Scheren: „Ich habe mein Wort gegeben”
Düsseldorf, 15.10.2009, Joachim BreitbachBis zum 31. Dezember haben die Damentennis-Bundesligisten Zeit, ihre Meldungen für die Saison 2010 abzugeben. Auch Titelverteidiger TC Benrath, der trotz des Rückzuges von Hauptsponsor Ben Zamek an den Start geht (die NRZ berichtete). Trainer Marek Owsianka führt die Gespräche mit den Spielerinnen, der stellvertretende Vorsitzende Helmut-Jörg Scheren ist auf der Suche nach Sponsoren, die die noch nicht gedeckten rund 30 Prozent des Bundesliga-Saison-Budgets stemmen helfen. Die NRZ sprach mit dem Transport-Unternehmer und Tennisspieler.
Herr Scheren, ist es nicht riskant, mit einem zu gut zwei Dritteln gedeckten Buget Verhandlungen mit Spielerinnen zu führen?
Nein. Die siebzig Prozent, die wir zusammen haben, sind eine gute Sache. Ich bin optimistisch, dass wir damit nicht am Ende der Fahnenstange sind. Die Mannschaft wusste vor dem letzten Spiel der vorigen Saison garnicht genau, ob sie ihr Geld bekommt. Aber alle waren da. Die Mädels hätten das den Titelkampf entscheidende Spiel sogar ohne Geld gespielt. Obwohl sie Profis sind. Ich habe mein Wort gegeben, weiterzumachen. Dazu stehe ich.
Sie sagten zuletzt, dass Ben Zamek Klub-Vorsitzender bleibt. Haben Sie Verständnis für seine Entscheidung, sich vom Sponsoring zurückzuziehen und wie teuer ist das Team pro Saison?
Die allseits bekannte Krise geht an niemand spurlos vorüber. Ich bin auch Unternehmer. Uns ging es im Unternehmen zuletzt auch nicht immer gut. Jetzt aber geht es wieder aufwärts. Ich weiß, dass man in schwierige Situationen kommen kann, die unumgängliche Entscheidungen verlangen. Das Wohl der Firma steht dann immer im Vordergrund. Es ist sicher, dass Ben Zamek aus Verantwortung für Firma und Mitarbeiter so gehandelt hat, obwohl es ihm schwerfiel. Er hat nicht nur für die Bundesligadamen, sondern auch für den übrigen Verein soviel getan, dass der Klub ihm lange dankbar sein wird. Deshalb steht seine Position nicht zur Debatte. Über Zahlen sprechen wir grundsätzlich nicht.
Haben Sie einen Wunsch, wie das Team der nächsten Saison aussehen soll und was soll das Ziel des Teams sein?
Einen Wunsch, ja. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Wir möchten Andrea Petkovic, Barbora Zahlavova Strycova und für gewisse Spiele Mara Santangelo verpflichten, würden gern Greta Arn, Julia Schruff, Eva Birnerova, Andrea Ehritt-Vanc und Deborah Danz in der Mannschaft sehen. Doch das ist nicht mein Part. Die Verhandlungen führt Marek Owsianka. Ziel ist nicht die Meisterschaft. Der sichere Klassenerhalt müsste auch mit dem neuen, sparsam ausgelegten Etat möglich sein.
