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Romney betont das Recht Israels auf Selbstverteidigung

29.07.2012 | 21:24 Uhr
Foto: /AP/Charles Dharapak

Der designierte US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat bei einem Besuch in Jerusalem das Recht Israels auf Selbstverteidigung gegenüber Bedrohungen aus dem Iran betont. Für den Fall eines Wahlsiegs im November stellte der Republikaner zudem einen möglichen Umzug der US-Botschaft in Aussicht.

Jerusalem (dapd). Der designierte US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat bei einem Besuch in Jerusalem das Recht Israels auf Selbstverteidigung gegenüber Bedrohungen aus dem Iran betont. Für den Fall eines Wahlsiegs im November stellte der Republikaner zudem einen möglichen Umzug der US-Botschaft in Aussicht. Es sei eine "grundlegende Wahrheit", dass die USA und Israel immer zueinanderhielten, sagte Romney am Sonntag in einer Rede, die offensichtlich in erster Linie auf ein Publikum in seiner Heimat abzielte.

Seit der Einnahme Ost-Jerusalems durch israelische Truppen im Jahr 1967 befindet sich die US-Botschaft in dem Land in Tel Aviv. Aus Rücksicht auf die Palästinenser und um im Nahostkonflikt als glaubwürdiger Vermittler auftreten zu können, hatten sich die USA trotz der guten Beziehungen zu Israel bisher geweigert, ihre diplomatische Vertretung nach Jerusalem zu verlegen.

Romney bezeichnete Jerusalem am Sonntag nun gleich in den ersten Worten seiner Rede unumwunden als Hauptstadt. Sollte die israelische Regierung ihn als Präsidenten um einen Umzug der Botschaft bitten, werde er dem nachkommen.

Nach sehr deutlichen Worten seines Sicherheitsberaters Dan Senor bezüglich des möglichen Umgangs mit dem Iran und einer mutmaßlichen Bedrohung durch das Atomprogramm des Regimes in Teheran ruderte Romney in seiner Rede etwas zurück. Er respektiere das Recht Israels, sich gegen eine als existenziell empfundene Bedrohung zu verteidigen, sagte er. Auf die Aussage Senors, Romney werde im Zweifel auch einen einseitigen Angriff Israels dulden, ging der Republikaner hingegen nicht weiter ein.

Offenbar als Kritik an US-Präsident Barack Obama sagte Romney, diplomatische Differenzen würden die Feinde Israels stärken. Obama hatte zuletzt Israel wiederholt zur Einhaltung von Zusagen aufgefordert, wie beispielsweise zum Baustopp für Siedlungen in den Palästinensischen Autonomiegebieten. Romney sagte am Sonntag, er sei ein unerschütterlicher Verbündeter des jüdischen Staates und werde Israel niemals kritisieren.

"Mitt, ich bin ganz deiner Meinung"

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu empfing Romney als "einen Vertreter der Vereinigten Staaten" und sagte, er stimme mit dessen Ansatz im Umgang mit dem Iran überein. Er habe Romneys Rede in Reno im US-Staat Nevada gehört, in der er erklärt habe, dass von einem atomar bewaffneten Regime in Teheran die größte Gefahr für die Welt ausgehe. "Mitt, ich bin ganz deiner Meinung", sagte Netanjahu seinem Gast.

Romney traf sich außerdem mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres. "Wie Sie sind wir sehr besorgt darüber, dass der Iran die Fähigkeiten zum Bau von Atomwaffen erlangen könnte und finden es inakzeptabel, wenn der Iran eine Atommacht wird", erklärte Romney. "Die Bedrohung, die er (der Iran) für Israel, die Region und die Welt bedeuten würde, ist unvergleichbar und inakzeptabel."

Den Abend wollte Romney im Haus von Netanjahu verbringen. Der Ministerpräsident hatte seinen Gast, den er schon seit den 70er-Jahren kennt, eingeladen, mit ihm gemeinsam den jüdischen Feiertag 9. Av zu begehen.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

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