Peter Neururer ist stinksauer: "Es war eine Schande"
MSV, 09.05.2009, Thomas Tartemann und Dirk RetzlaffDie Frage im Stadionheft des FSV Frankfurt war ebenso eindeutig wie die Antwort auf dem Platz. „Geht noch was in Richtung 1. Liga?”, hieß es im der Ausgabe des „FSV Life” im Gegnerportrait zum Gastspiel des MSV Duisburg in der 2. Fußball-Bundesliga. Das „Nein” ist nicht nur mit dem 0:0 und den damit zwei vergebenen Punkten zu begründen.
Entschuldigung an mitgereiste Fans
MSV-Trainer Peter Neururer traf es vielmehr, dass seine Mannschaft gar nicht mehr den Willen zeigte, den Kraftakt Aufstieg noch in Angriff zu nehmen. „Es war grauenhaft. Es war eine Schande”, so Peter Neururer, der sich nach dem Spiel „bei allen mitgereisten Fans entschuldigte.”
Sauer und bedient
Auch MSV-Präsident Walter Hellmich war nach der Nullnummer in dem Stadion, in dem der MSV vor vier Jahren noch den ersten Aufstieg seiner Amtszeit geschafft hatte, sauer und bedient. „Es war gar kein Engagement zu sehen”, stellte der 65-Jährige fest. Torwart Tom Starke, der mit seinen Paraden immerhin noch einen Punkt rettete, sprach ebenfalls Klartext: „Ich habe keinen Gegentreffer kassiert und damit meinen Job erledigt. Aber vorne waren wir viel zu behäbig. So spielt keine Spitzenmannschaft.”
Viel Alibifußball, kein Herz
Einige Spieler, die zum Teil schon wissen, dass sie in der kommenden Saison bei einem anderen Klub am Ball sein werden – etwa Cedrick Makiadi – erfüllten nichtmals die Mindestanforderungen in Sachen Engagement und Einstellung. Viel Alibifußball, kein Herz. Warum sich etwa Mihai Tarararache in der zweiten Halbzeit bei einem Eckball aufreizend viel Zeit ließ, wird sein Geheimnis bleiben.
Trainer Neururer kündigte unmittelbar nach dem Spiel Konsequenzen an. Bis zum Match gegen Oberhausen am Dienstag werden die Zebras durchtrainieren, außerdem will der Coach die Mannschaft erheblich verändern.
Der Einsatz von Bernd Korzynietz ist allerdings nur aus gesundheitlichen Gründen fraglich. Der Außenverteidiger musste schon nach 26 Minuten vom Platz, da er sich eine Zerrung der Rückenmuskulatur zugezogen hatte. Allerdings hatte es auf seiner Seite zuvor auch kräftig gebrannt. Der Frankfurter Junior Ross brachte den MSV immer wieder in Gefahr – auch als Nicky Adler den Part des verletzten Korzynietz übernommen hatte. Ansonsten vergab mit Youssef Mokhtari ausgerechnet ein Ex-Duisburger die besten Chancen der Gastgeber. Der „Mok” traf allein zweimal das Aluminium.
Der MSV schien zumindest phasenweise seine Lethargie ablegen zu können. Etwa nach der Pause, als der eingewechselte Olcay Sahan etwas Schwung brachte. Oder in den letzten vier Minuten, als Frankfurt erstmals in der Partie ein wenig unter Druck stand.
"Zu viele Punkte liegen lassen"
Die MSV-Bilanz gegen den FSV Frankfurt ist symptomatisch für den Duisburger Saisonverlauf. Zweimal reichte es nur für ein mageres 0:0 gegen den Aufsteiger. „Wir haben gegen solche Gegner zu viele Punkte liegen lassen. Das summiert sich, und am Ende reicht es einfach nicht”, so Torwart Tom Starke mit sehr viel Wut im Bauch.
