Schwule und Kirche: Kann denn Liebe Sünde sein?
13.04.2010 | 08:30 Uhr 2010-04-13T08:30:00+0200
Essen.Die Ausführungen des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck in der ARD-Talkshow Anne Will treffen auf Empörung. Overbeck hatte gesagt, Homosexualität zu leben, sei Sünde.
Anne Will schaute irritiert. Die bekannte lesbische Fernsehmoderatorin, Mitglied der katholischen Kirche, hatte gerade in ihrer Talk-Runde aus dem Munde des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck gehört, Homosexualität sei Sünde und widerspreche der menschlichen Natur. Sexualität, so der Bischof weiter, habe wesentlich mit Liebe zu tun, die sich für Kinder öffne. Mit anderen Worten: Sex habe der Fortpflanzung zu dienen und nicht der zweckfreien Lust.
Dass dem Bischof dies in der Hitze des Wortgefechts nur herausgerutscht ist, sollte man nicht annehmen. Denn erstens wollte er auf Nachfrage der WAZ am Tag danach kein Wort zurücknehmen oder relativieren, und zweitens liegt er damit auf der offiziellen Linie der katholischen Kirche.
Sexualität, und erst gar die gleichgeschlechtliche, ist für die Kirche seit jeher ein Tabu. Sie ist eine Sünde und Abscheulichkeit, die bis in unsere Tage sogar mit konkrete Katastrophen in Verbindung gebracht wurde. So machte der katholische Pfarrer Gerhard Maria Wagner, der 2009 beinahe Weihbischof von Linz wurde, für den Hurrikan Katrina „geistige Umweltverschmutzung“ verantwortlich, und er verwies darauf, dass zwei Tage später in New Orleans eine Schwulenparade stattfinden sollte. Auch andere Kirchenmänner stellten immer wieder eine Beziehung zwischen unsittlichen Lebensstilen der Moderne, die den Zorn Gottes provozierten, und Naturkatastrophen her.
Mit Achtung
Weniger obskur und deutlich versöhnlicher, dabei aber klar und unmissverständlich sind die offiziellen Verlautbarungen des Vatikans zur Homosexualität. „Nach kirchlicher Lehre verbietet es sich, homosexuell veranlagte Männer und Frauen in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen und ihnen wegen ihrer Veranlagung mit Missachtung zu begegnen“, sagte Bischof Karl Lehmann im März 2000 zu den Plänen der Bundesregierung, homosexuelle Lebensgemeinschaften rechtlich anzuerkennen.
„Homosexuelle Beziehungen lehnt die Kirche indessen unmissverständlich ab, da die Geschlechtlichkeit nach der Schöpfungsordnung auf die eheliche Liebe von Mann und Frau hingeordnet ist“, so Lehmann weiter. Kaum anders hat es Bischof Overbeck bei Anne Will formuliert.
Die Ausübung der Homosexualität gehört im Verständnis der katholischen Kirche zu den schweren Sünden. So seien Homosexuelle wie alle Christen aufgerufen, ein keusches Leben zu führen. Aber die homosexuelle Neigung ist „objektiv untergeordnet“, und homosexuelle Praktiken gehören „zu den Sünden, die schwer gegen die Keuschheit verstoßen“, heißt es in einem Schreiben der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2003. Daher könne die Achtung gegenüber homosexuellen Menschen „in keiner Weise zur Billigung des homosexuellen Verhaltens führen“.
Große Konflikte
„Homosexuelle Orientierung ist keine Sünde, doch ihr Ausleben wird von der Kirche untersagt“, stellt Hannspeter Schmidt, Seelsorger am Erzbistum Köln klar, das speziell Beratungen für Homosexuelle anbietet. „Sie sollen ihre Sexualität nicht ausleben und fragen uns: Wie gehe ich damit um? Für Homosexuelle, die sich kirchlich gebunden fühlen, sind das große Konflikte“, sagt Schmidt. „Wer aber die Amtskirche ablehnt, hat mit dem Verbot weniger Probleme. So ist das Leben.“
Homosexuelle äußern sich bestürzt und verwundert, dass sich ein so junger Bischof zum Thema Schwulsein in der Kirche derart weit aus dem Fenster lehnt: „Die katholische Kirche muss die Menschen einladen und nicht mit Verboten belegen“, fordert Markus, ein Vorstandssprecher der ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexualität und Kirche (HuK). Markus will seinen vollständigen Namen nicht nennen, weil er sich als Beschäftigter der katholischen Kirche nicht outen möchte. „Liebe beinhaltet weitaus mehr als die Zeugung von Kindern“, kritisiert der Homosexuelle die Äußerungen von Bischof Overbeck.
Annegret Laakmann, Referentin der Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ wirft dem Bischof eine rein alttestamentarische Sichtweise vor, Gottes Botschaft zu deuten. Man könne diese heutzutage auch ganz anders interpretieren. Zumindest aber: „Overbeck hätte das vorsichtiger formulieren können.“
14:05
Du meine Güte, oder besser gesagt: Um Gottes Willen!!
Gott wollte mehr Kinder, deshalb bekam Adam eine Frau. Wäre er nämlich mit Zweien zufrieden gewesen, hätte er Adam nur einen Mann gegeben. Letztendlich weiß keiner wieso Gott Adam und Eva und nicht Adam und Hans machte. Meinetwegen auch Eva und Hannelore. Es ist doch die Sache derer, die sich gleichgeschlechtlich lieben, meine Fresse. Darüber könnt ich mich so aufregen.
Was ist mit Bi-Sexuellen? Wie mir?! Ich kann Frau und Mann küssen, will die Kirche mich also nur halb-verachten deswegen?? Will sie mich nur dann meiner Sünde anklagen, wenn ich eine Frau küsse und mich in Ruh lassen wenn ich es mit meinem Freund tue?!
Komische Kirchen heutzutage! Des lieben Overbecks Worte in Gottes Ohr, aber die Kirchen sollten toleranter werden. Gegen homosexuelle konnte man, kann man und wird man nie was tun können - aus dem einfachen Grund: weil sie Menschen sind, wie du du du du du du du du du du du du du und so weiter und so fort... und ich ;)
Immer schön locker auf dem Hocker,
SannyPutzel
19:08
Hallo Judith, Gott hat dem heterosexuellen Adam die Eva zur Frau gegeben. Dem homosexuellen Adam nützt es nichts, dass es die Eva gibt, weil er die eben nicht lieben kann. Irgendjemand hat es aber so eingerichtet, dass auch der homosexuelle Adam nicht alleine bleiben muss, sondern dass er einen zweiten Adam findet. Und die homosexuelle Eva darf sich darüber freuen, dass sie eine zweite Eva findet. Ein homosexueller Christ wird seinen gleichgeschlechtlichen Partner bzw. seine Partnerin genauso als ein Geschenk empfinden, für das er Gott dankt, wie das ein heterosexueller Christ auch tut. Denken Sie darüber doch mal nach!
18:11
Ich empfehle Ihnen Römer Brief zu lesen. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch....ich habe nichts gegen den Menschen der homosexuell ist, nur gegen das was er tut! Warum hat Gott Adam Eva gegeben und nicht ein Mann?
22:22
Hallo Judith, ich freue mich, dass du als Christ nach Gottes Geboten lebst! Du sagst zu recht, dass Gott abscheuliche Leidenschaften verurteilt und dass er von uns erwartet, dass wir nicht nur nach unserer Lust leben.
Ich frage mich allerdings, wie viele und was für homosexuelle Menschen du ganz persönlich kennen gelernt hast? Homosexuell zu sein, bedeutet nicht automatisch, abscheulichen Leidenschaften zu frönen oder seiner Lust freien Lauf zu lassen. Homosexuell zu sein bedeutet vielmehr, dass man das, was Heterosexuelle im Blick auf Liebe, Zärtlichkeit und Zuneigung zu einem anderen Menschen erleben, ganz genauso erleben - nur eben auf einen gleichgeschlechtlichen Partner bezogen. W i e jemand lebt oder mit dem Menschen, den er lieb hat, umgeht, hat nichts damit zu tun, ob er homo- oder heterosexuell ist! Allein aus der Homo- oder Heterosexualität eines Menschen kann man keine Rückschlüsse auf seine Lebensführung ziehen!
Das scheinst du aber zu tun!
Dies möchte ich dir sagen als jemand, der 50 Jahre älter ist, als du, und der genauso wie du sein Leben in Verantwortung vor Gott und vor seinem Nächsten zu leben versucht. Gleichzeitig bin ich dankbar dafür, dass ich einen (gleichgeschlechtlichen) Partner finden durfte, mit dem ich jetzt schon 20 Jahre zusammenlebe. Ich wünsche dir sehr, dass du nicht nur Theorien über homosexuelle Menschen verbreitest, sondern dass du in der persönlichen Begenung mit homosexuellen Menschen merkst, wie wenig das, was du oben schreibst, die Wirklichkeit trifft bzw. dass dies nur ein Teil der Wirklichkeit ist.
18:51
Ich bin 17 Jahre alt und lebe als christ nach Gottes Gebote! Für mich ist eindeutig, dass Jesus Christus nicht mit Homosexualität einverstanden ist! ES steht eindeutig auch in der Bibel Weil die Menschen Gottes Wahrheit mit Füßen traten, gab Gott ihren abscheulichen Leidenschaften preis: Ihre Frauen haben die natürliche Sexualität aufgegeben und gehen gleichgeschlechtliche Beziehungen ein.Ebenso haben die Männer die natürliche Beziehung zur Frau mit einer unnatürlichen vertauscht: Männer begehren Männer und lassen ihrer Lust freien Lauf. So erfahren sie die gerechte Strafe für ihren Götzendienst am eigenen Leib. Römer 1, Vers 26-27! Herr Overbeck ist ein mutiger Mann und steht zu Gottes Aussage! Weiter so!
10:36
Herr Overbeck, sie sind für die heutige Zeit überholt und ein Auslaufmodell. Dieser Auftritt bei Anne Will war beschämend für viele Menschen. Wie konnten sie mit einer Frau reden die lesbisch ist. Heuchelei und an Schwule eine Zumutung ihr Auftritt. Machen Sie es Herrn Mixa gleich und treten sie zurück. Sie sind für die Kirche nicht mehr haltbar und für das Ruhrgebiet eine Zumutung. Ausserdem müssen sie sich den Titel Ruhrbischof erst verdienen. Sie verdienen ihn nicht, gemessen am ersten und zweiten Bischof von Essen. Bitte gehen sie und muten sie uns ihre Person nicht weiter zu.
13:37
Bischof Overbeck erhebt an sich und seinen Mitarbeitern den Anspruch, gut gebildet zu sein und sich ständig durch Studium und Fortbildung weiter zu entwickeln.
Ein Mann, der die Erkenntnisse bestimmter Wissenschaften ausblendet, weil sie nicht mit der überalterten Dogmatik und Moraltehologie der Kirche konform gehen, ist kein gebildeter Mann.
Zudem erhebt Overbeck von sich den Anspruch Ruhrbischof zu sein und sei sich auch bewusst, was das für ein Anspruch sei. Wirklich? Als Ruhrbischof ist man in erster Linie Seelsorger und weniger Theologe. Was Overbeck bei Anne Will vom Stapel gelassen hat, sagt ein Seelsorger so nicht.
Auch muss Overbeck sich bewusst werden, dass es zu der Kernbotschaft des Evangeliums gehört, dass es um Liebe und Anteilnhame geht. Stattdessen grenzt er durch seine Aussagen Menschen von vornherein aus. Mit genau diesen Menschen würde Jesus sich heute als ersten an einem Tisch setzen und Mahl halten! Nicht wei sie Sünder sind, das sind wir doch alle, sondern weil sie ausgegrenzt werden.
Wir Christen haben den Auftrag die Liebe Jesu in die Welt zu bringen und nicht den Auftrag die Menschen zu richten!
Wenn Kirche das nicht wieder beherzigt, dann ist es bald zu Ende!
22:52
Ob auch die katholische Kirche es irgendwann einmal lernt, von einem undifferenziertem Schwarz-Weiss-Denken wegzukommen, wie es sich gerade bei Bischof Overbeck wieder einmal gezeigt hat?! Sünde ist doch nicht die Homo- oder Hetero-Sexualität an sich, sondern der egoistische und verantwortungslose Umgang mit ihr. Sexualität ist Ausdruck und Bestandteil einer in gegenseitiger Liebe und Verantwortung gelebten Partnerschaft - mit oder ohne Kinder - und soll und darf das auch sein. Im 21. Jahrhundert sollte dies eigentlich zum Allgemeinwissen gehören - auch in der Kirche.
21:55
Auch wenn mein Kommentar nicht unbedingt diejenigen erreicht, die einmal über ihre Worte nachdenken sollten,muss ich an dieser Stelle etwas loswerden.
1. Mein Bruder ist homosexuell und ein wundervoller Mensch ( und das obwohl kein Gott ihn dazu hat werden lassen! hätte er ja dann auch scheinbar nicht?! )
2. kann ich mich nicht erinnern, dass es Gottes Wunsch ist oder gar der Fortpflanzung dient, wenn hochrangige ( oder auch alle anderen ) Kirchenmitglieder sich an Kindern/Mitmenschen vergreifen und deren Leben damit massiv nachhaltig beeinflussen..
Ich selbst bin/war nie gläubig, toleriere aber jene die sich für das Teufelswerk Kirche/Religion immer noch begeistern können.
Wie können Menschen über Liebe sprechen und urteilen die dieses Gefühl ja nie kennen lernen dürfen? Ich halte ja auch kein Referat über Quantenphysik, weil ich keine Ahnung davon habe! Die kath. Religion ist vor 2000 Jahren stehen geblieben und ich verwette meinen ***** drauf, da gabs auch schon Homosexualität.
21:33
@ 109
... Gott soll doch so freundlich sein, mit uns zu kommunizieren?
hey du hast recht! Er WILL mit uns kommunizieren...
aber wollen wir das? Wollen wir es überhaupt hören, wissen was er sagt oder sagen will?
Jeder Mensch kann mit Gott kommuniezieren, wenn er es will...