Verkehr
Städte wollen das Knöllchen teurer machen
03.09.2010 | 10:03 Uhr 2010-09-03T10:03:00+0200
Essen.Die Stadt Köln prescht vor und will das Knöllchen deutlich teurer machen. Auch Essen und Düsseldorf wollen weg vom „Billig-Knöllchen“, das den Falschparker meist nicht mehr als fünf Euro kostet. Doch die Chancen stehen schlecht.
Für manche Autofahrer ist es eine Mischkalkulation: Keinen Parkschein ziehen und hoffen, nicht von Politessen erwischt zu werden? Oder lohnt sich ein Knöllchen im Zweifelsfall gar, weil es günstiger ist als die Parkgebühr? Unter Federführung der Stadt Köln protestieren jetzt viele Kommunen an Rhein und Ruhr gegen die „Billig-Knöllchen“, für die teilweise nur fünf Euro Verwarngeld fällig werden. Mit Hilfe des Städtetags wollen sie erreichen, dass der bundesweit gültige Bußgeld-Rahmen angepasst wird.
Lieber bequem
überweisen
„Ich kann schon nachvollziehen, dass manche lieber fünf Euro später bequem überweisen, als für drei Stunden sechs Euro in den Parkscheinautomaten zu werfen“, berichtet zum Beispiel Robert Kilp. Der Leiter des Ordnungsamts Köln betont, dass die fünf Euro noch nicht einmal die anfallenden Kosten decken.
Dieses Argument ist für die Ordnungsämter in Düsseldorf oder Essen nicht das Wichtigste. Sie sehen aber wie ihre Kölner Kollegen die „erzieherische Wirkung“ eingeschränkt. Michael Zimmermann vom Ordnungsamt in der NRW-Landeshauptstadt gibt zu bedenken, dass die Sätze für Verwarngelder „seit vielen, vielen Jahren“ nicht angehoben worden seien. Bei der Umstellung von D-Mark auf Euro seien die Summen sogar leicht gesenkt worden: „Wenn man den Geldwertverlust berücksichtigt, sind die Verwarngelder vielleicht noch halb so teuer wie bei ihrer Einführung.“ Die Initiative der Stadt Köln sei deshalb unterstützenswert.
„Deutschland ist bei der Höhe von Verwarngeldern für Parkverstöße eigentlich ein Schlaraffenland“, meint Rüdiger Wittkat vom Ordnungsamt der Stadt Essen. Im benachbarten Ausland zahle man zum Teil drastisch mehr, wenn man sein Auto falsch abstelle. Immer wieder habe es in Deutschland Initiativen zur Erhöhung gegeben, diese seien aber politisch nie durchsetzbar gewesen: „Der ruhende Verkehr wurde stets verschont.“ Unterdessen seien die Bußgelder für zu schnelles Fahren bereits mehrfach angehoben worden. Im Gegensatz zu Falschparkern stelle man dabei aber auf die Unfallgefahr durch Raser ab. Wer auch ernsthaft gegen Park-Sünder vorgehen wolle, müsse den Rahmen für Verwarngelder dem anpassen, was in Europa üblich sei.
Am liebsten hätte die Stadt Köln die bundesweit gültigen Vorschriften für Ordnungswidrigkeiten grundsätzlich überarbeitet. Stadtdirektor Guido Kahlen (SPD) hat bereits Kontakt zu Fachleuten aus verschiedenen Kommunen aufgenommen. Ihm geht es beispielsweise auch gegen den Strich, dass bei der Verschmutzung öffentlicher Grünanlagen durch grillende Besucher höchstens 35 Euro vor Ort kassiert werden dürften: „Wenn wir das Doppelte nehmen könnten, würde das eine größere Abschreckungs-Wirkung haben.“
Pflichtaufgabe für
die Kommunen
Die Chancen für eine allgemeine Erhöhung von Verwarn- und Bußgeldern im Ordnungsrecht stehen allerdings nicht besonders gut. Die Stadt Köln versucht zwar, im Netzwerk mit anderen Städten und Gemeinden Druck zu machen. Im Jahr 2005 hatte eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Thema eine Anhebung der „Knöllchen“-Summen aber kategorisch abgelehnt. Die Verfolgung entsprechender Sünder ist für die Kommunen eine Pflichtaufgabe. Sie dürfen die Höhe der Strafgelder nicht selbst festlegen.
18:41
Vor rund zwanzig Jahren habe ich mal am Rande einer Innenstadt im Ruhrgebiet während der Vorweihnachtszeit ein Knöllchen kassiert. Mein Vergehen: Ich hatte mich auf einem breiten Bürgersteig auf eine weiß markierte Fläche gestellt, die als Parkplatz ausgewiesen war. Allerdings ragte ca. das vordere Drittel meines Fahrzeugs über diese Fläche hinaus. Als ich mit Weihnachtseinkäufen bepackt zum Auto zurückkam, fand ich die Knolle am Scheibenwischer. Fand ich äußerst kleinlich, denn ich hatte keinesfalls irgendwen behindert und außerdem die Läden der Innenstadt durch meinen Umsatz unterstützt. Da hätte man mal ein Auge zudrücken können.
Meine Konsequenz: Bin da nie wieder zum Einkaufen hingefahren. Heute soll es in der betreffenden Stadt viele Leerstände bei den Ladenlokalen geben. Warum nur?
18:29
@ FG
Nicht ganz richtig. Das Geld für die Knöllchen der Polizei kassiert die Stadt...
17:53
Und jetzt alle: Autos, Autos über Alles, über Alles in der Welt !!!!!
17:41
@20
schön, dann fahr Du mal bei Regen mit dem Fahrrad im Anzug in die Stadt, weil Du dort einen dringenden Termin hast.
DAS MÖCHTE ICH SEHEN !!!
@15
Glaubst Du wirklich, es fahren alle nur zum Einkaufen in die Stadt? Armes Hirn.
@16
Dir kann ich nur den Artikel vom August empfehlen, in dem der Stadtkämmerer von Düsseldorf von sich gab, daß es sich bei den Einnahmen und Ausgaben (durch Knöllchen) ungefähr die Waage halte.
17:39
5 Euro für Parken ohne Parkschein... klar.....bis 30 Minuten! Bis 60 Minuten kostet schon 10 Euro, bis 120 Minuten 15 Euro.
Wenn die Stadt die bewirtschafteten Parkplätze öfter am Tag kontrolliert, erwischen die auch die Langzeitfalschparker.
Dann kommt auch mehr Geld in die Kasse
17:04
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16:58
Genau aus dem Grund fahre ich zu 95% nur noch mit dem Rad in die Innenstadt.
A) Es geht schneller oder gleich schnell wie mit dem Auto. Baustellenverkehr sei Dank!
B) Es kostet fast nichts!
C) Ich kann meist bis vor mein Ziel fahren und dort Parken.
D) Ich brauche mich nicht übermäßig hetzen, nach dem Motto der Parkschein läuft schon wieder ab).
E) Ich habe damit ganz schön abgespeckt in den letzten Jahren und meine Kondition ist auch viel besser.
F) Ich rege mich weniger über den Verkehr auf
G) Ich bin so gut wie gar nicht mehr Erkältet
H) Auf den 4-5 km wird mein Auto eh nicht warm. 40% Mehrverbrauch bei kaltem Motor sind keine Seltenheit. Mein Motor mag keine Kurzstrecken. Ich habe viel weniger Wartungskosten weil ich viel weniger Kilometer mit dem Auto mache.
Kann ich eigentlich jedem empfehlen. Anfangs ist es hart, man wird von den Autofahrern belächelt doch es lohn sich. Vor allem für Kurzstrecken. Bus würde mich 4,20 € pro Strecke kosten.
16:58
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15:34
In Köln hat mir mal jemand an der Parkuhr gesagt:
Wenn die die VERBRECHER genau so jagen würden wie die Autofahrer, dann würde ich die Knöllchen noch gerne bezahlen!
14:42
@5 andre:
In Berlin sieht man in der S-Bahn öfter solche Baumarkttransporte. Und was noch schöner ist, manche Leute entsorgen auch ihre überflüssigen Matratzen etc. in der S-Bahn, am besten in der Ringbahn, da kann das Zeug tagelang im Kreis fahren... ;o)
Zum Artikel:
Unsere Politiker haben nur ihre Wiederwahl und dazwischen das Abledern der Bürger im Sinn. Mal bei der nächsten Wahl drüber nachdenken...