Schweinegrippefälle auch in Großbritannien
27.04.2009 | 16:20 Uhr 2009-04-27T16:20:00+0200
Madrid. Die Schweinegrippe hat Europa erreicht. Sowohl in Spanien als auch in Großbritannien gibt es erste Fälle. Der Grippe-Erreger könnte bis nach Deutschland kommen, so das Robert-Koch-Institut. Die Weltgesundheitsorganisation erhöhte die Warnstufe.
Die Schweinegrippe hat den europäischen Kontinent erreicht. Die spanische Regierung bestätigte am Montag einen ersten nachgewiesenen Fall des H1N1-Virus in Spanien. Betroffen sei ein Mann, der vor kurzem von einer Reise aus Mexiko zurückgekehrt war, erklärte Gesundheitsministerin Trinidad Jimenez in Madrid.
Auch in Großbritannien sind die ersten Fälle von Schweinegrippe bestätigt. Zwei Menschen, die aus Mexiko zurückgekehrt seien, trügen das Virus in sich, teilte die schottische Gesundheitsministerin Nicola Sturgeon am Montagabend mit. Die beiden Patienten seien aber auf dem Weg der Besserung. Zuletzt hatten die britischen Behörden 17 Verdachtsfälle geprüft.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöhte am Montagabend die Alarmstufe für eine Grippe-Pandemie von drei auf vier. Warnstufe vier bedeutet einen «bedeutenden Anstieg des Risikos einer Pandemie», also einer sich über Ländergrenzen hinweg ausbreitenden Infektionskrankheit. Es gibt insgesamt sechs Warnstufen.
Immer mehr Krankheits- und Todesfälle
In den USA verdoppelte sich die Zahl der Kranken auf 40, in Mexiko sind inzwischen 149 Menschen an einer Infektion mit dem Virus gestorben. Auch in Deutschland wurden erste Verdachtsfälle gemeldet, doch nur Stunden später wurde nach Schnelltests an den drei Patienten in Bielefeld vorläufig Entwarnung gegeben.
Das Schweinegrippevirus wurde nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums bei einem 23-Jährigen nachgewiesen, der kürzlich von einer Reise aus Mexiko zurückgekehrt war. Zudem gibt es in Spanien 20 weitere Schweinegrippe-Verdachtsfälle. Verdachtsfälle in Europa wurden auch aus Italien, der Schweiz, Dänemark, Frankreich und Schweden gemeldet.
Europa-Staatsminister Günter Gloser (SPD) erklärte, in Deutschland bestehe vorerst kein Grund zur Sorge. Die Behörden hätten noch keine Hinweise, dass deutsche Bürger betroffen seien. Eine Reisewarnung für Mexiko gebe es deshalb nicht. Nach Einschätzung von Virologen wird das Virus Deutschland jedoch bald erreichen.
Nationaler Pandemieplan in Deutschland
In Deutschland hat der Präsident des Robert-Koch-Instituts versichert: «Wir sind gut vorbereitet. Es gibt Pläne für den Fall der Fälle.» So liege ein Nationaler Pandemieplan von Bund und Ländern vor, auf dessen Grundlage angemessen auf einen Sprung der Schweinegrippe von Mexiko nach Deutschland reagiert werden könne.
Es sei noch nicht klar, ob die herkömmliche Grippe-Impfung gegen diesen Erreger helfe. «Aber die gute Nachricht ist: Nach allen Informationen, die uns vorliegen, helfen Arzneimittel, mit der auch die normale saisonale Grippe behandelt wird», sagte Hacker.
Marburger Forscher arbeiten an Impfstoff
Das Institut für Virologie der Universität Marburg will gemeinsam mit dem Impfstoffhersteller Novartis Behring einen Impfstoff gegen die Schweinegrippe entwickeln. Die Zusammenarbeit sei am Montag bei einem Treffen vereinbart worden, sagte Institutsdirektor Stephan Becker. Die Wissenschaftler hätten bereits Erfahrungen aus der gemeinsamen Arbeit nach dem Auftreten der Lungenkrankheit SARS.
Nach Angaben des Unternehmens kann die Entwicklung des neuen Impfstoffs bis zur Produktion zwischen drei und sechs Monate dauern. Der Institutsdirektor wollte dazu keine Angaben machen. Eine konkrete Zeitangabe würde zu viel Druck aufbauen, sagte Becker. Doch die Mitarbeiter arbeiteten auf Hochtouren. Noch sei schwer zu sagen, wie gefährlich das neue Virus sei. Es sei aber «beunruhigend», wie schnell er sich ausbreite, sagte der Leiter.
Die gute Nachricht sei jedoch, dass bei Erkrankungen antivirale Medikamente helfen. «Je früher man sie nimmt, desto besser», sagte Becker. Es habe jedoch keinen Sinn, die Medikamente prophylaktisch zu nehmen.
Der Virenexperte Stefan Schubert warnte vor dem neuen Schweinegrippe-Virus. «Die Ansteckungsgefahr ist kaum größer als bei einer normalen Grippe - aber die Tödlichkeit kann weitaus höher sein. Das ist das Gefährliche», sagte der Leiter der Infektions- und Tropenmedizin an der Uniklinik Leipzig.
Experten warnen: kein Grund zur Panik
Zugleich warnte der Virenexperte vor Panik: «Die Bevölkerung muss besonnen reagieren.» Durch Tourismus und Flugverkehr könne es zwar schon bald erste Fälle auch in Europa geben. «Doch wir und die anderen Kliniken sind vorgewarnt und vorbereitet. Auf alle Fälle existiert seit Jahren ein Grippe-Pandemieplan.» Es gebe Netzwerke von Schwerpunktpraxen, die die Ausbreitung überwachen. Sobald erste Fälle in Deutschland aufträten, würden Informationen zu Verhaltensweisen gegeben, so Schubert.
Weltweit verschärften die Staaten die Maßnahmen gegen die Schweinegrippe, die nach der Mutation des Erregers auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die USA kündigten an, im Rahmen des Notfallplans alle aus infizierten Gebieten kommenden Reisenden zu überprüfen. Präsident Barack Obama habe ein «aggressives und koordiniertes Vorgehen» angeordnet, sagte der Berater des Weißen Hauses in Fragen des Heimatschutzes, John Brennen. In Neuseeland wurden zehn Schüler nach der Rückkehr aus Mexiko positiv auf den Grippe-Typ A getestet, nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich vermutlich ebenfalls um das Schweinegrippe-Virus A/H1N1. Weitere Verdachtsfälle gibt es in Israel, Brasilien, Kolumbien und Australien.
EU-Krisentreffen zur Schweinegrippe am Donnerstag
Die Europäische Union reagiert mit einem Krisentreffen auf die Ausbreitung der hoch ansteckenden Schweinegrippe. Die Gesundheitsminister der 27 EU-Staaten sollen voraussichtlich am Donnerstagnachmittag zu Beratungen zusammenkommen, wie der tschechische EU-Vorsitz am Montag in Brüssel mitteilte. Die Europäische Kommission soll bis dahin wissenschaftliche Vorschläge unterbreiten, um weitere Ansteckungen in Europa zu verhindern.
Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou wollte am Montag die in Luxemburg tagenden EU-Außenminister über die Lage informieren. Außerdem warnte die Gesundheitskommissarin vor Reisen in die betroffenen Gebiete. (afp/ddp)
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14:28
Vogelgrippe hat die Menschheit offenbar nicht dahingerafft, an die Mär von der sog. menschengemachten Klimaerwärmung (auf Deutsch: Emissionshandel) glaubt kein informierter Mensch mehr, somit muß eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden.
Qualitätsregierung handelt: Neben CO2-Klimasteuer nun noch Weltseuchensteuer, oder wie?
Wie war das noch mit dem Waldsterben, dem Ozonloch, der neuen Eiszeit?
Die BIlderberger-Panikmache zieht nicht mehr.
Wer einmal lügt ...