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Schlag gegen braune Kaderschmiede

09.10.2008 | 14:35 Uhr
Schlag gegen braune Kaderschmiede

Düsseldorf. Eine großangelegte Razzia wurde am Morgen in Räumen der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) durchgeführt. Elf Objekte in Nordrhein-Westfalen wurden durchsucht, darunter die so genannten "Leitstelle West" in Detmold. Jetzt droht der rechtsextremistischen Organisation ein Verbot.

Der rechtsextremistischen Jugendorganisation Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) droht ein Verbot. Bundesweit wurden am Donnerstag Objekte durchsucht und Materialien beschlagnahmt, wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte. Der Verfassungsschutz wertet nun das Material mit Blick auf ein mögliches Vereinsverbot aus. In NRW wurden elf Objekte in zehn Städten durchsucht.

Info
Die Heimattreue Deutsche Jugend

Die HDJ in sechs Daten:

- Die Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) wurde 1990 gegründet. Der Verein beschreibt sich als «aktive, volks- und heimattreue Jugendbewegung für alle deutschen Mädel und Jungen im Alter von 7 bis 29 Jahren».

- Der Verein ist im Vereinsregister von Plön in Schleswig-Holstein eingetragen. Der Sitz ist aber Berlin. Regionale Schwerpunkte sind Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

- Die HDJ hat mehrere hundert Mitglieder und ist bundesweit hierarchisch aufgebaut.

- Die HDJ veranstaltet Lager und Fahrten, eigentliche Zielsetzung ist laut Bundesinnenministerium, Kinder und Jugendliche an rechtsextremistisches Gedankengut heranzuführen. Die HDJ sei ein «neonazistisch ausgerichteter Jugendverband».

- Die Sicherheitsbehörden haben die HDJ seit geraumer Zeit im Visier. Ein Vereinsverbot wird geprüft. Zuständig für ein Verbot ist das Bundesinnenministerium.

- Mitglieder der HDJ unterhalten Kontakte zu NPD-Protagonisten und zu führenden Vertretern der neonazistischen Kameradschaftsszene.

(Quelle: Bundesinnenministerium) (ddp)

Betroffen von der Razzia waren insgesamt rund 100 Objekte und eine ähnliche Anzahl an Personen in allen Bundesländern außer Bremen und dem Saarland. Mehrere Hundert Beamte waren im Einsatz. Bei den Razzien sollen dem Berliner «Tagesspiegel» zufolge auch die Wohnadresse des NPD-Landesvorsitzenden Jörg Hähnel in Berlin und das Haus seiner Frau bei Berlin durchsucht worden sein.

Elf Durchsuchungen in zehn Städten

Auch in Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des Düsseldorfer Landeskriminalamts (LKA) Durchsuchungen. Im Raum Detmold verzeichneten die Behörden zuletzt Aktivitäten der HDJ mit einer örtlichen «Leitstelle West». Hier sollen sporadisch Veranstaltungen der HDJ mit Kindern und Jugendlichen stattgefunden haben. In NRW wurden elf Objekte in zehn verschiedenen Städten durchsucht, darunter Detmold und Düsseldorf. Auch in Wattenscheid hat die Polizei am frühen Donnerstagmorgen eine Wohnung an der Sommerdellenstraße durchsucht.

Dem Ministerium zufolge bestehen «tatsächliche Anhaltspunkte, dass sich die HDJ gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtet». Der Verein sei ein «neonazistisch ausgerichteter Jugendverband». Vermeintlich unpolitisch scheinende Freizeitaktivitäten wie Zeltlager dienten dazu, «Kinder und Jugendliche bereits in jungen Jahren an nationalsozialistisches Gedankengut heranzuführen, um sie in ihrem späteren Leben zu rechtsextremistisch Verblendeten zu machen».

Kontakte zu NPD-Protagonisten

Innen-Staatssekretär August Hanning erläuterte, die Durchsuchungen sollten «Klarheit darüber verschaffen, ob sich die HDJ in aggressiv-kämpferischer Weise gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtet oder ihre Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderläuft». Dies werde sorgfältig geprüft.

Der Verein wurde 1990 gegründet und ist im Vereinsregister von Plön in Schleswig-Holstein eingetragen. Der Sitz ist laut Innenministerium aber Berlin. Regionale Schwerpunkte sind Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die HDJ hat den Behörden zufolge mehrere Hundert Mitglieder. Mitglieder der HDJ unterhalten zudem Kontakte zu NPD-Protagonisten und zu führenden Vertretern der neonazistischen Kameradschaftsszene.

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Nazi-Schulungen für Kinder

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Erst vor wenigen Monaten hatte die Jugendorganisation für Aufsehen gesorgt, weil sie Kinder in Ferienlagern mit Nazi-Propaganda infiltriert haben soll. Die Sicherheitsbehörden hätten die HDJ seit geraumer Zeit im Visier, betonte das Innenministerium. Es gebe daher auch keinen Grund für die Unterstellung, der Bundesminister handele bei der HDJ zögerlich. Sollten die Voraussetzungen für ein Vereinsverbot vorliegen, werde dies «ohne Wenn und Aber» verfügt. Ein unzureichend begründetes Verbot würde aber der Sache mehr schaden als nutzen, warnte das Ministerium.

Erst im Mai hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mehrere rechtsextreme Vereine verboten. Betroffen waren das «Collegium Humanum» in Vlotho mit der Teilorganisation «Bauernhilfe e.V.» sowie der «Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten (VRBHV)». Seit 1992 wurden vom Bundesinnenminister und seinen Länderkollegen Verbote gegen mehr als 20 rechtsextremistische Vereine ausgesprochen. (ddp)

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Kommentare
10.10.2008
13:23
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von jcm | #76

Gut gebrüllt Calvisius!
Aber mit dem letzten Satz kann nur der Wunsch Vater des Gedankens gewesen sein. Denn wären die Neonazis in der Lage, Informationen verstandesmässig zu verarbeiten, wären viele von denen wohl garnicht erst auf den Dummenfang der Demokratie-Schmarotzer herein gefallen.

Und bei dem sich als kreidefressenden Biedermann gebärdenden Rüdiger ist besondere Vorsicht angebracht! Sofern ihnen dieser Unterstützer des volksverhetzenden Pro Köln-Vereins noch unbekannt sein sollte...

Aber dass diese braunen Gesellen nicht einmal im katholisch-konservativen Rheingebiet einen Fuss auf die Erde bekamen, macht Mut, dass dies künftig auch andernorts so der Fall sein wird!

Vllt. ist ihnen ja auch aufgefallen, dass kein Kommentator, der offensichtlich braunem Gedankengut nachhängt, sich inhaltlich mit dem Artikel auseinander gesetzt hat? Kein Wort zu dem, was für sie die HDJ bedeutet!
Bis auf den Oberhetzer ayberger! Der will doch hier glatt weis machen, den Kiddis im Lager würde zu Lagerfeuerromantik lediglich deutsches Liedgut nahe gebracht. Am Brunnen vor dem Tore anstatt Ausländer raus-Parolen? - ja, ne, iß klah...

Wünsche noch nen schönen Tag!

09.10.2008
22:51
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von SethusCalvisius | #75

Leider haben die Diskussionen zu diesem Thema meistens ein ziemlich niedriges Niveau. Diese hier allerdings ist unterirdisch. Versuchts doch mal mit Argumenten. (Da meine ich jetzt beide Seiten)
Da ja anscheinend nicht jeder über die HDJ Bescheid weiß, nur ein paar Informationen:
Gegründet wurde der Verband (noch unter dem Namen DHJ) vom rechtsextremen Flügel des BHJ (Bund heimattreuer Jugend) , nachdem dieser sich vom militanten Rechtextremismus abgewendet hatte. Die Zeltlager der HDJ rückten immer wieder ins Medieninteresse, da zum einen Aktivisten der verbotenen Wiking-Jugend mitwirkten oder z.B. im Sommer 2008 bei einer Razzia zahlreiche Gegenstände mit Hakenkreuzen sichergestellt wurden. Zum Teil hatten die Zelte Namensschilder wie Führerbunker. Die HDJ verabscheut Pazifismus sowie Toleranz gegenüber Schwächen und Anderssein. Soweit zur Ungefährlichkeit dieses Vereins.

Es ist klar, dass es Extremismus auf beiden Seiten gibt und von steinewerfenden Antifa!-Leuten distanziere ich mich ausdrücklich. Trotzdem gibt es einen Riesenunterschied zwischen Sozialismus und Nationalsmus: Während der Sozialismus der, zugegebenermaßen etwas utopischen Idee verpflichtet ist, gleiches Recht und gleiche Lebensbedingungen für alle Menschen zu erreichen, ist es ja gerade Kern des Nationalismus, Menschen wegen ihrer Rasse oder ihres Andersseins das Existenzrecht abzusprechen. Ich weiß, dass bei den Versuchen Sozialismus praktisch umzusetzen, genau gegen das erstoßen wurde, was der Sozialismus eigentlich will, aber im Nationalismus ist die Menschenverachtung schon vn vorneherein enthalten. Von daher kann man die beiden Extreme moralisch nicht in einen Topf werfen.
So, jetzt dürft Ihr über mich herfallen, aber bitte vorher lesen und versuchen zu verstehen.

09.10.2008
20:09
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von Rüdiger | #74

Der Begriff Antifa ist falsch,da es verschiedene Formen des Faschismus gibt.Also müßte die Antifa sich im Prinzip selbst bekämpfen,da es auch einen Linksfaschismus gibt. Wahrscheinlich hat sich ein 68er ohne hohen IQ dieses Wort einfallen lassen.

09.10.2008
20:02
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von Rüdiger | #73

@fantomias
Das mit der braunen Ecke haben Sie mißverstanden.Ich habe,als ich@fantomias ansprach,diese Feststellung verallgemeinert,also nicht S i e direkt in die Schußlinie genommen.Sie müßten festgestellt haben,daß ich bei einer persönlichen Anrede immer S i e,D u oder I h r schreibe,also mit großem Anfangsbuchstaben,so wie es beim Briefeschreiben Usus ist. In diesem Falle habe ich nicht der gleichen Meinung sind wie s i e, in die braune Ecke stellen wollen,daß sie klein geschrieben,also eine Verallgemeinerung. Falls es von I h n e n mißverstanden wurde,bitte ich um Entschuldigung.

09.10.2008
19:49
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von fantomias | #72

@ana

der antifa zugehörig sind allerdings nicht nur militante und gewalttätige gruppierungen. viele normalbürger, kirchengemeinden oder schlicht demokraten zählen sich zu ihr. die maskierten dummbeutel sind nur ein kleiner, unangenehmer teil des ganzen - und extrem kontraproduktiv. nichta lles in einen topf schmeissen also.

09.10.2008
19:42
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von fantomias | #71

da haben wir doch des pudels kern: natürlich erscheint ein verein, den man nicht kennt, nicht gefährlich. wie sollte er auch. und: ein eingetragener verein ist nicht automatisch rechtsstaatlich, und bevor nun jemand weint: viele linke e.V.´s sind es ebenfalls nicht.

09.10.2008
19:31
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von fantomias | #70

@ rüdiger

- wen in dieser diskussion habe ich in die braune ecke gestellt?

hier greift wohl eher der automatismus, sich beim geringsten widerspruch in die märtyrerrolle zu flüchten

- wo verherrliche ich linksautonome?

scheuklappen runter und nachlesen: ich lehne antidemokratische tendenzen von jder seite des politischen spektrums ab

- zum thema computerlinguistik

ein diffamierendes wort wie linksbazillen werden sie von mir nicht hören, das ist nicht mein niveau

09.10.2008
19:16
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von jcm | #69

Soo, wollen wir uns nach entspannt, zufriedenen Std. mal ansehen, was hier noch so geschah...

Ahh ja, die üblichen Versuche, vom eigentlichen Thema ab zu lenken! Na, was bleibt den braunen Totschlägern ooch anderes übrig...

Warum die aber hier lächerliche Versuche unternehmen, sich den braunen Anstrich ab zu waschen, verstehe ich nicht. Glauben diese Dumpfbacken tatsächlich, derart den Verfassungsschutz zu irritieren?

Womit wir wieder beim Thema wären: Ich frage hier mehrfach in die Runde, welcher Verfassungsschutz-Bericht über Tote Auskunft gibt, die auf das Konto des linken Spektrums (ein weites Feld!) gehen. Was kommt? Statistiken aus Kambodscha und China? Da fällt dich nix mehr ein, ährlich!

Ich persönlich werde mich weiter dem breit gestreuten, beständig wachsenden, bunten Spektrum der Antifa zugehörig fühlen(den Links-Vorwurf weiter ignorierend), denn:
Wehret den Anfängen!

Und Nazi-Gedankengut in geschichtlich unterbelichtete Seelen einpflanzen zu wollen, ist bereits ein versuchter Angriff auf diese Gesellschaft durch die verkappten Demokratie-Schmarotzer (hach, das Wort gefällt mir von mal zu mal mehr, tifft es den Nagel doch VOLL auf den Kopf!)!

Jou Jungs, dann wünsche ich euch mal Gute Nacht, woll?!

09.10.2008
19:10
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von Rüdiger | #68

@fantomias
wenn man die Kommentare hier noch einmal durchliest,stellt man fest,daß sich niemand mit der Hdj,oder den Nazi`s im allgemeinen identifiziert.
Was festzustellen ist, ist die Tatsache,daß immer die gleichen Leute die Kommentatoren,die nicht der gleichen Meinung sind wie sie,in die braune Ecke stellen wollen.Wenn sich die Anzahl und die Qualität der Argumente dieser Leute auf die Diffamierung der nicht linksautonomen und nicht braunen Kommentatoren beschränkt,dann ist es ziemlich arm um diese Personen bestellt.
Nicht nur körperliche Gewalt,wie sie eindeutig von Linksbazillen praktiziert wird,sind bedenklich,sondern auch die Computerlinguistik.
Es ist nicht hinnehmbar,daß Linksautonome verherrlicht werden und gemäßigte und zur politischen Mitte zu zählende Kommentatoren mit Hasstiraden überschüttet werden.

09.10.2008
18:49
Schlag gegen braune Kaderschmiede
von fantomias | #67

lustig ist das nicht, ana, sondern rechtens. den unterschied zwischen der hdj als eingetragenem verein und der antifa als globalem begriff lesen sie bitte anderswo nach, was mir allerdings immer wieder unangenehm auffällt ist dieses bäh, die anderen sind aber auch ganz doof-gerede - bleiben wir doch einfach mal hier beim thema: und das ist in diesem falle die hdj. haben sie dazu auch etwas zu sagen?

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