Schaller tut Loveparade-Drama „unendlich leid“
01.12.2010 | 18:45 Uhr 2010-12-01T18:45:00+0100
Duisburg.Loveparade-Chef Schaller hat sich bei den Opfern und Angehörigen der Loveparade-Katastrophe entschuldigt. Im Sat1-Jahresrückblick, der am Mittwoch aufgezeichnet wurde, kündigte er auch an, sich einer „eventuellen Verantwortung zu stellen“.
Mehr als vier Monate nach der Katastrophe bei der Loveparade mit 21 Toten und über 500 Verletzten hat sich Veranstalter Rainer Schaller bei den Opfern und Hinterbliebenen entschuldigt. „Es tut mir unendlich leid, ich kann es nicht rückgängig machen“, sagte Schaller am Mittwochabend bei der Aufzeichnung des TV-Jahresrückblick von Sat.1 (Ausstrahlung: Donnerstag, 20.50 Uhr). Angesichts der Schuldvorwürfe sei ihm bewusst, dass er als Veranstalter eine moralische Verantwortung trage. Die Schuldfrage müsse allerdings juristisch geklärt werden. Dabei werde sich Schaller „einer eventuellen Verantwortung stellen“, teilte Sat.1 mit.
Vier Tage nach dem Unglück in Duisburg hatte der Lopavent-Chef einen Nothilfe-Fonds über eine Million Euro aufgelegt. Angehörige könnten noch immer auf dieses Geld zurückgreifen, sagte Schaller. Auch sein Angebot, persönliche Gespräche mit Opfern und Hinterbliebenen zu führen, gelte weiterhin. „Hierzu stehe ich jederzeit gern zur Verfügung“, sagte Schaller.
Nach der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade Ende Juli hatte Schaller schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Im Internet veröffentlichte er zudem rund 22 Stunden Videomaterial von sieben Überwachungskameras auf der Großveranstaltung. Damit sollte sich jeder ein Bild von den Abläufen machen können. (dapd)
19:33
Zu: #116 von HeinzK. , am 02.12.2010 um 22:22 und #111 von Umpa Lumpa , am 02.12.2010 um 21:55
Umpa Lumpa: Nein! Ich bin froh, wenn von der Geschichte nix mehr zu hören ist. So langsam kann ich es nicht mehr höre. Vor allem nicht die lächerlichen Rücktrittsforderungen an den OB. Aber da haben sich ja einige Leutchen hier fest verbissen.
Loveparade: Opfer wollen Antworten
http://www.rp-online.de/niederrheinnord/duisburg/loveparade/Loveparade-Opfer-wollen-Antworten_aid_938192.html
oder
Die Suche nach der Wahrheit
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Die-Suche-nach-der-Wahrheit-id4017360.html
Der Termin am Samstag, 5. Februar 2011 sollte im Kalender vorgemerkt werden.
18:33
Das Unglück begann aber schon zu dem Zeitpunkt, als er im Genehmigungsverfahren bei rechtlichen Problemen über seine Anwälte Druck auf Herrn Oberbürgermeister Adolf Sauerland (als Verwaltungschef/Genehmigungsbehörde) ausgeübt hat.
#131 von HeinzK. , am 03.12.2010 um 16:43
Richtig, und diesem Druck ist offenbar in eklatanter Weise nachgegeben worden, sonst wäre die Loveparade für das Ruhrgebiet gestorben. Und wer hats gesagt ? Richtig, der Mann, der am nächsten Tag sagte: Ich habe nichts unterschrieben. Nicht vergessen werden sollte aber die zweite Ebene (Stadtdirektor) und die dritte Ebene u.a. in Person des Ordnungsdezernenten, der ich bin nur Leiter des Krisenstabes auf der PK absonderte.
16:43
@#123 von parcelpanic , am 03.12.2010 um 03:57
Zu. aber zum thema:
ich nehme herrn Schaller seine tiefe betroffenheit etwa so ab, wie ich glaube herr Sauerland wirke an der aufklärung mit. sicher hatte diese emotion etwa die tiefe des umsatzrückgang seiner muckibuden.
Ob Herr Schaller nun betroffen ist oder nicht, ist so ziemlich nebensächlich. Die Betroffenheit kann aber ein erster Schritt zu seiner Einsicht für sein Fehlverhalten als Veranstalter der Loveparade sein. Es hilft bei der Frage der Aufklärung des Unglücks auch nicht einen Deut weiter, wenn er die moralische Verantwortung übernimmt. Er hat schlicht die Veranstalterverantwortung.
Das Unglück begann aber schon zu dem Zeitpunkt, als er im Genehmigungsverfahren bei rechtlichen Problemen über seine Anwälte Druck auf Herrn Oberbürgermeister Adolf Sauerland (als Verwaltungschef/Genehmigungsbehörde) ausgeübt hat.
Im übrigen kann sich Herr Schaller für sein Verhalten nicht selbst entschuldigen, sondern die Angehörigen der getöteten Menschen um Entschuldigung bitten. Ob die Angehörigen die Bitte um Entschuldigung annehmen, liegt allein bei den Angehörigen. Er wird u.U. damit leben müssen, daß die Angehörigen die Bitte um Entschuldigung nicht annehmen.
Ebenso müsste Herr Schaller alle verletzten und traumatisierten Menschen um Entschuldigung bitten. Und auch hier muß nicht automatisch jede Bitte um Entschuldigung angenommen werden.
Weder Herr Schaller, noch Herr Oberbürgermeister Adolf Sauerland haben m.E. glaubhaft an der Aufklärung des Unglücks der Loveparade mitgewirkt. Die Mitwirkung an der Aufklärung heißt nämlich nicht nur nachzuweisen, daß man selbst keine Fehler gemacht hat und die Fehler stets nur bei den anderen Beteiligten zu suchen sind.
16:16
@#124 von HildegardK , am 03.12.2010 um 06:12
Zu: Und an HeinzK, der Sauerland hat an allem Schuld, der muß weg, genau.
siehe
Josef Krings (04.08.2010): ... Es geht auch nicht um Schuld und Sühne. Es geht allein um politische Verantwortung. Diese Verantwortung kann von einem Politiker nicht „übernommen werden“. Wer ein politisches Amt übernimmt, der hat die Verantwortung. Er trägt auch die Verantwortung für die Fehler seiner Organisation. ...
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Erspare-der-Stadt-und-dir-das-Abwahlverfahren-id3407227.html
Soweit Josef Krings (Alt-Oberbürgermeister von Duisburg). Wenn Sie meine Kommentare/Beiträge hier im Forum gelesen haben, dann werden Sie feststellen, daß ich mich nie zur Schuldfrage geäußert habe. Im Gegenteil, auch für Herrn Oberbürgermeister Adolf Sauerland gilt die Unschuldsvermutung und einzig die Gerichte sind nach unserer Verfassung und Gesetzen berechtigt, die Schuldfrage zu klären.
Worauf ich aber immer hingewiesen habe ist die Sache mit der politischen Verantwortung. Und diese politischen Verantwortung hat Herr Oberbürgermeister Adolf Sauerland, egal ob er die politischen Verantwortung tragen will oder nicht.
Leider scheinen die Sauerlandfreunde nicht in der Lage zu sein, den Unterschied zwischen der politischen Verantwortung und der strafrechtlichen Schuld zu erkennen.
Wenn das Unglück nicht geschehen wäre, dann hätte Herr Oberbürgermeister Adolf Sauerland sofort die Verantwortung für die Loveparade übernommen und sich in den Medien entsprechend feiern und auf die Schulter klopfen lassen. Er hätte sich in den medialen Mittelpunkt gedrängt, und zwar so als ob er die Loveparade alleine durchgezogen hätte. Ebenso hätte seine CDU-Duisburg umjubelt, und zwar genauso, wie sie es gerade jetzt wieder macht.
14:29
Zu. zunächst ein danke an HeinzK., hier für den YT-link.
das lesen Ihrer kommentare spart eine menge zeit links für erste anregungen zu finden, mit derer hilfe man sich sein eigenes bild zimmern kann. ebenso findet man in den ausführungen blickrichtungen, die scheinbar klare zusammenhänge in ein neues licht rücken.
siehe - ganz aktuell - :
Loveparade: “Die Fakten auf den Tisch” – Kongress am 5. Februar 2011 in Duisburg
http://www.xtranews.de/2010/12/03/loveparade-die-fakten-auf-den-tisch-kongress-am-5-februar-2011-in-duisburg/
und
Loveparade: “Natürlich weiß ich heute, dass andere Fragestellungen wichtiger waren” – Interview mit Dr. Hubert Klüpfel TraffGo HT (Teil 1)
http://www.xtranews.de/2010/12/03/loveparade-natuerlich-weiss-ich-heute-dass-andere-fragestellungen-wichtiger-waren-interview-mit-dr-hubert-kluepfel-traffgo-ht-teil-1/
Weiteres folgt!
@#124 von HildegardK , am 03.12.2010 um 06:12
Zu: Und an HeinzK, der Sauerland hat an allem Schuld, der muß weg, genau.
werde ich Ihnen noch antworten, aber erst später. ;-)
06:32
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06:12
122
Natürlich waren die Gefühle echt. Und die Anteilnahme auch. Wie kann man nur an sowas zweifeln. Das ist ein grundanständiger Mann.
Und an HeinzK, der Sauerland hat an allem Schuld, der muß weg, genau.