Kinderbetreuung : Deutschland braucht fast 300.000 neue Krippenplätze

Wiesbaden. Fast 300.000 neue Krippenplätze sind in den nächsten vier Jahren in Deutschland nötig. das hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet. Schließlich sollen künftig 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren in Tagesstätten und ähnlichen Einrichtungen betreut werden.
Deutschland muss in den nächsten vier Jahren rund 275.000 neue Betreuungsplätze für Kleinkinder schaffen. Soviele zusätzliche Angebote in Krippen oder bei Tagesmüttern sind nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes nötig, um die beim «Krippengipfel» 2007 von Bund, Ländern, Gemeinden und Wohlfahrtsverbänden vereinbarte Betreuungsquote von 35 Prozent für Kinder unter drei Jahren zu erreichen, wie die Behörde am Freitag in Wiesbaden mitteilte.
Derzeit gibt es den Angaben zufolge erst für jedes fünfte Kleinkind einen Betreuungsplatz, nämlich für 417.200 der 2,048 Millionen Kinder unter drei Jahren, entsprechend einer Quote von 20,4 Prozent. 2006 waren es erst 286.900 entsprechend einer Quote von 13,6 Prozent gewesen.
Konstant "1,4 Kinder" Pro Frau
Grundlage der Vorausberechnung ist laut Bundesamt die Annahme, dass die Geburtenziffer von 1,4 Kindern je Frau konstant bleibt und dann bis zum Jahresende 2012 insgesamt 1,98 Millionen Kinder unter drei Jahren in Deutschland leben. Ein Angebot für bundesweit 35 Prozent der Kinder würde demnach erfordern, dass rund 692.000 Plätze vorgehalten werden und damit rund 275.000 mehr als 2009. Pro Jahr müssen danach im Durchschnitt rund 69.000 neue Plätze geschaffen werden. Für die folgenden Jahre bis einschließlich 2020 rechnet das Bundesamt mit einer nahezu gleichbleibenden Geburtenzahl.
Da es in den ostdeutschen Bundesländern bereits eine überdurchschnittliche Betreuungsquote von 46 Prozent gibt, sind die neuen Plätze den Angaben zufolge rechnerisch ausschließlich in den westdeutschen Bundesländern zu schaffen. (ap)








