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Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen

02.12.2010 | 19:30 Uhr

An Schreibtisch-Institutionen ist das Ruhrgebiet wohl reicher als die anderen Regionen des Landes. Regionalverband Ruhr (RVR), Wirtschaftsförderung metropoleruhr, Ruhr Tourismus GmbH, Kultur Ruhr GmbH und Ruhr.2010 GmbH: Wer auf Anhieb die Unterschiede zwischen diesen Einrichtungen durchbuchstabieren kann, darf sich als Ruhr-Experte hoch x fühlen.

Da mutet es nicht unbedingt wie ein Verlust an, wenn der RVR beschließt, die Ruhr.2010-Gesellschaft bis Ende 2011 auflösen zu wollen. Paradox ist nur, dass es ausgerechnet jene Einrichtung trifft, die bislang sichtbar am meisten bewegt hat: Nicht nur 60 Millionen Euro, sondern Millionen von Menschen und die Bilder in ihren Köpfen. Sie hat die Kulturszene zu gemeinsamen Programmen bewegt, wie es alle anderen zuvor nicht vermocht haben.

So wächst mit ihrer Auflösung die Gefahr, dass nach 2011 wieder jedes Museum, jedes Theater, ja jede Stadt ohne die Klammer Kulturhauptstadt alleine vor sich hin bosselt. Und dann wäre die ganze Kulturhauptstadt nicht mehr als ein Ganzjahres-Event gewesen. Eine schillernde Seifenblase Ruhr, geplatzt am 31. Dezember 2010.

Jens Dirksen

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Kommentare
08.12.2010
19:17
Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen
von Andre Hinsbeck | #9

Seifenblase Ruhr ist bald vorbei!

Das Ruhrgebiet ist wieder Westfalen. Zu mindest in Ennepetal, Schwelm und Fröndenberg.

07.12.2010
15:40
Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen
von Lakman | #8

Dusselbiene, recht haste. Die Kultur de Ruhr ist nicht mehr zu ertragen. Bergmänner, Stahlkocher, in Kunst gehauen, um anschließend den Römer aus Xanten zum Ruhri zu machen. Es kotzt den Niederrheiner vom platten Land hinterm Deich nur noch an.

06.12.2010
16:05
Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen
von Nobby.Brinks | #7

Musste die Seifenblase Ruhr nicht platzen?

Künstler bedienen, beweihräuchern die Kleesches des Kohlenpott aus Bergleuten und Stahlkochen. Einige Damen und Herren aus Herne Fordern eine separate Ruhrstadt von Alpen bis nach Fröndenberg, die nicht Rheinland, noch Westfalen ist.

Doch die Wahrheit ist eine andere. Wir im Revier gibt es nicht.

In Xanten, Haltern, Hamm, Ennepetal, am Niederrhein und im Unterland wird der Pott abgelehnt. Ja, selbst die Ruhrtaler aus Werden und Kettwig lehnen den Pott ab. Im Westen stimmt man mit den Füßen ab, und Pendelt nach Düsseldorf und Dortmund sieht sich als größte Stadt Westfalens. Das ganze Gebilde ist längst ein Rhein-Ruhr-Gebiet. Doch die Ruhrseparatisten wollen es nicht war haben, es nicht vernehmen. Politiker oder Top-Beamte basteln mit viel Geld an dem Museum Kohlenpott, ohne zu bemerken, das sich die Region ohne Kohle und Stahl sich dem übrigen Land immer mehr angleicht.

03.12.2010
18:08
Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen
von trabrurad | #6

So ähnlich wie Lauster sehe ich es danach auch. Ich hatte mal eine andere Sicht, ich hatte auch die Hoffnung es würde sich auch etwas anderes daraus entwicklen, etwas von den Menschen der Region für die Menschen oder einen Weg für mehr Geschlossenheit aller Städte der Region. Aber es war nur eine Hoffnung ohne viel Resultat. Was bleibt für eine Stadt - ein weiteres Hotel für die Menschen von weiterweg und eine Statistik die für die Hotels eine Hoffnung weckt -

03.12.2010
12:09
Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen
von Lauster | #5

Die Ruhr.2010-Gesellschaft hat viel erreicht. Aber die lokalen Künstler waren leider so gut wie ausgeschlossenDie Ruhrgebietsväter(Pleitgen und Co) lieben ihre eigenen Kinder nicht.Fördern und heben nur die Nachbarskinder in den Himmel.Wundern sich aber, daß sie nicht von den eigenen Kindern geliebt werden.Ob es der Herkules, die Emscher Kunst oder SING – DAY OF SONG. Die eigenen Künstler waren ausgeschlossen, weil man ihnen von der Führungsspitze nichts zutraut.Die Arbeitenden Menschen (Bergmann oder Stahlarbeiter, denen wir unser Wirtschaftswunder zu verdanken haben, wofür uns die ganze Welt bewundert) waren nicht zu sehen.Weil man vom Klischee weg will. Ein Klischee, worauf wir stolz sein können. Wenn man seine Kinder nicht liebt, darf man sich nicht wundern, wenn man auch nicht von den eigenen Kindern geliebt wird. Das Ruhrgebiet hat nicht einmal 3 bekannte Ruhrgebietslieder, Weil die Herren von Ruhr2010 die eigenen Künstler aus dem Ruhrgebiet ausgeschlossen haben. Haben dadurch der Welt gezeigt,daß es kein Wir im Revier gibt. Ruhr 2010 war erfolgreich aber die Herzen der Menschen haben sie nicht erreicht. Eine große Chance wurde vertan.Die falschen Leute vwaren an der Macht bei Ruhr 2010.Es ist besser das Sie gehen.

03.12.2010
10:33
Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen
von bernieabg | #4

Irgendein Politiker oder Top-Beamter hat immer eine Gattin, einen Sohn/Tochter oder Schwipp-Schwager der einen lockeren Job mit Spitzenbezahlung braucht.
Daher dieser Wust an Schreibtisch-Institutionen.

03.12.2010
10:27
Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen
von dusselbiene | #3

Der nächste der Kultur zu mir sagt - egal in welchem Zusammenhang - wird von mir vermöbelt. Ich kann diese ganze Laberei nicht mehr hören.Damit kein falscher Eindruck entsteht: ich gehe ins Theater, ins Kino, höre Musik und lese gern und in Berlin war ich zuerst in einem Museum. ABER: die aufgeblasenen und nichtsnutzigen Gesellschaften verwalten zu einem großen Teil ihren eigenen Erhalt und haben mit Kultur nur eines im Sinn: GELD verdienen!

03.12.2010
09:18
Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen
von derhetzer | #2

Die Gefahr, daß jeder wieder vor sich hin werkelt? Ach was - genau das ist doch wohl die Absicht! Welcher erleuchtete Kulturschaffende möchte sich auf Dauer von Dritten vorschreiben lassen, wofür er die üppig sprudelnden Steuergelder verprasst? Das wäre ja noch schöner!

03.12.2010
07:46
Seifenblase Ruhr ? – von Jens Dirksen
von Blop blip Blop | #1

Eine schillernde Seifenblase - mehr war es sowieso nicht. Früher gab es Brot & Spiele, heute Bratwurst auf dem Ruhrschleichweg. Wer´s mag - bitteschön. Aber Seifenblasen halten nicht ewig - Blop...

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