Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Virtuelle Straßenschau

Riesenandrang bei Google Street View

19.11.2010 | 18:16 Uhr
Riesenandrang bei Google Street View
Google-Mitarbeiter in Street View vor der Deutschland-Zentrale in Hamburg: Sie winken dem vorbeifahrenden Kamerawagen zu. Ihre Gesichter hat die Unkenntlichmachungs-Routine allerdings gepixelt. Foto: DerWesten

Essen.Riesenandrang bei Street View: Der virtuelle Straßenatlas des US-Konzerns Google zog nach seinem ersten Starttag so viele Besucher an wie in keinem anderen der 26 Länder, in dene er bereits online ist.

„Deutschland ist Street View-Weltmeister“, verbreitete der US-Internetriese Google am Freitag in einer Presseerklärung. Der virtuelle Straßenatlas habe nach seinem Start in Deutschland so viele Menschen angezogen wie in keinem anderen der 26 Länder, in denen Street View bereits online ist. Genaue Zahlen nannte Google allerdings nicht.

Viele Besucher hätten sich beim Unternehmen gemeldet, um ihre Freude über den virtuellen Straßenatlas mitzuteilen, erklärte Google. Viele hätten nostalgische Momente erlebt. Sie seien an den Ort ihrer Kindheit zurückgekehrt.

Einige Nutzer hätten aber auch ihre Enttäuschung zum Ausdruck gebracht, weil sie ihr Haus unkenntlich in Street View vorgefunden hätten und um Wiederherstellung gebeten. „Leider können wir in all diesen Fällen die unkenntlich gemachten Bilder nicht wieder herstellen“, erklärte der US-Konzern. Er habe in Absprache mit den deutschen Datenschutzbehörden auch das entsprechende Foto-Rohmaterial unwiederbringlich unkenntlich gemacht, wenn ein Antrag auf Unkenntlichmachung vorgelegen habe.

Pixelung von Häuserfassaden weiterhin möglich

Bereits im Vorfeld des Deutschland-Starts von Street View waren rund 250 000 Anträge auf „Pixelung“ von Häuserfassaden bei Google eingegangen. Das Internet-Unternehmen hatte immer wieder betont, den Datenschutz-Bedenken der deutschen Behörden und Kritiker Rechnung zu tragen und Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich zu machen.

Auch Bewohner eines Mietshauses, selbst wenn sie nicht Eigentümer desselben waren, konnten eine Pixelung der Häuserfassade in Auftrag geben. In solchen Fällen reicht es bereits, wenn ein Mieter sich gegen die Darstellung des Hauses in Street View ausspricht, selbst wenn andere keine Bedenken gegen eine Veröffentlichung haben oder diese sogar begrüßen.

Google will auch künftig Unkenntlichmachungen in Street View ermöglichen, auch nach dem Start in 20 deutschen Städten. Unter www.google.de/streetview kann der Antrag auf Pixelung gestellt werden. Er findet sich unter dem Link „Unkenntlichmachung beantragen“ oder direkt hier.

Sven Frohwein

Facebook
 
Kommentare
22.11.2010
16:31
Riesenandrang bei Google Street View
von KrUler1A | #13

Tz. Und nächstes Jahr bei der Volkzählung schreien die Immobilienbesitzer laut auf. Den dagegn können Sie nichts machen,weil sich ja alle über GoogleStreetView aufgeregt haben, wissen die meisten gar nicht was der Staat schon seit dem 1.11. über den Zensus an Daten sammelt. zensus11.de

22.11.2010
16:02
Riesenandrang bei Google Street View
von trapper | #12

Ja, so sind die Deutschen, Google gibt keine Zahlen bekannt, die User sind nicht identifiziert, aber Leute wie Schnuffie oder Christoph03 wissen genau, wer da StreetView angeklickt hat. Hauptsache, man kann die eigenen Vorurteile völlig belegfrei bestätigen.

22.11.2010
11:05
Riesenandrang bei Google Street View
von EDVler | #11

Das paradisische Bild aus Großbritannien ist super - so stell ich mir das auch vor ;)

21.11.2010
14:54
Riesenandrang bei Google Street View
von dabbel | #10

Jaja, der Deutsche Bürger!
Sensationsdürstig und feierlaunig.
Kritikwütig und selbsbedienend!
Hauptsache mehr er und weniger die anderen.

21.11.2010
11:18
Riesenandrang bei Google Street View
von allesluegehier | #9

Das erinnert mich an TV Sendungen, Reiseberichte wo sämtliche Autonummern und viele Gesichter von ins Bild laufenden verpixelt sind. Unmöglich finde ich das. Dann brauch ich mir das nicht anzugucken. Was interessieren mich Kennzeichen in der Zentral-Sahara? Weisst mich nur überdeutlich darauf hin wie gefiltert jedes bisschen Bild und Ton sind was wir zu geniessen bekommen. Rufen Sie doch mal eine Hörer-Hotline beim WDR an zB. Wenn Sie tatsächlich durchkommen wird aufgelegt, wetten? das ist deren Job mögliche Querulanten zu erkennen und rauszufiltern. Nur was 100% pro in die Linie passt wird angenommen und auf Sendung geschaltet. WDR der Lügenfunk.

20.11.2010
18:18
Riesenandrang bei Google Street View
von volantis | #8

Erst schien es, als wäre die überwiegende Mehrheit gegen StreetView und jetzt ein Riesenandrang? Wir Deutschen sind schon ein eigenartiges Völkchen.

20.11.2010
17:51
Blockierter Kommentar.
von Verschollene Häuser | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.11.2010
15:03
Riesenandrang bei Google Street View
von Schnuffie | #6

So sind sie nun mal die Deutschen!
An vorderster Stelle beim Pixeln der eigenen Immobilie, aber neugierig, den anderen zu beschnüffeln!

20.11.2010
07:05
Riesenandrang bei Google Street View
von Lichtbringer | #5

@3: So ist es!
Übrigens werde ich alle verpixelten Häuser in meiner Umgebung fotografieren und ins Netz stellen XD Kann man dann auch auf Google Maps einstellen ^^

20.11.2010
04:07
Riesenandrang bei Google Street View
von ich war es nicht | #4

@1 ist ja geil die Seite

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3963332/create

Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
Berlin in schwarz-gelb
Bildgalerie
BVB-Fans
Papst Benedikt wird 85
Bildgalerie
Kirche
Aus dem Ressort
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
Wirtschaft
"Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen...
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...