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Raus aus der Schublade! - von B. Stauber-Klein

07.03.2011 | 17:44 Uhr

Es ist so einfach mit uns Frauen. Als „Hausmütterchen“, „Karriereweib“ oder „Rabenmutter“ machen wir in der uns zugewiesenen Schublade das, was die Gesellschaft von uns erwartet: Wir kümmern uns – bisweilen penetrant – um die Familie, wir schuften mit verhärtetem Blick in der rücksichtslosen Geschäftswelt, wir arbeiten – der puren Selbstverwirklichung wegen – auch dann, wenn das Kleinkind auf dem Arm der Kinderfrau in Erwartung der geliebten Mama aus dem Fenster schaut.

Neuerdings haben wir noch zwei Varianten mehr zur Auswahl, die auch nicht freundlicher sind: Als „Latte-Macchiato-Mutter“ ruhen wir uns – aus Angst vor der rauen Arbeitswelt – auf dem Rücken der Männer aus, und als „Tigermutter“ trimmen wir den Nachwuchs mit an Folter grenzenden Methoden zum Genie.

Entspannt ist das alles nicht: Wer aus einer dieser Schubladen ausbrechen will, ist mit einem Fuß schon in der nächsten. Die Diskussion um die Frauenquote, die vor einigen Wochen ihren medialen Höhepunkt erreichte, verstärkt den Rechtfertigungsdruck. Warum sitzen Frauen trotz Spitzenausbildung in der Sonne auf Spielplätzen herum? Warum tappen sie in die Teilzeitfalle? Warum nehmen sie sich eigentlich nicht die Karriere, die ihnen zusteht?

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