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Parteienfinanzierung

Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen

27.02.2010 | 22:07 Uhr
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen

Berlin.Nach der NRW-CDU sieht sich nun die sächsische Union mit Sponsoring-Vorwürfen konfrontiert. Nach einem Medienbericht vermarkten auch Sachsens Christdemokraten im Rahmen von Sponsor-Verträgen Gespräche mit ihrem Landesvorsitzenden, Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

Die Sponsorenaffäre bei der CDU weitet sich aus. Wie zuvor in NRW haben auch die Christdemokraten in Sachsen in Sponsoren-Verträgen interessierten Firmen gegen Geld Gespräche mit ihrem Landeschef, Ministerpräsident Stanislaw Tillich, angeboten. Tillichs Generalsekretär Michael Kretschmer bestätigte am Samstag diese umstrittene Praxis. SPD und Grüne reagierten mit scharfer Kritik.

Konkret geht es um die CDU-Veranstaltung „Denkfabrik Sachsen“ am Montag in Dresden, zu der 800 bis 1000 Gäste erwartet werden. Laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ bot die CDU vorab Firmen schriftlich vier „Präsentationsstufen“ zum Preis von 500 bis 8000 Euro an. Die Sponsoring-Stufen drei und vier umfassen ein „kurzes Gespräch mit dem Landesvorsitzenden Stanislaw Tillich“. Zusätzlich wird Sponsoren ab Präsentationsstufe drei, die 3900 Euro kostet, die Erwähnung ihres Firmennamens in der Begrüßungsrede Kretschmers in Aussicht gestellt. Für Sponsoren der Stufe vier (8000 Euro) organisiert die CDU zudem noch „ein separates Fachgespräch im Rahmen der Veranstaltung“, wie der „Spiegel“ meldete.

Sachsen-CDU ändert Vertragspassagen

Kretschmer sagte dazu, die Partei benötige die Einnahmen dringend. „Es sind ja 800 bis 1000 Menschen, die wir am Montag erwarten. Das können wir nicht bezahlen aus unseren schmalen Mitgliedsbeiträgen“, sagte er im MDR.

Mit den Präsentationsstufen eins und zwei buchen Firmen nach seinen Angaben Werbebanner auf der CDU-Homepage. Die Stufen drei und vier umfassten größere Stände auf der Veranstaltung. „Und wir haben eine Tradition, dass wir alle diese Stände im Laufe der Veranstaltung auch besuchen“, sagte er. Dies halte er für vollkommen in Ordnung. Trotzdem veranlasste er sofort, die strittige Passage aus dem Vertrag zu streichen.

Wegen ähnlich formulierter Sponsoring-Angebote war vergangene Woche der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU, Hendrik Wüst, zurückgetreten. Die CDU hatte Parteitags-Sponsoren Einzelgespräche mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers versprochen. Durch die Schreiben wurde Rüttgers mit dem Vorwurf der Käuflichkeit konfrontiert.

Die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, erklärte zu den neuen Vorwürfen gegen Tillich, das Beispiel Rüttgers sei offenbar kein Einzelfall in der CDU, sondern scheine Methode zu haben. Man könne fast den Eindruck bekommen, solche Angebote seien Bestandteil eines CDU-internen Seminars zum Thema Sponsoring gewesen. Vor diesem Hintergrund sei es völlig unglaubwürdig, wenn die CDU-Landesvorsitzenden Rüttgers und Tillich von dieser Praxis nichts gewusst haben wollten. Lemkes Fazit: „Es ist erschreckend, wie nonchalant die CDU die Position eines Landes-Ministerpräsidenten zum Vorteil der Partei nutzt und dabei vor allem ihrem zahlungskräftigen Klientel zu Diensten ist.“

Verdacht auf verdeckte Parteienfinanzierung

Der sächsische SPD-Fraktionschef Martin Dulig sagte, das Vertrauen in die Politik und die Demokratie werde „generell in Misskredit gezogen, wenn man den Eindruck weiter verschärft, dass man sich Politik und Politiker kaufen kann“. Gerade in Sachsen gebe es „mindestens eine Partei, die Nazis, die daraus Kapital schlagen“, sagte er im MDR.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, stärkte unterdessen Rüttgers den Rücken. Kauder sagte dem „Hamburger Abendblatt“: „Schön sind die Vorgänge wahrlich nicht. Aber die Menschen werden danach urteilen, welche Koalition das Land weiterbringt.“Die Sponsorenaffäre um Rüttgers beschäftigt inzwischen auch die Bundestagsverwaltung. Die SPD bat Parlamentspräsident Norbert Lammert um eine genaue Prüfung des umstrittenen Vorgangs. Im Raum stehe der „Verdacht der verdeckten Parteienfinanzierung“. (ddp/apn)

DerWesten

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Kommentare
01.03.2010
07:05
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von B.Schmitz | #18

Kein Wunder bei der Kanzlerin. Sie kennt es doch nicht anders.

28.02.2010
21:26
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von alleswasgutist | #17

Alle Parteien haben nur noch wenig Chancen, wenn sie die Schwachen, Rentner und Arbeitnehmer brüskieren. Das ist die große Mehrheit des Volkes. Politik wird sich wandeln müssen. Krieg, Kopfpauschalen, Korruption, Lügen, Abzocke, einseitige Belastungen brechen den Parteien das Genick. Schon in NRW!

28.02.2010
21:23
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von alleswasgutist | #16

Und wieder die so genannte christliche Partei! Korruption darf man nicht wählen. Die Mövenpickpartei eingeschlossen.

28.02.2010
19:37
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von Clauda Großklaus | #15

Nunja, ein allseits bekannte Tatsache, dass Kunden, Klüngel und potenzielle Geldgeber angelockt werden sollen - früher eine sehr beliebte Methode bei Zigarettenmarken oder Warenhäuser oder bei Pharmafirmen, etwa auch bei Inhouseschulungen Werbegeschenke recht großzügig zu verteilen. Heute ist sind alle Branchen wesentlich geiziger geworden - vermutlich allgemeiner Geldmangel. Politiker sollten schon allein aus ethischen Gründen unbestechlich sein - oder zumindest so scheinen.
Das dem nicht so ist - die CDU wußte schon und Helmut Kohl Parteispenden unbekannter Herkunft in riesiger Summe anzunehmen.
Es dünkt mir fast, dass die Skandale und Skandälchen der einzige Grund ist für Politiker, Politik zu betreiben, zum Beispiel, weil sie sich anschließend deswegen öffentlich rechtfertigen müssen. Und das der einzige Gesprächsstoff einer Zeitung darin besteht, das Thema immer wieder neu aufzuwärmen, den Tisch neu zu gestalten und stets die gleiche Gäste einzuladen. Dreimal aufgewärmter Porridge - danke, da kommt wirklich jedem der Mageninhalt wieder hoch.
Und was treibt unsere Regierung sonst noch so - außer mit der Mithilfe der Medien Skandale zu verbreiten? Etwas Positives, einen Grund, warum sie gewählt werden will und die Reportage darüber gelesen werden möchte?

28.02.2010
17:31
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von Elektrosteiger | #14

Das ist die neue Methode der Industrie in D, um ihren Willen durchzusetzen:

RENT A MINISTERPRÄSIDENT...

28.02.2010
16:00
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von angel 1 | #13

Ja Ja dem Bürger erzählen was sie nicht alles dürfen und dann lässt man sich für gespräche bezahlen, anstatt das land zu regieren, überbieten sich alle parteien in dummheit, so regiert man kein land nein so zerstört man sein land! man nennt sowas elite, ich lach mich schlapp, ich nenne das hilfsschule, mehr nicht!!!!!

28.02.2010
14:17
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von DIE LiNKE ist die bessere Wahl | #12

Jeden Tag frage ich mich einmal mehr, für wie dumm wird
das Wahlvolk von seinen Vetretern bzw. Verrätern,
eigentlich gehalten ???

Wahltag ist Zahltag ...

28.02.2010
12:09
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von derwestenistrot | #11

Gekaufte Politik
Über Politik wird nicht mehr in Wahlen entschieden, Wahlen und Entscheidungen werden in Deutschland gekauft. Rüttgers, Merkel und Tillich usw. vorneweg. Schröder, Fischer und Steinmeier verlangen auch erhöhte Preise. Ein Ausweg ist vorläufig nicht abzusehen. Der unkontrollierte Kapitalismus dominiert. Die Hörigen der Finanzwirtschaft, der Konzerne und Verbände haben in allen Parlamenten die Mehrheit.

28.02.2010
11:06
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von roosterkatze | #10

Korruption auf höchster Ebene und die Landfesfürsten Tiöllich und Rüttgers haben nichts gewußt. Au Backe, was für ein Sumpf .Es sieht so aus als wenn wir nur noch von Kriminellen regiert werden. Und was sagt die FDJ Schülerin Merkel, natürlich nichts, wieder abgetaucht.!!

28.02.2010
10:32
Sponsoring-Affäre erreicht auch die CDU in Sachsen
von Banjoboy10 | #9

Ein Glück das in NRW bald Wahlen sind!

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