Krisenfolgen : Kinderschützer: Mehr Geburten in "armen Vierteln"

Osnabrück. Der Kinderschutzbund fürchtet infolge der Wirtschaftskrise einen massiven Anstieg der Kinderarmut. Die Politik investiere mit Blick auf das Konjunkturpaket "nur in Steine", sagte Verbandspräsident Hilgers. "Aber wir brauchen mehr Investitionen in Menschen", forderte er.
Der Kinderschutzbund fürchtet infolge der Wirtschaftskrise einen massiven Anstieg der Kinderarmut. Dies gelte umso mehr, da nach der demografischen Entwicklung in Deutschland die Kinder «in den armen Stadtteilen» geboren würden, sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers der «Neuen Osnabrücker Zeitung» vom Montag. Dagegen sänken die Geburtenzahlen in bürgerlichen, gutsituierten Stadtteilen dramatisch. «Das ist eine Katastrophe, auf die eigentlich alle Ökonomen aufgebracht reagieren müssten», sagte Hilgers.
Kinder besser vor Missbrauch schützen
Der Kinderschutzbundpräsident kritisierte die Konjunkturpakete der Bundesregierung. Die Politik investiere mit Blick auf Kinder und ihre Bildung «nur in Steine». «Schulbauten und Kindertagesstätten werden durch das Konjunkturprogramm gefördert, aber wir brauchen mehr Investitionen in Menschen», forderte er.
Hilgers forderte auch die Nachbesserung der Pläne für einen besseren Schutz der Kinder vor Verwahrlosung und Missbrauch. Das auf den Weg gebrachte Gesetz für mehr Kinderschutz werde «die Erwartungen, die es selbst weckt, nicht erfüllen». In weiten Teilen sei das Gesetz «in dieser Form überflüssig». Es beschreibe vor allem Maßnahmen wie Hausbesuche durch das Jugendamt, die auch heute schon in gut funktionierenden Ämtern üblich seien. Für einen besseren Kinderschutz bedürfe es vor allem «eine bessere Personalausstattung der Jugendämter und eine stärkere Förderung der freien Träger». (AFP)
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