Kölner randalierten, Bochumer protestierten friedlich
Bochum, 14.12.2008, Bernd KiesewetterBereits während des Anmarsches der Gästefans aus Köln vom Hauptbahnhof am Samstag zum Stadion kam es laut Polizei wiederholt zu Flaschenwürfen. Deshalb wurden drei Männer festgenommen. Strafanzeigen folgten. Nach Spielbeginn kam es im Bereich der Gästetribüne zu einer Schlägerei unter zwei Kölner Anhängern. Auch sie wurden ins Polizeigewahrsam gesteckt. Dabei wurde außer einer Strafanzeige wegen Körperverletzung auch eine wegen Drogenbesitzes gefertigt.
Feuerwerkskörper explodierten
Kurz nach 16 Uhr mussten Polizeibeamte erneut eine Schlägerei unter zwei alkoholisierten Kölner Fans beenden. Beide wurden ins Gewahrsam gesperrt. Unmittelbar nach dem Kölner Führungstor vor dem Halbzeitpfiff wurden laut Polizei hinter der Gästetribüne Feuerwerkskörper gezündet. Dadurch wurde eine Polizistin leicht verletzt. Auch deshalb wurde ein angetrunkener FC-Fan angezeigt. Nach dem Wiederanpfiff zündeten Gästefans weitere Feuerwerkskörper. Hinweise auf diese oder diese Täter gibt es aber nicht. Es wurde aber noch Videomaterials ausgewertet.
Nach dem Spiel, als die Einsatzkräfte die Kölner Fans, die mit Zügen angereist waren, zum Bahnhof begleitete, griffen drei Kölner Täter im Bereich Klinik-/ Castroper Straße einen Beamten an, so die Polizei. Die drei wurden festgenommen und angezeigt. Der Polizist blieb unverletzt. Nach erneuten Angriffen und Flaschenwürfen auf Polizeibeamte wurde ein weiterer Mann festgenommen.
Polizei setzte Schlagstöcke ein
Damit nicht genug: Um 18.35 Uhr versuchte eine größere Gruppe Kölner Fans, gewaltsam aus der polizeilichen Begleitung zu fliehen. Die Beamten mussten Schlagstöcke einsetzen, um eine weitere Eskalation der Situation zu verhindern. Der Entlastungszug nach Köln fuhr mit zehnminütiger Verspätung ab.
Ohne Zwischenfälle hingegen verlief laut Poilizei eine spontane Protesversammlung von rund 100 Bochumer Fans, die nach Spielschluss am Stadion-Center ihren Unmut über die sportliche Talfahrt des VfL kundtaten.
