Die Konkurrenz beherrscht
Essen, 02.11.2009, Sebastian WeßlingSelten wohl ist ein Spieler so souverän durch eine Deutsche Meisterschaft spaziert: Martin Horn von den Billardfreunden Horster-Eck gelang es bei den Billard-Meisterschaften im hessischen Bad Wildungen, nur einen einzigen Satz abzugeben. Gleichzeitig stellte er mit einem Turnierdurchschnitt von 1,942 Punkten pro Aufnahme einen neuen deutschen Rekord auf, in der ersten Partie gelang ihm sogar ein Schnitt von 2,5.
Der letzte, der unter die Räder kam, war Horns Kollege in Verein und Nationalmannschaft Thorsten Frings, der im Finale 0:3 unterlag. Im ersten Satz gewann Horn nur knapp mit 15:14, im zweiten schon 15:10 und im dritten brauchte er für den 15:4-Sieg nur drei Aufnahmen. Selbst eine Höchstserie von neun Punkten konnte Frings nicht retten. Ebenfalls mit 3:0 hatte Horn im Halbfinale schon Jens Eggers vom BSV Velbert und eine Runde zuvor seinen Vereinskameraden Frank Eversmann geschlagen. Eversmann wurde am Ende fünfter. Nur gegen den erst 17-jährigen Deutschen Juniorenmeister Dustin Jäschke aus Duisburg gab Horn einen Satz ab, gewann aber auch hier ungefährdet mit 3:1.
Mit seinem siebten Gewinn einer Deutschen DreibandMeisterschaft und dem vierten Titel in Serie untermauerte Martin Horn eindrucksvoll seine nationale Ausnahmestellung. Nun will er auch international nachlegen. „Diese absolute Weltklasseleistung wird ihm Selbstvertrauen geben, wenn er in der nächsten Woche gemeinsam mit Thorsten Frings zur Dreiband-Weltmeisterschaft nach Lausanne fliegt”, ist zumindest Hans Ernst Bechert, der Vorsitzende von Horns Verein Horster Eck, optimistisch.
Ebenfalls erfolgreich schnitt Gloria Abbenath von der Billard-Union Nord ab: Sie verteidigte bei den Damen ihren Titel im Dreiband. Dabei gab sie nur einen Punkt ab und spielte mit 0,365 auch den höchsten Gesamtdurchschnit.
Gleich zwei Titel gewann Ina Jentschura vom BSV Essen: Im 8-Ball-Poolbillard marschierte sie ohne Niederlage durch den Wettbewerb, im 9-Ball machte sie es spannender und musste nach einer Niederlage in der zweiten Runde den Weg über die Verliererunde nehmen, erreichte aber auch hier das Finale und gewann mit 7:5 gegen die Stuttgarterin Simone Künzl.
Dietmar Smolka und Roman Dietzel vom Snooker-Club 147 gingen dagegen leer aus: Smolka schied bei den Senioren im Achtelfinale aus, für Dietze war bei den Herren in der Gruppenphase Schluss.
