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Polizei rüstet sich für Großeinsatz in Dresden

10.02.2012 | 18:41 Uhr
Polizei rüstet sich für Großeinsatz in Dresden (dapd)
Polizei rüstet sich für Großeinsatz in Dresden (dapd)

Bis zu 2.000 Rechtsextreme sowie 3.000 Gegendemonstranten und Blockierer werden am Montag (13. Februar) in Dresden erwartet. Wie in den vergangenen Jahren wollen die Rechtsextremen an diesem Tag aufmarschieren.

Dresden (dapd). Bis zu 2.000 Rechtsextreme sowie 3.000 Gegendemonstranten und Blockierer werden am Montag (13. Februar) in Dresden erwartet. Wie in den vergangenen Jahren wollen die Rechtsextremen an diesem Tag aufmarschieren. Nachdem es im vergangenen Jahr am 19. Februar zu Krawallen von Extremisten gekommen war, setzt die Polizei diesmal noch stärker auf eine Strategie der Deeskalation, wie Polizeisprecher Thomas Geithner am Freitag in Dresden sagte. Für den Fall von Ausschreitungen seien die Einsatzkräfte aber gerüstet.

Am Montag jährt sich die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg 1945. Großteile der Stadt wurden in Schutt und Asche gelegt, tausende Menschen starben. Rechtsextreme missbrauchen das Gedenken an die Opfer seit Jahren für ihre Zwecke mit Aufmärschen. 10.000 Dresdner demonstrierten dagegen mit einer friedlichen Menschenkette. Bei weiteren Neonazi-Aufmärschen war es am 19. Februar 2011 zu schweren Ausschreitungen von Links- und Rechtsextremen gekommen. Mehr als 100 Polizisten wurden verletzt.

Polizei will gegen Gewalttäter durchgreifen

Am Montagabend wollen Neonazis erneut in Dresden vor allem in der "Wildsdruffer Vorstadt" aufmarschieren. Neben den friedlichen Gegendemonstranten, darunter viele Spitzenpolitiker von Grünen, Linkspartei und SPD, werden auch gewaltbereite Linksextreme erwartet. Gegen Gewalttäter will die Polizei durchgreifen. Vorsichtshalber sollen auch Wasserwerfer aufgefahren werden, die aber nur als "letztes Mittel" zum Einsatz kommen sollen. "Es wird keine friedliche Blockade oder Versammlung mit einem Wasserwerfer aufgelöst", betonte Polizeipräsident Dieter Kroll am Freitag.

Den genehmigten Aufmarsch der Rechten muss die Polizei schützen, solange er friedlich bleibt. Anwohner und Autofahrer müssen Einschränkungen hinnehmen. Geplant sind Straßenabsperrungen und Kontrollen. "Es wird aber nicht so sein, dass ganze Stadtgebiete abgeriegelt werden", sagte Stadtsprecher Kai Schulz. Die friedlichen Gegendemonstranten wie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) wollen vom Postplatz zum Dippoldiswalder Platz laufen, wo sie in Hör- und Sichtweite zum Nazi-Aufmarsch demonstrieren werden.

Zuvor wollen sich Thierse, die komplette Bundesspitze der Grünen und Linke-Chefin Gesine Lötzsch in eine friedliche Menschenkette in der Innenstadt einreihen. Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (beide CDU) werden dazu erwartet. Für Sicherheit bis in die Nacht hinein sollen bis zu 4.500 Polizisten aus mehreren Bundesländern sorgen.

dapd

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