SPD-Fraktion weist Aufruf zu Papst-Boykott zurück
26.06.2011 | 10:42 Uhr 2011-06-26T10:42:26+0200
Berlin Bei den Sozialdemokraten gibt es Streit um die geplante Rede des katholischen Kirchen-Oberhaupts im Parlament. Der Abgeordnete Schwanitz hat den Boykott des Auftritts gefordert. Die Fraktionsspitze sieht dazu keinerlei Anlass.
Die SPD-Fraktionsspitze hat den Aufruf aus den eigenen Reihen zum Boykott des Auftritts von Papst Benedikt XVI. im Bundestag scharf zurückgewiesen. "Er wird im Bundestag keinen Gottesdienst abhalten, sondern über aktuelle weltpolitische Fragen sprechen", sagte der Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann. Durch die Rede am 22. September werde die religiöse und weltanschauliche Neutralität des Staates in keiner Weise in Frage gestellt.
Die "Rheinische Post" hatte berichtet, dass der SPD-Abgeordnete Rolf Schwanitz in einem an seine Fraktionskollegen geschickten Papier den Boykott der Rede gefordert habe. Demnach begründete Schwanitz den Aufruf damit, dass die Rede mit dem "Grundsatz der religiösen Neutralität des Staates unvereinbar" sei. Der Bundestag werde als "schmückendes Beiwerk missbraucht", das Parlament sei aber kein Ort der "religiösen Missionierung", wird Schwanitz zitiert, der Mitglied der Gruppe "Laizistische Sozialdemokraten" ist. Die Gruppe setzt sich für eine strikte Trennung von Staat und Religion ein.
Nach Ansicht von Schwanitz hält eine Mehrheit der Deutschen den Papst für "verdammungswürdig". Er sei der "letzte absolute Monarch" in Europa und trage Mitschuld "an der bisher global nicht gestoppten Aids-Epidemie sowie an der Unterdrückung, Ausbeutung und Stigmatisierung von Millionen Menschen".
Benedikt wird vom 22. bis 26. September Berlin, Erfurt und Freiburg besuchen: Der Besuch steht unter dem Motto „Wo Gott ist, da ist Zukunft“. „Damit rücken zwei zentrale Themen in den Blickpunkt, die die beiden Schwerpunkte des Besuchs Papst Benedikt XVI. in Deutschland sein werden: Die Frage nach Gott und nach der Zukunft“, erläuterte der Generalkoordinator der Papstreise und Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, und fügte hinzu: „Gerade die Erfahrungen mit Nationalsozialismus und Kommunismus haben deutlich gezeigt, dass eine Gesellschaftsordnung ohne Gott keine Zukunft hat.“
Der Papst wird am 22. September nach seiner Ankunft offiziell durch Bundespräsident Christian Wulff im Schloss Bellevue begrüßt. Für den selben Tag ist eine Rede Benedikts vor dem Bundestag sowie eine große Eucharistiefeier in der Bundeshauptstadt geplant.
08:16
Schwanitz hat nicht geschrieben, dass eine Mehrheit der Deutschen den Papst für verdammungswürdig hält, sondern dass der Papst die Mehrheit der Deutschen für verdammungswürdig hält. Bitte besser recherchieren!
22:27
#29 Stimme Ihnen vollkommen zu. Aber es gibt außerhalb der katholischen Kirche noch ander Glaubensgemeinschaften und KIRCHEN, die mit Ausnahme der katholischen Feiertage die kirchlichen Feiertage begehen.
Eine schöne Errungenschaft unseres Landes, die religiösen Feiertage allen zur Verfügung zu stellen.
Das ist nicht selbstverständlich.
Dennoch: ein kirchliches Oberhaupt hat als nicht gewählter Vertreter im Bundestag nichts zu suchen. Es sei denn, gleichzeitig wäre eine Einladung an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Vorsitzenden der christlichen Glaubensgemeinschaften, den Ratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, die islamischen Gemeinschaften etc. ergangen. Ist es nicht. Also wird die Veranstaltung zu einer Werbetour für die katholische Kirche. Und das hat im Bundestag absolut nichts zu suchen.
19:30
Sonst werden auch die Muslime weiter versuchen Einfluss auf die Politik zunehmen und die Integrationsbemühung noch mehr erschwert.
Ich frohlocke, da braucht also der Papst nur einmal das zu tun was er sonst nie getan hat und schon gibt es keine politische Einflussnahme mehr, z.B. durch die DITIB.
Das ist sowas von genial Einfach oder doch eher einfältig?
17:54
Zitat #39 unwitz: ...Selbst in einem laizistischen Staat - was Deutschland nicht ist...
Woraus schließen Sie das?
Ist in der BR Deutschland die Trennung von Religion und Staat und die staatliche Neutralitätspflicht in religiösen Fragen und Angelegenheiten etwa nicht in den besagten GG-Artikeln (§§ 4,5; 140) festgelegt und vorgeschrieben?
Im Übrigen empfehle ich als Prävention gegen übereilte Vorverurteilung die Lektüre der Ziele und Positionen besagter Arbeitsgemeinschaft in der SPD:
http://www.laizistische-sozis.de/Positionen.html
Bei aller Distanz zu den Sozis, das was da zu lesen ist, kann ich weitestgehend unterschreiben.
17:45
Bei den Katholiken heißt es Papst, bei der SPD heißt es Müntefering. Beide haben gemeinsam das sie völlig Weltfremde alte Männer sind.
17:37
Welcher aufgeklärte Mensch läßt sich durch eine Rede des Papstes umstimmen.
Die Polen lachen sich schlapp über die Deutschen. In ihrem Land wären nicht mal die größten Erzkommunisten auf solch ein Ansinnen kommen.
Der Papst ist Gast Deutschlands.
Die Religionsfreihet wird in keinster Weise durch eine Rede eingeschränkt.
17:20
In unserer Verfassung wird allen Religionsgemeinschaften, unter Beachtung unseres Grundgesetzes, Religionsfreiheit eingeräumt und garantiert.
Damit das auch umgesetzt und funktionieren kann muss der Bundestag gegenüber einzelner religiöser Gemeinschaften neutral sein und bleiben. Deshalb darf er den einzelnen Oberhäupter der Glaubensgemeinschaften ,unabhängig von ihrer Glaubensausrichtung, keine Plattform im Bundestag einräumen.
Das muss ohne parteipolitischem Taktieren von allen Abgeordneten befolgt werden.
Sonst werden auch die Muslime weiter versuchen Einfluss auf die Politik zunehmen und die Integrationsbemühung noch mehr erschwert.
16:15
#34 ich zitiere dann lieber den götzschen gruß ...
#30 stimmt, denn dann wäre die kommentarfunktion schon nach dem 5. beitrag dicht ...
15:58
Der Papst ist wichtig für Leute , die in ihrem Denken in den letzten Jahrhundert stehen geblieben sind. Nun gut, auch für diese Minderheit sollte es - politisch korrekt ausgedrückt- eine Möglichkeit geben ihre Abhängigkeit auszuleben. Wenn dieser Papst-Event dazu dient, pädophile Gläubige vom Kindesmissbrauch abzuhalten, meinetwegen sollen sie singen und jubilieren ohne Ende. Dumm nur, das ausgerechnet die katholische Kirche der weltweit grösste registrierte Phädophilenverein ist. Aber vielleicht sagt ausnahmweise der Oberhirte auch mal was zu diesem Thema. Bisher haben wir von unser-aller-Papst-aber-meiner-nicht nur elendige PR-kompatible und sinnentleerte sowie die Fakten verschleiernde Statements gehört.
15:57
Ich freue mich sehr auf den Deutschland-Besuch des Papstes und dessen Rede im Bundestag.
Selbst in einem laizistischen Staat - was Deutschland nicht ist - spräche nichts gegen eine (politische) Rede eines religiösen Würdenträgers im Parlament. Es ist das gute Recht des Deutschen Bundestages, entsprechende Gäste einzuladen.
Im Übrigen ist es schlichtweg lachhaft, wenn in einem Land , in dem vor dem Islam gekuscht und der Dalai Lama (die Reinkarnation von Sonstwas) in fast schon peinlicher Weise verehrt wird, die Katholische Kirche für ihre Vermeindliche Rückständigkeit kritisiert wird.