Regierung sieht kein generelles Alkoholproblem bei der Bundeswehr
15.02.2010 | 17:41 Uhr 2010-02-15T17:41:00+0100
Berlin.Verteidigungsminister zu Guttenberg widerspricht den Aussagen des Wehrbeauftragen Reinhold Robbe, wonach es in der Bundeswehr ein strukturelles Alkoholproblem gebe. Doch will die Regierung neue Hinweise prüfen, wonach mancherorts nach Dienstschluss übermäßig getrunken wird.
Den neuen Hinweisen über gesteigerten Alkoholkonsum in der Truppe werde nachgegangen, sagte der Sprecher von Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Steffen Moritz, am Montag in Berlin. Jüngste Berichte des Wehrbeauftragten Reinhold Robbe über weitere Missbrauchsfälle und exzessives Trinken nehme man „sehr ernst“, betonte er.
„Alkoholprobleme bei bestimmten Truppenteilen“
Es gebe aber keine Pläne, eine spezielle Kommission dazu einzurichten.Robbe hatte angesichts entwürdigender Aufnahmerituale in Bundeswehr-Einheiten auf Alkoholmissbrauch bei den Streitkräften hingewiesen. „Ich habe den Eindruck, dass es bei bestimmten Truppenteilen unserer Bundeswehr nach Dienstschluss ein Alkoholproblem gibt, das wir entschieden bekämpfen müssen“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete am Wochenende bild.de. Komasaufen dürfe es bei der Bundeswehr weder an Standorten im In- noch im Ausland geben.
Parallel meldeten sich bei Robbe weitere Soldaten, die sich über die Zustände bei der bekannten Einheit im oberbayerischen Mittenwald beschwerten, aber auch aus anderen Standorten. Diese Woche will er den Verteidigungsausschuss informieren. (apn)
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