SPD verordnet Abgeordneten Betriebspraktika
07.01.2010 | 20:19 Uhr 2010-01-07T20:19:00+0100Essen. Die NRW-SPD taucht vor der Landtagswahl in die praktische Berufswelt ein. Alle 130 Kandidaten sollen sich bei mehreren eintägigen Arbeitseinsätzen in Betrieben „einem Praxis- und Realitätstest unterziehen”, der auch Einfluss auf die künftige Politik haben werde, so Landeschefin Kraft.
Die Arbeiterpartei entdeckt die Arbeit. Wenn namhafte Politiker, meist in Begleitung des Firmenchefs und medial gut ausgeleuchtet, Unternehmen besuchen, ist die Visite bei der werktätigen Bevölkerung meist schnell vorüber. Die SPD in NRW will es vor der Landtagswahl anders machen, um sich „neu zu erden in der wirklichen Welt der Menschen”, wie es Spitzenkandidatin Hannelore Kraft formuliert. Deshalb werden alle Landtagsabgeordneten und neuen Kandidaten zu mehreren eintägigen Einsätzen in die Betriebe geschickt.
„Wir haben die Leistungsträger kennengelernt”, berichtet Kraft nach ihrer Schicht in einer Duisburger Näh-Werkstatt, wo sie mit „Zwei-Euro-Jobberinnen” Blätter bestickt und über ihre Sorgen geredet hat. „Die Leute wollen arbeiten”, sagt sie, und es sei zu spüren, „was Würde mit Arbeit zu tun hat”. Pressebegleitung ist nicht vorgesehen, aber selbstredend ist dafür gesorgt, dass die Bilder malochender Genossen im Wahlkampf genügend Verbreitung finden.
Kraft sucht die Wählernähe
Im Land des selbsternannten Arbeiterführers Jürgen Rüttgers plant die SPD den ersehnten Rückweg in die CDU-geführte Staatskanzlei über die Arbeitswelt, ihr einstiges Hoheitsgebiet, aber auch über soziale Einrichtungen. Kraft, die in der Kompetenz-Bewertung noch weit hinter dem Ministerpräsidenten liegt, sucht die Nähe des Wählers. „Von Mensch zu Mensch” heißt eine Serie abendlicher Auftritte, bei der sie „in persönlicher Atmosphäre” auch über ihr Privatleben bereitwillig Auskunft gibt.
Wie finden Sie den Vorstoß der SPD, ihre Abgeordneten in die Betriebe zu schicken?
Inhaltlich setzt Kraft, um am 9. Mai zu gewinnen, vor allem auf das Thema Bildung. Der schwarz-gelben Landesregierung wirft sie vor, ein „gigantisches Chaos” in der Schulpollitik angerichtet zu haben. Bei der Landtagswahl fällt die Vorentscheidung, ob das dreigliedrige Schulsystem in NRW Zukunft hat oder sich das Modell der Gemeinschaftsschule durchsetzt. Mit ihrem jüngsten Vorstoß für eine Korrektur des „Soli” hat die SPD-Chefin außerdem klargemacht, dass sie im Wahlkampf immer wieder auf die Notlage „ausblutender Städte” hinweisen wird.
Keine Absage an die Linken
Rüttgers sieht sie als Arbeiterführer „entzaubert”, schließlich habe er in Berlin einen Koalitionsvertrag unterschrieben, der reiche Erben und Hotels entlaste. „Die Menschen spüren, dass da ein Wahlbetrug angelegt ist”, sagt sie über die Gegenfinanzierung nach der Wahl. Das würde sie Rüttgers auch in einem TV-Duell vorhalten wollen - aber noch schweigt der Regierungschef zu ihrer Forderung.
Ein Schattenkabinett will Kraft nicht vorstellen, sondern ein „Team”, und sie kündigt „spannende Personalien” an. Zu einer Absage an die Linke ringt sie sich trotz zunehmender Distanzierung („weder regierungs- noch koalitionsfähig”) nicht durch. „In einem Fünf-Parteien-System kommt man mit Ausschließeritis nicht weiter”, sagt sie. Das hielten FDP und Grüne ebenso.
21:32
Arbeiter-Verräter-Partei
10:13
jeder der gewählt werden will,muß auch werben,
ob Hausmeister,betriebsrat,Vereinsvorstand.
Dies Art ist mir lieber,ehrlicher und informatiefer,
als schwarze heuchelei,auf Kneipentour!
M.f.g.
20:14
.....verortnet Betriebspraktika.
Diese uralte Schauspielkunst wirkt bei den endteuschten Bürgern nicht.
Da muß die spd viiiiieeeeel mehr tun.
16:36
Eintägige Arbeitseinsätze in Betrieben? Ein Monat zum Niedriglohn wäre das Mindeste!
16:35
Eine Partei, die sich selbst als politischer Teil der deutschen Arbeiterbewegung betrachtet,
musste, um diese Menschen überhaupt innerhalb ihrer Parteigremien zu platzieren, einen Ausschuss ins Leben rufen (Afa) der sich mit den Fragen zur Arbeits- und Lebenssituation dieses Teils der Bevölkerung befassen soll, ansonsten wäre diese Gruppe schlicht und ergreifend innerhalb der Partei verloren gegangen. Nun, sind ja nicht diese, sondern nur die Wahlen verloren gegangen, und so wird in der Nach-Schröder-Ära diese traditionelle Zielgruppe wieder entdeckt. Dazu benötigte die Parteispitze weder einen Falkatlas noch gar ein Navi, sondern nur den Druck der kommenden
Landtagswahlen in NRW. Jetzt wird die verlorene Wählergruppe aufgesucht. Und Zwar vor Ort, da wo diese die meiste Zeit ihres Lebens verbringen: am Arbeitsplatz. Und wie es sich für anständige Sozialdemokraten gehört, die sich als Kandidaten für den Landtag haben nominieren lassen, wird an den Türen der Unternehmen höflch angeklopft und um einen eintägigen Zugang gebeten. Selbstverständlich wird auf das Aufstellen eines SPD Info Standes mit rotem Schirm in der Mitte der Fabrikhalle verzichtet. Aber dennoch sucht man nicht den anonymen Zugang wie Herr Wallraff, der somit der wirklichen Lebens-und Arbeitsalltag der „Malocher“ kennen
und leiden gelernt hat, sondern kündigt medienwirksam sein eintägiges Erscheinen an, um so einen echten Eindruck von der „Lage der arbeitenden Klasse „ in NRW zu gewinnen. Ja, auch für etwas ältere SPD Kandidaten, so 65, 66 oder gar 67 Jahre“junge“ Kandidaten bekommen so eine
grundlegende Erfahrung zum „demographischen Faktor „. Aber es geht ihnen ja nicht darum,
prägende Eindrücke, sondern lediglich die Wahlen zu gewinnen. Ihr Ex SPDler, Herr Clements, hat ihnen ja bereits die Möglichkeiten echter Erfahrungen vorgegeben: Zeitarbeitsfirmen ( im Volksmund Seelenverkäufer geschimpft), 1 Euro-Jobs, (M) Ich AGs,…….
Da ist das pralle Leben, da werden Erfahrungen gewonnen, die man als Gewinn so nicht bezeichnen kann. Allerdings reichen dazu nicht nur der eine Tag (für manche sicherlich)
um zu wissen, wo der Frosch die Locken hat. Benötigt werden Wochen , Monate und Kraft , allerdings nicht die mit Vornamen Hannelore, sondern körperliche und nervliche Kraft.
Also, statt „Schnupperkurs“ mal das komplette Programm!
Und dann innerhalb der Traditionspartei das richtige Programm vorlegen!
Wie sagte ein alter SPD Genosse früher: „Schaut ihnen auf die Hände und nicht auf das Maul!“ Und als Aufmunterung für den betrieblichen Einsatz, den Satz des Herrn Müntefering: Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht zu essen! Guten Appetit, Genossen!
12:07
Ein Tag geht die SPD auf Arbeit.
HA
HA
HA
Was macht man denn da, am ersten Tag?
Man wird den ganzen Tag durch die Firma geführt.
Zum Glück haben die ArbeitNEHMER erkannt, dass die SPD keine Partei ist, die ihre Interessen sondern die der ArbeitGEBER vertritt.
HARTZ IV haben hat die SPD eingeführt und will auch heute nicht mehr davon ab.
SPD?
NIE wieder!
11:56
EIN Tag richtig arbeiten? Lächerlich! Der vergeht doch sowieso nur mit Blahblah! Scheinheiliges Wahlkampfgetue! Ich sehe gerade wie unsere Postbotin sich mit ihrem Fahrrad durch Eis und Schnee kämpft. Die könnte Frau Kraft ja mal einen Tag begleiten, anstatt in der warmen Nähstube zu hocken und die Leute da von ihrer Arbeit abzuhalten. Überhaupt: Die sollte mal ein paar Wochen richtig mitarbeiten müssen, aber bis irgendein Politiker in einem anderen Job was brauchbares zustande bringt, würde er den wirklich arbeitenden Menschen wahrscheinlich nur zur Last fallen. Frau Kraft ist ja wenigtens noch intelligent genug, aber man stelle sich z. B. mal eine Andrea Nahles vor, wo sollte man die denn sinnvoll einsetzen??!
10:51
Wie hieß es früher z.B. in der DDR und in China:
Ab in die Produktion.
Eine tolle Idee der Frau Kraft (SPD)
10:33
@#21
Tja, woher weiss man das... Schauen Sie sich einmal die entsprechenden Protokolle etc. an und sprechen Sie doch mit Bundestagsabgeordneten über das Arbeitspensum der betr. Minister und Mitarbeiter. Ich finde es unglaublich, einfach irgendetwas laut vor sich hinzuspekulieren, das als Tatsache zu verkaufen und eine entspr. Pseudo-Argumentation zu führen, ohne sich mit den Fakten und Realit¨ten wirklich auseinanderzusetzen. Dieses Phaenomen finde ich leider bei fast allen Vertretern des linken politischen Spektrums.
Meine persönlichen Wünsche für die SPD: 19,5% bei der Landtagswahl und mindestens 20 Jahre Opposition im Bund, um sich programmatisch wieder aufzustellen. Im Moment taugt die gesamte SPD-Fraktion nicht einmal zu einer einigermassen vernünftigen Oppositionsarbeit, sondern erschöpft sich in Nein-Sagen, Besserwisserei ohne Gegenvorschläge und den üblichen linken Worthülsen
09:56
Das zeigt doch, daß die Vertreter der Arbeiterpartei die Arbeitswelt gar nicht kennen. Eine Fehlentwicklung in dieser Republik ist auch, daß viele Menschen politische Mandate anstreben - und oft auch bekommen -, die noch nie richtig gearbeitet haben! Und das muß geändert werden! Die politische Szene sollte eigentlich einen Querschnitt der Gesellschaft darstellen!