Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Nachrichten

Staatsanwaltschaft prüft Verstöße auf Bio-Hof

10.04.2012 | 20:32 Uhr

Der Fund Dioxin-belasteter Eier auf einem Bio-Hof im ostwestfälischen Stemwede hat möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen für den Betrieb. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld überprüft einen möglichen Verstoß gegen das Lebensmittelrecht, wie das "Westfalen-Blatt" berichtete.

Bielefeld (dapd-bwb). Der Fund Dioxin-belasteter Eier auf einem Bio-Hof im ostwestfälischen Stemwede hat möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen für den Betrieb. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld überprüft einen möglichen Verstoß gegen das Lebensmittelrecht, wie das "Westfalen-Blatt" berichtete. Staatsanwalt Christoph Mackel sagte der Zeitung laut Vorabbericht, ergebe sich ein Anfangsverdacht, könnten Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet werden. Nach bisherigen Erkenntnissen sind offenbar weder Wasser noch Futter für die Belastung verantwortlich.

Dem Bericht des "Westfalen-Blatts" zufolge erwägt zudem das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium ein Bußgeldverfahren gegen den Betrieb im Kreis Minden-Lübbecke. Grund ist demnach, dass Vertriebswege verschwiegen sowie das Ministerium erst zwei Wochen nach dem Fund über die Dioxin-Belastung informiert worden seien.

Das Ministerium teilte am Dienstag mit, für das Dioxin in den Eiern seien offenbar weder Wasser noch Futter verantwortlich. In den untersuchten Tränkwasserproben konnten Dioxine und das dioxinähnliche PCB nicht nachgewiesen werden. Auch die Überprüfung des Futters hatte keine auffälligen Werte ergeben.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die belasteten Eier vermutlich auch in Baden-Württemberg verkauft wurden. Das dortige Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilte mit, nach Informationen nordrhein-westfälischer Behörden sei bis 10. März wöchentlich eine Lieferung von je rund 4.000 Eiern aus dem betroffenen Erzeugerbetrieb an einen Händler im Regierungsbezirk Tübingen geliefert worden.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch forderte unterdessen mehr Untersuchungen auf die Giftstoffe bei Futtermittelherstellern. "Die Erzeuger von Futtermitteln müssen verpflichtet werden, alle Komponenten eines Mischfutters auf Dioxin zu untersuchen", sagte ein Sprecher. Nur so könne ein verbotenes Mischen belasteter und unbelasteter Komponenten zu einem gerade den Grenzwert einhaltenden Futtermittel wirksam verhindert werden.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Fotos und Videos
Spielabbruch nach Schlägen
Bildgalerie
Gewalt
Prinz mit 80 Jahren
Bildgalerie
Karneval
Aus dem Ressort
Bedauern und Überraschung über Rücktritt von Benedikt XVI.
Papstrücktritt
Der angekündigte Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sorgt in Deutschland für große Betroffenheit und Überraschung. Politiker und Organisationen verleihen ihrem Mitgefühl und ihrem Respekt vor dem Würdenträger Ausdruck. Andere Gläubige hoffen auf einen Neuanfang.
Letzter Arbeitstag für Gießerei-Mitarbeiter in Oberhausen
Wirtschaft
In dieser Woche gingen die Mitarbeiter der Oberhausener Babcock-Gießerei zum letzten Mal zur Arbeit. Nur wenige von ihnen haben bisher einen neuen Job gefunden. Knapp drei Dutzend der Mitarbeiter haben noch Restarbeiten erledigt. Nun wurden die letzten Gießmodelle von den Auftraggebern abgeholt.