Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Polemik

Schule darf kein Spielball der Bildungsideologen sein

14.04.2010 | 18:23 Uhr
Schule darf kein Spielball der Bildungsideologen sein

Essen.Bildungspolitik ist das wichtigste Thema des NRW-Wahlkampfs: Turboabi ja oder nein, Gemeinschaftsschule ja oder nein, dreigliedriges System ja oder nein. Ein Regierungswechsel könnte abrupte Kurswechsel bringen. Schüler und Eltern sehen das mit Besorgnis

Bildung ist ein hohes Gut, vielleicht das höchste überhaupt. Reden wir über Integration, über Kitas oder über den Arbeitsmarkt und da über die Azubis - immer wieder stellen wir fest: Ohne eine qualifizierte Bildung läuft gar nichts. Womit wir beim Thema wären. Es ist bekanntlich Wahlkampf in NRW, da wird gestritten und geschimpft unter den etablierten Parteien - am heftigsten, genau, über Bildung. Präziser: Über die Schulausbildung.

Da fliegen die ideologischen Giftpfeile täglich über die Köpfe von Schülern, Eltern und Lehrern hin und her: Hauptschule abschaffen oder stärken? Dreigliedriges Schulsystem behalten oder doch den Weg zur Verbund(Einheits)-Schule einschlagen? Turbo-Abi oder doch wieder 13 Jahre bis zur Hochschulreife? Gefragt werden viele schwarz-gelb-rot-grüne Experten, aber nicht die Betroffenen. Es ist schon schlimm genug, dass die Bildung unserer Kinder nicht wenigstens in den zentralen Punkten bundeseinheitlich geregelt ist.

Dass von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Lern-Standards, Zeugnisse und Schulformen gelten. Aber dass die Bildungspersperspektiven für Eltern, Lehrer und Schüler - wie jetzt in NRW - abhängig von der Zusammensetzung der künftigen Regierung sind, tut richtig weh. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln.

Und wenn, was ja möglich ist, alle fünf Jahre die Landesregierungen die politischen Farben wechseln, geht’s an die Reform der Reform der Reform. Aber dann lasst uns bitte nicht mehr über Bildung streiten.

Christian Peters

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3474274/create

Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
Berlin in schwarz-gelb
Bildgalerie
BVB-Fans
25.000 feierten in DO
Bildgalerie
Turka-Festival
Aus dem Ressort
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
Wirtschaft
"Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen...
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...