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Dogenhandel angeklagt

Trotz dreier Wecker kam Junkie morgens nicht auf die Beine

Bochum, 08.04.2009, Bernd Kiesewetter
Der 22-jährige Dahlhausener bezog zwar nur Sozialhilfe, hatte in seiner kleinen Wohnung aber 14 690 Euro in bar im Schrank herumliegen. Geld, das aus Cannabis-Verkäufen stammte, wie er am Mittwoch vor dem Bochumer Landgericht zugab.

Außerdem im Wohnungsbestand: eine Schreckschusspistole, eine Luftpistole, ein Springmesser, über ein Kilogramm Hasch, Marihuana und Cannabis-Samen sowie eine Feinwaage zum Portionieren.

Mit normalem Reisebus zum Drogenkauf nach Holland

Das Rauschgift hat er sich aus Amsterdam besorgt, sagte er. Er hatte sich mehrfach Senioren angeschlossen, die von Bochum mit einem ganz normalen Reisebus einen Tagesausflug nach Holland gemacht hatten. Niemand ahnte, wen und was man da auf der Kaffeefahrt an Bord hatte.

Schon morgens eine Wasserpfeife

Der Angeklagte (U-Haft) hat zwar eine tiefe Stimme, ist von der Statur her aber ein ganz schmächtiges Kerlchen mit zarten Gesichtszügen. Vor seiner Verhaftung am 12. Januar war er sogar noch um über acht Kilo leichter. Damals hatte er im Übermaß gekifft. Schon nach dem Aufstehen habe er einen „Bong am Hals” gehabt, wie er sich ausdrückte: eine Wasserpfeife. Danach ein paar Joints. „Ich habe alles einmal ausprobiert, außer Heroin, und bin dann bei Cannabis hängengeblieben.”

Morgens selbst drei Wecker am Bett überhört

Wegen des Konsums verlor er auch seine Lehrstelle als Mechatroniker, obwohl er dort bereits zwei Jahre absolviert hatte. „Ich wurde gekündigt, weil ich die Schule nicht ernst genommen habe und oft zu spät gekommen bin. Die drei Wecker, die ich aufgestellt habe, habe ich nicht gehört.” Darauf Richter Peter Löffler, das Cannabis meinend: „Dann wirkt das ja wirklich sehr beruhigend.” Das Sprichwort "Hasch macht lasch", so darf man hinzufügen, scheint sich hier zu bestätigen.

Der 22-Jährige erzählte, dass er durch das Hasch „alle meine Hobbys, außer Musik, verloren” habe. Früher sei er etwa regelmäßig ins Fußballstadion gegangen. „In welches denn?” fragte der Richter interessiert. Antwort: „Bochum.”

Glasige Augen

Aufgefallen war er der Polizei an jenen 12. Januar, nachdem er gegen 22 Uhr mit glasigen Augen, einem Rucksack und nach Marihuana riechend über einen Platz in Dahlhausen geschlichen war. Danach erfolgte die Wohnungsdurchsuchung.

Vor Nervosität zitterte er

Seine Eltern waren sehr früh verstorben. Bereits mit 16 Jahren zeugte er ein Kind. Dessen Mutter wolle heute aber keinen Kontakt mehr zu ihm, sagte der Angeklagte. Jetzt muss er mit einigen Jahren Haft rechnen. Vor Nervosität zitterte er im Prozess zeitweise am ganzen Oberkörper. Urteil: 20. April.

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