immer wahrscheinlicher, zumal eine räumliche Alternative zumindest bis jetzt von den Schulstrategen keineswegs zu erkennen ist.

Doch erst im November 2009 werde es darüber Klarheit geben, davon geht Schuldezernent Townsend aus. Bis dahin „versuchen wir, die Lösung zu finden”, sagte er. Aus dem letzten Gespräch am 23. September mit der Planungsgruppe Gymnasium sei man noch „ohne Festlegung” herausgegangen.

Bis November, das wurde vereinbart, soll ein von der Stadt beauftragter Gutachter an der alten Kästner-Schule erneute Untersuchungen hinsichtlich der PCB-Belastung durchführen und Maßnahmen zu deren Reduzierung vorlegen, etwa häufigere Reinigung und Zwangsbelüftung.

Falls die Kästner-Schule wider Erwarten nicht zur Verfügung stünde, wird darüber nachgedacht, die beiden Sekundarstufen I und II an zwei verschiedenen Standorten unterzubringen.

Dezernent Townsend: Räumlich kein Problem

Eine andere Frage ist, ob die Kästner-Schule, Bochums erste Gesamtschule, die über 1 500 Schüler der beiden Gymnasien räumlich überhaupt verkraften kann. Laut Zeitplan ziehen die bisherigen Kästner-Schüler im Sommer 2010 in ihren benachbarten Neubau. Dann wird das 1971 errichtete Altgebäude frei. „Das Raumprogramm reicht dann völlig aus”, beruhigt Townsend. „Die Kästner-Schule war anfangs achtzügig angelegt und auf 2 100 Schüler konzipiert. Wir brauchen daher keine große Containerstadt aufzubauen.”

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