Schlechtes Schienennetz bremst Bahn aus
10.11.2009 | 15:28 Uhr 2009-11-10T15:28:00+0100Dortmund. Bahnkunden im NRW-Regionalverkehr zahlen heute deutlich höhere Fahrpreise als 1996. Doch die Fahrtzeiten sind in den vergangenen 13 Jahren teilweise sogar länger geworden. Schuld ist oft der schlechte Zustand des Schienennetzes. Große Investitionen sind nötig.
Die Sorge um den Zustand des Bahnnetzes wächst. Bahnchef Rüdiger Grube hat nach Informationen der WAZ eine Kommission mit einer internen Bestandsaufnahme beauftragt. „Sicherheit hat absoluten Vorrang”, sagte Grube bei der Eröffnung der Fachmesse Rail 09 in Dortmund.
Wie dringend Verbesserungen im Schienennetz nötig sind, zeigt ein Netzzustandsbericht, dessen Ausarbeitung die Bahn verweigert hatte und der deshalb durch den Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) im Auftrag der Landesregierung erstellt wurde. Ergebnis: Bahnkunden im NRW-Regionalverkehr, die heute deutlich höhere Fahrpreise als 1996 zahlen müssen, werden dafür nicht schneller befördert. Fahrzeiten in den letzten 13 Jahren haben sich kaum verändert. Sie wurden teilweise sogar länger.
Der Report beleuchtet Zustand und Fahrzeiten auf 5825 Kilometern Strecke in NRW. Auf 525 Kilometern gibt es gegenüber 1996 leichte Verbesserungen. Auf 298 Kilometern sind Verschlechterungen eingetreten. Im Ruhrgebiet wird die Hauptstrecke von Duisburg über Essen und Bochum nach Dortmund unwesentlich schneller befahren als 1996. Die Parallel-Linie über Gelsenkirchen und Wanne-Eickel wurde langsamer. Fahrgäste auf mehreren Abschnitten im westfälischen Raum – Lünen-Gronau, Paderborn-Bielefeld, Münster-Coesfeld und Winterberg-Kassel – müssen sich mehr Zeit nehmen. Schneller wurden Verbindungen wie Duisburg-Xanten, Lüdenscheid-Dortmund und Neuenrade-Unna. Im mittleren Revier fährt die Bahn im Schnitt im Tempo von 1996.
Duisburg und Dortmund als besondere Engpässe
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Ursache für längere Fahrzeiten sind oft der Streckenzustand, in den Jahrzehnte lang nicht investiert wurde, oder Langsamfahrstellen an Bahnübergängen. Experten des NWL erwarten nach WAZ-Informationen die Aufdeckung weiterer Schwachstellen, die große Investitionen erfordern. So bereitet der Zustand der Bahndämme Sorge. Aus einer Aufstellung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, der den Bahn-Investitionsbedarf auflistet, werden die Regionen Duisburg und Dortmund als besondere Engpässe benannt. Strecken am Niederrhein seien überlastet, die von Münster nach Hamburg habe eine „zu lange” Fahrzeit.
Die Landesregierung setzt jetzt auf den Rhein-Ruhr-Express, der Dortmund mit Köln jede Viertelstunde verbinden soll. Mit zwei Milliarden Euro Kosten ist es das größte Infrastrukturprojekt des Landes. Start: nach 2015.
01:50
Das sind halt die Nachteile der gewollten Privatisierung, warum nennt der WAZ-Medienkonzern nicht die Wahrheit?
21:22
Seid vielen Jahren ließt man immer wieder in der zeitung, Der Nahverkehr ist schlecht, verspätungsanfällig und was weiß ich nicht alles. Wann hört diese Märchenstunde bei den Zeitungen denn mal auf?
15:56
Große Investitionen sind nötig.
Und damit sind Fahrpreishöhungen bis in`s Unendliche gesichert...
Und, gab es nicht mal einen Werbeslogan der Bahn: WIR FAHREN BEI JEDEM WETTER
Heute heißt das Außer im Winter, im Fühjahr, im Sommer und im Herbst...
Aber sonst fährt die Bahn noch, auch wenn es in der 5. Jahreszeit ist...
13:50
Im Herbst war es das Laub, im Sommer verspätete IC-Züge: Die Bahn hat immer wieder die Öffentlichkeit belogen, Gründe erfunden für die zu späten S-Bahnen und regionalzüge. . Das Streckennetz ist von Mehdorn kaputt gespart worden. Nun fahren im Revier die Züge über verrottete Gleise. Auch weil die alte Landesregierung (Clement vor allen Dingen) irgendwelchen fragwürdigen Leuchttürmen in Form eines überlüssigen Metrorapid hinterher hechelte. Auf der Strecke blieb die Sanierung der Eisenbahn und die Revitalöisierung der Werksbahnstrecken für den ÖPNV. Fazit: Hauptgleise kapuitt, und aus Werksbahntrassen wurden Fahrradwege. Derweil staut sich der morgendliche Berufsverkehr immer schlimmer und rumpeln Zühe für teuer Geld mit Dauer-Verspätung nach dem Motto Wir fahren, aber wann wissen wir auch nicht die entnervten Pendler zu den Jobs.
Schuld ist nicht die Einheit. Aber die Landespolitiker, die Jahrzehnte in Düsseldorf einfach nur wegen ihresgrioßen realitöätsverlustes (Vlement und Co) nur noch geträumt haben....
12:35
Wer den wahren Zustand des Regionalverkehrs bei der Bahn kennenlernen will (also der alltägliche Pendlerverkehr), der sollte sich mal morgens um 7.09h (sofern überhaupt mal pünktlich) den täglichen Wahnsinn der RE1 von Essen HBF nach Köln HBF antun. Ich habe diese Vergnügen in der Sardinendose zu fahren.
Das ist die Realität, die ich tagtäglich mit hunderten Anderen ausleben darf.
11:45
Was jammert Ihr? Jeder bekommt die Politik, die er über jahrzehnte wählt!!! Die Bahnfahrer haben an der Ruhr keine Lobby - Egoismus und Protzigkeit stehen im Mittelpunkt. Das lässt sich am besten mit dem Auto ausleben: schneller, größer, und am besten wäre es, jeder könnte einzeln bis zum Schreibtisch/Supermarkttheke fahren; das wurde über jahrzehnte gefördert. Ferner kommen tausende Sesselfurzerpöstchen für die Politiker in Verkehrsbetrieben, VRR etc. hinzu, so dass ein großer ÖPNV Wurf, wie ihn die Region nötig hätte, nicht zustande kommen kann und darf!!! Somit bleibt der RRX eine farce, Verkehrsbetriebe wachsen nicht zusammen (war schon vor 100 Jahren Thema) und Infra wird erst vergammelt und dann zurückgebaut. Verkehr heißt: Strassen (aus)bauen, pro Auto und sonst nix! Der Verkehrinfarkt wird als - das ist eben so - hingenommen - die alten S.. werden es nicht anpacken....warum auch, sie profitieren nicht davon!
11:28
Ich frag mich langsam eh, wann mal der große Aufstand stattfindet. Bus und Bahn ist im Ruhrgebiet eine einzige Katastrophe. In wirklich jeder anderen Großstadt ist das ÖPNV-Netz wesentlich komfortabler und besser ausgebaut als im Ruhrgebiet.
Dass man die Rheinische Bahn plattgemacht hat, ist zudem ein Witz überhaupt. Daraus eine schöne S-Bahn Strecke mit komfortablen Umsteigepunkten in Duisburg, am Berliner Platz/Essen, Essen Kray, Bochum, Dortmund und es wären viele Verkehrsprobleme einfach so weggefallen. Aber nein, da wurde still und heimlich eine große Verkehrsentlastung stillgelegt.
11:14
Start nach 2015...
aha... na dann bis in +6Jahren...
11:02
@9 und 10
Bin vollkommen Eurer Meinung, es interessiert in
diesem Land wirklich keinen Politiker.
Madam Merkel hält lieber Vorträge vor der UN und
im eigenen Land läßt sie die Schaumschläger wie
Mehdorn schalten und walten.
10:58
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