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Nachfolge-Debatte

Rufe nach dem Rauswurf von Bahnchef Mehdorn nehmen zu

04.02.2009 | 21:34 Uhr
Rufe nach dem Rauswurf von Bahnchef Mehdorn nehmen zu

Berlin. Angesichts neuer Details in der Daten-Affäre der Deutschen Bahn mehren sich die Spekulationen über eine Entlassung von Bahnchef Hartmut Mehdorn. Ein Kandidat soll Aufsichtsratschef Werner Müller sein. Auch das Ausmaß der Daten-Affäre wird immer größer.

Der Aufsichtsratschef der Bahn, Werner Müller, könnte Mehdorn womöglich vorübergehend in seiner Funktion ablösen, berichtete die «Mitteldeutsche Zeitung» (Donnerstagsausgabe). Die Union hingegen sperrt sich laut «Süddeutscher Zeitung» gegen eine Ablöse Mehdorns vor der Bundestagswahl.

Angst vor SPD-nahem Manager

Das Ausmaß der Bespitzelungs-Affäre bei der Bahn nimmt stetig zu. Foto: ap

Wie die «Mitteldeutsche Zeitung» unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet, sind auch der Vorstandschef der Sparte Fernverkehr, Nikolaus Breuel, und der Vorstandschef der Sparte Mobility Logistics, Norbert Bensel, für die Nachfolge Mehdorns im Gespräch. Als Begründung für die mögliche Entlassung werden die Daten-Affäre und Mehdorns Umgang damit angeführt.

Die Unionsparteien hingegen wollen Mehdorns nach «SZ"-Information nicht vor der Bundestagswahl im September ablösen. CDU und CSU hielten sich zurück, weil sie befürchteten, Mehdorn werde durch einen SPD-nahen Manager ersetzt, berichtete die «SZ» (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf Unionskreise. Der Vorsitzende der Bahngewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, der auch dem Bahn-Aufsichtsrat angehört, sagte der «SZ": «Wenn Mehdorn das Krisenmanagement nicht bald in den Griff bekommt, dann muss er seinen Hut nehmen.» Erstmals deutete damit ein Mitglied des Kontrollgremiums die Möglichkeit einer Ablösung Mehdorns an.

Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) forderte angesichts der Eingeständnisse weiterer Datenabgleiche bei der Bahn indirekt den Rücktritt Mehdorns. «Ich glaube nicht, dass Hartmut Mehdorn als Bahn-Chef noch zu halten ist», sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung» von Donnerstag. Er beklagte die «ärgerliche Salami-Taktik bei der Aufklärung der Vorfälle».

Suche nach einem neuen Job

Nachfolge-Kandidat für Bahnchef Mehdorn? Aufsichtsrats-Chef Werner Müller. Foto: Andreas Mangen

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, sagte dem «Kölner Stadt-Anzeiger» von Mittwoch, wenn die Bahn tatsächlich auch 2005 Mitarbeiter in großem Stil überprüft habe, «wird sich Herr Mehdorn nach einer neuen Tätigkeit umsehen müssen». Die Bahn hatte am Dienstag bestätigt, dass sie 2005 ein zweites Mal Daten von etwa 173.000 Mitarbeitern abgeglichen hatte.

Die Bundesregierung drängte die Bahn unterdessen zu einer möglichst schnellen Aufklärung der Datenschutz-Affäre. Bislang seien zwar drei Briefe Mehdorns bei Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eingegangen, sagte ein Ministeriumssprecher. Darin habe der Bahn-Chef bislang allerdings nur «eine Beantwortung in der Sache in Aussicht gestellt».

Nach einem Bericht des Fernsehsenders «Radio Bremen» vom Mittwoch könnte die Daten-Affäre der Bahn noch ein weit größeres Ausmaß erreichen. Über die Fälle in den Jahren 2002, 2003 und 2005 hinaus habe die Bahn Dutzende weitere Abgleiche mit Mitarbeiterdaten vornehmen lassen, berichtete der Sender unter Berufung auf den verkehrspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer.

Demnach soll es bei der Bahn mehr als 40 Projekte gegeben haben, in deren Zusammenhang Daten von Mitarbeitern mit denen von Lieferanten abgeglichen worden seien. Der Datenabgleich für lediglich zehn bis zwölf dieser Projekte sei bisher bekannt, sagte Beckmeyer der Nachrichtenagentur AFP. Die Bahn widersprach dieser Darstellung: Das Unternehmen habe bereits im vergangenen Sommer erklärt, dass es in 43 Fällen mit einer EDV-Firma zusammengearbeitet habe, sagte ein Sprecher. (afp) 

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Kommentare
05.02.2009
21:41
Rufe nach dem Rauswurf von Bahnchef Mehdorn nehmen zu
von hanniwenni | #14

Habe noch vergessen raus aber sofort und nicht mit Fünf Millionen Abfindung !!!!!!!!!!

05.02.2009
21:35
Rufe nach dem Rauswurf von Bahnchef Mehdorn nehmen zu
von hanniwenni | #13

Was dieser Metermann schon für eine Sch... angerichtet hat ist nicht normal aber sein Busenfreund G.Schröder hat ihn uns ja eingebrockt. Mit einer Entschuldigung eine Gesetzesüberschreitung abzutun ist ja wohl der Hohn dieser Mann gehört bestraft.

05.02.2009
06:54
Rufe nach dem Rauswurf von Bahnchef Mehdorn nehmen zu
von Vanagas | #12

Hr.Mehdorn,
Märklin braucht sie ganz dringend !

05.02.2009
05:10
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von Matthias.Kiesel | #11

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04.02.2009
23:18
Rufe nach dem Rauswurf von Bahnchef Mehdorn nehmen zu
von Katerkarlo | #10

Das sind ja endlich mal gute Nachrichten für Deutschland. Ein A.... weniger in verantwortlicher Position in Deutschland.

04.02.2009
23:00
Rufe nach dem Rauswurf von Bahnchef Mehdorn nehmen zu
von Justiz1 | #9

Dies wäre ein längst überflälliger Schritt in die richtige Richtung.
Ich finde dieses Krisenmanagement ist doch schon mehr als peinlich für die Bahn.
Wenn diese Manager nicht alle so an ihrem Stuhl kleben würden, würde es in Deutschland schneller bergauf gehen. - Herr Mehdorn - im Ausland verdienen Sie doch viel mehr - nutzen Sie die Gelegenheit und gehen Sie fort. Ihnen wird bei der Bahn niemand groß nachweinen - und die Bürger hätten die Chance auf einen Neuanfang mit und bei der Bahn.

04.02.2009
22:34
Rufe nach dem Rauswurf von Bahnchef Mehdorn nehmen zu
von DumpfbackeII | #8

Wenn diese Supertracks nicht auf die Autobahn sondern auf die Schiene gelegt worden wären...bzw. würden, dann hätte Mehdorn ein Betätigungsfeld gehabt, was seine vorzeitige Beurlaubung entgegen gewirkt hätte. Das wäre Realpolitik. Da wir nur Deppen auf langer Bahn haben, wird dies natürlich zu weiterer Stagnation führen und somit zu kostenintensiverer Dummpolitik. Ok...ich weiss das ist das nächste Unwort für 2009.

04.02.2009
22:32
Rufe nach dem Rauswurf von Bahnchef Mehdorn nehmen zu
von Carlos8833 | #7

Wie ein Roter Faden...Bei vielen Vorgesetzten und Managern ist nicht vorhandenes Unrechtsbewusstsein zu beklagen.Man spielt sich auf wie Kaiser Nero:Gesetze und Regeln gelten nur fuer die Untertanen ! Wir wissen,nur rechtlose Leute landen im Knast fuer andere gilt,...dann kaufen wir uns frei.Und es funktioniert.

04.02.2009
22:22
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von | #6

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04.02.2009
22:15
Blockierter Kommentar.
von BerndBummms | #5

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