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Reform mit Augenmaß

14.04.2010 | 19:43 Uhr

Kaum ein landespolitisches Thema ist derart umstritten und gleichzeitig emotional so aufgeladen wie die Schulpolitik. Dabei steht die Bildung völlig zu Recht im Zentrum des Interesses – schließlich geht es um die Zukunft unserer Kinder.

Immer mehr fokussiert sich die Debatte auf die Frage des Schulsystems: eine neue Gemeinschaftsschule für alle, oder besser festhalten an der gegliederten Struktur? Es ist absehbar, dass sich das NRW-System ändern muss; schon deshalb, weil die Hauptschule ausblutet. Doch wäre es unklug, deshalb gleich das komplette System, also Gymnasium und Realschule inklusive, zu kippen. In Hamburg, wo seit Monaten ein erbitterter Kampf um die schwarz-grüne Schulpolitik tobt, ist zu besichtigen, was ein radikaler Kurswechsel in der Bildungspolitik anrichten kann. Letztlich wird der Streit auf dem Rücken der Kinder ausgetragen.

Was aber spricht gegen behutsame Korrekturen am bestehenden System? So ließe sich etwa mit vergleichsweise geringem Aufwand die Grundschulzeit auf fünf oder sechs Schuljahre verlängern. Dadurch würde die Festlegung auf einen weiterführenden Schulzweig aufgeschoben. Dies brächte kurzfristig mehr, als ein jahrelanger Stellungskrieg um die vermeintlich große Reform.

Walter Bau

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