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Schulz stellt Griechen mehr Zeit für Kreditrückzahlung in Aussicht

18.06.2012 | 11:42 Uhr

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, will Griechenland nach dem Wahlsieg der spar- und reformwilligen Kräfte entgegenkommen. Allerdings erwarte er dafür eine Gegenleistung: "Wenn Griechenland seine Verpflichtungen erfüllt, kann die EU prüfen, was noch weiter unternommen werden kann, um die Krise zu bewältigen", erklärte der Sozialdemokrat am Montag in Berlin.

Berlin (dapd). Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, will Griechenland nach dem Wahlsieg der spar- und reformwilligen Kräfte entgegenkommen. Allerdings erwarte er dafür eine Gegenleistung: "Wenn Griechenland seine Verpflichtungen erfüllt, kann die EU prüfen, was noch weiter unternommen werden kann, um die Krise zu bewältigen", erklärte der Sozialdemokrat am Montag in Berlin. Dass die konservative Neue Demokratie als stimmenstärkste Partei bereits erklärt habe, sich grundsätzlich an die Vereinbarungen mit der EU halten zu wollen, sei ein positives Zeichen.

Im ARD-"Morgenmagazin" hatte der SPD-Politiker zuvor bereits empfohlen, Griechenland mehr Zeit für die Rückzahlung seiner Kredite zu geben. Einige Raten seien bis Oktober fällig, "von denen jeder weiß, dass das Geld nicht da ist. Also wird man da die Zahlungsziele, wenn man will, dass die Griechen irgendwann entschuldet werden, verlängern müssen". Zusätzliche Finanzspritzen für das krisengeschüttelte Land schloss Schulz indes aus. "Das Hilfspaket von 130 Milliarden Euro ist ja schon eine beträchtliche Menge Geld. Da wird sicher nichts draufgesattelt."

Jetzt komme es darauf an, dass Griechenland in den nächsten Tagen eine verantwortliche Regierungskoalition bekomme, "die den politischen Stillstand durchbricht und die nötigen Reformen anpackt, um Wirtschaft und Haushalt generalzuüberholen". Das Ergebnis der Parlamentswahlen am Sonntag sei auch ein breites Votum für den Verbleib Griechenlands im Euroraum gewesen.

Aus der Abstimmung war die Neue Demokratie als stärkste Kraft hervorgegangen, gefolgt von der radikalen Linksallianz Syriza. Mit der sozialistischen PASOK, die auf Rang Drei landete, könnte ND-Chef Antonis Samaras eine proeuropäische Koalition bilden und 162 der 300 Parlamentssitze kontrollieren. Befürchtungen, Griechenland könne aus dem Euro aussteigen und so die gesamte Eurozone wie auch die weltweiten Finanzmärkte erschüttern, würden so vorerst entschärft.

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dapd

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