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Schlecker-Pleite bedroht immer mehr Arbeitsplätze

26.01.2012 | 17:36 Uhr
Schlecker-Pleite bedroht immer mehr Arbeitsplätze  (dapd)
Schlecker-Pleite bedroht immer mehr Arbeitsplätze (dapd)

Die Pleite der Drogeriemarktkette Schlecker bedroht immer mehr Arbeitsplätze. Am Donnerstag musste auch das Tochterunternehmen IhrPlatz Insolvenz anmelden. Damit stieg die Zahl der durch den Niedergang des einstigen Marktführers gefährdeten Stellen auf insgesamt rund 36.000.

Osnabrück/Ulm (dapd). Die Pleite der Drogeriemarktkette Schlecker bedroht immer mehr Arbeitsplätze. Am Donnerstag musste auch das Tochterunternehmen IhrPlatz Insolvenz anmelden. Damit stieg die Zahl der durch den Niedergang des einstigen Marktführers gefährdeten Stellen auf insgesamt rund 36.000. Der vorläufige Insolvenzverwalter von Schlecker, Arndt Geiwitz, kündigte an, beide Unternehmen sollten jetzt gemeinsam saniert werden.

Doch gab es auch erste Fortschritte bei den Rettungsbemühungen für die Drogeriemarktketten. Der vorläufige Insolvenzverwalter einigte sich am Mittwochabend mit Markant, dem wichtigsten Warenlieferanten, über eine Fortsetzung der Belieferung der Schlecker-Läden in Deutschland. Damit könne der "Regelbetrieb" bei Schlecker wieder anlaufen, teilte das Unternehmen mit. Warenbestellungen, Lieferungen und Abrechnungen für die Schlecker-Märkte in Deutschland seien wieder sichergestellt.

Für die Schlecker-Tochter IhrPlatz ist es bereits die zweite Firmenpleite. Das Unternehmen, das derzeit mit 5.800 Mitarbeitern rund 670 Filialen betreibt, hatte schon 2005 den Gang zum Insolvenzgericht antreten müssen. Waren die Probleme damals hausgemacht, so wurde dem Osnabrücker Unternehmen nun offenbar seine enge Verflechtung mit dem Mutterkonzern zum Verhängnis. IhrPlatz befinde sich "in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Schlecker", begründete Geiwitz den Insolvenzantrag.

Das Amtsgericht Ulm berief am Donnerstag den Wirtschaftsprüfer Werner Schneider zum vorläufigen Insolvenzverwalter für IhrPlatz und machte damit den Weg für eine gemeinsame Sanierung von Schlecker und IhrPlatz frei. Denn Scheider ist Partner des vorläufigen Schlecker-Insolvenzverwalters Geiwitz in der Neu-Ulmer-Kanzlei Schneider, Geiwitz & Partner.

Ungeachtet der Turbulenzen läuft der Geschäftsbetrieb bei IhrPlatz nach Angaben eines Unternehmenssprechers normal weiter. Die Belieferung mit Waren sei durch die für Schlecker erzielte Einigung mit Markant auch für IhrPlatz sichergestellt, betonte ein Sprecher. Gleichzeitig sichere der Insolvenzantrag für die nächsten drei Monate die Zahlung der Mitarbeitergehälter durch die Bundesanstalt für Arbeit.

Ziel des zusammen mit der Familie Schlecker und dem Management erarbeiteten Restrukturierungskonzepts sei weiterhin der Erhalt des Unternehmens sowie eines großen Teils des Filialnetzes und der Arbeitsplätze, hieß es. Um eine zukunftsfähige Lösung zu finden, will Geiwitz in den kommenden Tagen auch die Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft fortsetzen.

Einige Elemente der IhrPlatz-Sanierung vor sieben Jahren könnten dabei durchaus als Vorbild für eine Rettung von Schlecker dienen. Denn aus schmuddeligen Ramschläden für Putzmittel und Seife wurden damals moderne Filialen mit einem breiten Angebot für Schönheit und Wellness gemacht. Nach der Sanierung übernahm Schlecker Ende 2007 die 1895 gegründete Osnabrücker Traditionsfirma und betrieb sie als eine Art Premium-Tochter.

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