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Schulz fordert Zukunftsperspektive für Griechenland

14.02.2012 | 09:20 Uhr
Schulz fordert Zukunftsperspektive für Griechenland (dapd)
Schulz fordert Zukunftsperspektive für Griechenland (dapd)

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), fordert ein Wachstums- und Investitionspaket für das hoch verschuldete Griechenland. "Flankierend zu den Sparbeschlüssen muss es dringend eine nachhaltige Investitions- und Wachstumsinitiative geben. Sonst verpuffen die Finanzmittel genauso wie frühere Pakete", sagte Schulz der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Düsseldorf/Hamburg (dapd). Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), fordert ein Wachstums- und Investitionspaket für das hoch verschuldete Griechenland. "Flankierend zu den Sparbeschlüssen muss es dringend eine nachhaltige Investitions- und Wachstumsinitiative geben. Sonst verpuffen die Finanzmittel genauso wie frühere Pakete", sagte Schulz der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Der FDP-Europaparlamentarier Alexander Graf Lambsdorff forderte die Deutschen auf, öfter Urlaub in Griechenland zu machen.

Schulz sagte, die bisherige Politik der EU-Staatschefs führe zu einer ausweglosen wirtschaftlichen Depression in Griechenland. "Haushaltsdisziplin muss sicherlich sein", sagte Schulz. "Was wir aber dringend brauchen, sind Investitionen, die der Bevölkerung eine echte Zukunftsperspektive aufzeigen." Gelder der EU könnten beispielsweise in die Produktion von Solarenergie oder in den Ausbau von Straßen, Schienen und Häfen fließen.

Lambsdorff sagte dem "Hamburger Abendblatt" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht: "Wer schon immer mal überlegt hat, in Griechenland Urlaub zu machen, kann jetzt ein Signal setzen. Jeder Urlauber ist dem Land eine Hilfe." Das Land brauche dringend Wirtschaftswachstum, und der Tourismussektor müsse wieder wettbewerbsfähig werden. "Aber jetzt im Februar liegt der Tourismus brach", sagte der Vorsitzende der FDP-Gruppe im Europäischen Parlament. Die griechischen Hotels seien nur im Juli und August ausgelastet.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, sagte, eine Staatspleite Griechenlands sei für die Euro-Zone und die Banken zu verkraften. Mit den Rettungsschirmen EFSF und ESM seien ausreichende Schutzmauern aufgebaut worden, um Ansteckungsgefahren für andere Länder zu verhindern und deren Staatsfinanzierung sicherzustellen. Die meisten Banken hätten die griechischen Staatspapiere schon größtenteils abgeschrieben. "Nötigenfalls können wir mit dem Rettungsschirm auch Not leidenden Banken helfen, damit es nicht zu einer neuen Bankenkrise kommt", sagte Müller der Zeitung.

dapd

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