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Interview

Röttgen will die NRW-CDU politischer machen

31.08.2010 | 12:05 Uhr
Röttgen will die NRW-CDU politischer machen
Die Kontrahenten Norbert Röttgen und Armin Laschet.

Düsseldorf.Die amtierende Ministerpräsidentin Hannelore Kraft öffentlich und erfolgreich herauszufordern, das traut sich Norbert Röttgen, Kandidat auf den CDU-Landesvorsitz, zu. Seine eigene Partei will er politischer und diskussionsfreudiger machen.

Die 160 000 Mitglieder der NRW-CDU entscheiden in einer Mitgliederbefragung über den neuen Landesvorsitzenden. Warum sollen sie Röttgen statt Laschet wählen?

Röttgen: Zunächst ist es gut, dass sie auswählen können. Das ist der Wunsch unserer Mitglieder - und entspricht meiner Vorstellung innerparteilicher Demokratie. Am Ende geht es darum, wer die amtierende Ministerpräsidentin herausfordern soll. Diesen Wahlkampf in Öffentlichkeit und Medien erfolgreich zu führen, traue ich mir zu. Die Frage lautet: Wem traut die CDU-Basis in NRW mehr zu?

Was sind Ihre Ziele?

Die CDU muss politischer werden, es muss mehr diskutiert werden. Wir erleben nach der enttäuschenden Wahlniederlage eine Zeit des Umbruchs. Es geht jetzt darum, die CDU inhaltlich zu profilieren. Das ist mein Ziel als Landesvorsitzender.



Die Troika Laumann, Krautscheid und Laschet hat sich verbündet und setzt auf eine Landeslösung. Müssen Sie im Fall ihrer Wahl nicht mit Widerstand von den „alten Führungskadern“ rechnen?


Wir werden nur als Mannschaft gemeinsam er­folgreich sein können. Es wäre keine Erfolgsstrategie, Bund und Land gegeneinander auszuspielen. Ich werde als Landesvorsitzender eng mit der Landtagsfraktion und den CDU-Bezirkschefs zusammenarbeiten.

Röttgen: Es geht um politische Präsenz
Bundesumweltminister Norbert Röttgen begleitete Kanzlerin Merkel auf ihrer Energiereise. Foto: WAZ Foto Pool


Laschet betont, dass er sich als 1. Fraktionsvize im Landtag voll auf NRW kon­zentrieren kann. Haben Sie als Bundesminister in Berlin überhaupt die Zeit, Hannelore Kraft in NRW zu stellen?

Es geht nicht nur um physische Präsenz, sondern auch um politische Präsenz. Ich werde häufig vor Ort sein, aber auch das Gewicht der NRW-CDU stärken und unseren Einfluss im Bund geltend machen. Das ist wichtig. Was die Bundesregierung macht, werden wir bei der NRW-Wahl zu vertreten haben.


Sie wollen Spitzenkandidat werden und notfalls auch Oppositionsführer?

Natürlich. NRW ist meine Heimat. Ich identifiziere mich mit unserem Land und möchte an verantwortlicher Stelle dazu beitragen, NRW voranzubringen.

Parteichef Rüttgers ist in der NRW-CDU lange gefeiert worden. Auch im Landesvorstand gab es bis zur Wahl kaum Kritik. Sie selbst haben geschwiegen. Nun der Heldenmut nach Ladenschluss?

Mir geht es nicht um Kritik an den letzten Jahren. Ich will nach vorn schauen. Die NRW-CDU darf nicht zur Applausveranstaltung für Führungsleute verkümmern. Wir müssen wieder der Ort für Kreativität und politische Geburtsstätte für Ideen werden.

Wie soll das aussehen?

Es geht um die grundlegende Richtung: Was macht die eigene Identität der CDU aus? Daran müssen wir konsequent arbeiten.

„Politik ist ein Mannschaftssport“


Röttgen und Laschet stehen für das Profil der liberalen Großstadtpartei und hegen Sympathien für Schwarz-Grün. Will die Partei nicht lieber einen konservativen Chef wie Friedrich Merz?


Was heißt konservativ? Ich bin katholisch, bürgerlich geprägt und habe bei den letzten Bundestagswahlen 50 Prozent der Stimmen geholt. Armin Laschet und ich haben unterschiedliche politische Schwerpunkte gesetzt: Laschet steht für eine moderne Integrationspolitik. Ich habe mich vor allem um Themen der Rechts-, Innen-, Wirtschafts- und Energiepolitik gekümmert.


Sie waren Judokämpfer und gelten vielen auch als politischer Einzelkämpfer, oder?

Nein, Politik ist ein Mannschaftssport. Wir können nur gemeinsam erfolgreich sein.


Was ist, wenn die Mitglieder Laschet wählen?


Ich werde das Mitgliedervotum in jedem Fall respektieren und mit Armin Laschet zusammenarbeiten. Die Basis entscheidet eigenständig und hält nichts von Bevormundung durch politische Kungelrunden.


Wie begegnen Sie dem Vorwurf, Sie wollen den Parteivorsitz in Düsseldorf nur als Startrampe für eine spätere Kanzlerkandidatur nutzen?

Gegen journalistische Fantasien kann ich mich nicht wehren. Mein Ziel ist der Landesvorsitz der NRW-CDU, die sich nach der verlorenen Landtagswahl in schwieriger Lage befindet.


Ihre Kritik an der rot-grünen Landesregierung?

Die zentrale Herausforderung in Bund und Land ist die Zukunftssicherung. Die Weichen werden heute gestellt. Die Regierung Kraft stellt sich aber dieser Aufgabe nicht und betreibt parteipolitische Machttaktik. Die gewaltige Schuldenaufnahme schadet künftigen Generationen. In der Schulpolitik führt Rot-Grün den ideologischen Streit über Strukturen wieder in die Schulen und wirft uns um Jahre zurück. In der Energiepolitik kapituliert Rot-Grün beim Bau des Kohlekraftwerks Datteln und überträgt die Verantwortung den Gerichten. Das ist keine Zukunftssicherung, sondern Kapitulation vor den wirklichen Problemen. Alles dies zeigt: Es geht Rot-Grün nur um kurzfristigen Machterhalt statt um Zukunftssicherung. Das werden wir als CDU deutlich machen.

Wilfried Goebels

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Kommentare
09.09.2010
13:07
Blockierter Kommentar.
von reichs-tag.de | #22

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

31.08.2010
18:52
Röttgen will die NRW-CDU politischer machen
von finderling | #21

Es scheinen sich tatsächlich Atomlobbyisten im Forum zu bewegen. Es wird nicht nützen. Das Zeug muss weg.

31.08.2010
18:49
Röttgen will die NRW-CDU politischer machen
von finderling | #20

#15:
Oh, oh: Diese Verstrahlung!

31.08.2010
18:32
Röttgen will die NRW-CDU politischer machen
von breilohn | #19

#17

Im Sommer laufen die Windrädchen ja gar nicht, weil es in Europa im Sonner nur stehende Hitze gibt.

31.08.2010
18:32
Blockierter Kommentar.
von breilohn | #18

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

31.08.2010
17:16
Röttgen will die NRW-CDU politischer machen
von Autonome Stromversorgung | #17

beilohn, da kannst DU mal sehen wie clever das Volk ist. Statt sich um das wenige Uran zu streiten sorgen sie hoffentlich erfolgreich dafür, das internationale Rohstoffspekulanten Deutschland nicht erpressen können.

Atomstattgrün dir ist schon klar, das Frankreich jeden SOmmer deutschen WIndstrom kauft, weil AKWs zu unzuverlässig sind. Stromspeichertechnologien, lückenlose Versorgungskonzepte gibt es genug, nur baut die keiner wenn Merkel den Stromabzockern zusätzliche Laufzeiten schenkt.

31.08.2010
14:54
Röttgen will die NRW-CDU politischer machen
von breilohn | #16

Wenn ich hier wieder lese, dass das Volk weg von der Atomenergie will, ist das nicht wahr.

In den nächsten 5 Jahren wird der Atomstromanteil weltweit von derzeit 14 % auf 25 % steigen, dank neuer Atomreaktoren in Frankreich, Italien und sogar Norwegen, weil alle Menschen gemerkt haben, dass nur der Atomstrom umweltreundlich ist

Nur die Deutschen haben das noch nicht gemerkt wann werden die Deutschen endlich wach???????????????

Oder haben die Grundschullehrerinnen in den ersten 4 Jahren solcher Ängste vor der Atomenergie in die Kinder gepflanzt, dass diese nicht mehr angstfrei denken können ???

31.08.2010
14:45
Röttgen will die NRW-CDU politischer machen
von AtomStattGrün | #15

#13 Finderling

Tue ich bereits , wo ist das Problem ?

31.08.2010
14:38
Röttgen will die NRW-CDU politischer machen
von breilohn | #14

Herr Röttgen soll in Berlin bleiben

So einen Umwelthektiker brauchen wir in Nordrhein-Westfalen nicht.

In NRW wird ein Kanidat/in gebraucht, der nicht nur redet, sondern handelt.

31.08.2010
14:19
Röttgen will die NRW-CDU politischer machen
von finderling | #13

#7:
Voraussetzung ist, dass Sie in die Nähe eines Kraftwerkes ziehen oder in die Nähe eines Endlagers. Handeln Sie!

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