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Autoindustrie

Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze

06.11.2009 | 16:41 Uhr
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze

Frankfurt/Main. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster will das Unternehmen verlassen. Der langjährige Opel-Lenker hatte sich für den Magna-Deal stark gemacht. Er wisse nicht, wie Opel nun saniert werden solle: "Ich glaube, die wichtigen Herren wissen es selbst nicht."

Nach dem Stopp des Opel-Verkaufs durch General Motors verlässt Europachef Carl-Peter Forster den Konzern. Wie aus informierten Kreisen am Freitag verlautete, wird GM-Boss Fritz Henderson in der kommenden Woche in Rüsselsheim erwartet. Es werde zu einer einvernehmlichen Trennung mit Forster kommen.

GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster verlässt den Konzern. Foto: afp

Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» und die Zeitung «Handelsblatt» am Freitag übereinstimmend berichteten, soll Forster von Nick Reilly abgelöst werden, dem Chef des internationalen Geschäfts bei GM. Reilly gilt nach Angaben aus informierten Kreisen allerdings als Übergangslösung.

Das «Handelsblatt» berichtete, der GM-Konzern suche auch extern nach einem neuen Opel-Lenker. Im Gespräch sei dabei auch Magna-Manager Herbert Demel. Der ehemalige Audi-Chef war bereits vor mehreren Tagen als neuer Opel-Boss im Gespräch. Damals wurde aber noch mit einem Einstieg des Zulieferers bei Opel gerechnet. Die GM-Europazentrale in Zürich lehnte einen Kommentar ab. Auch Opel erklärte, man wolle zu Personalspekulationen keine Stellungnahme abgeben.

Verwaltungsrat öffentlich kritisiert

Konzernchef Henderson hatte am Donnerstag angekündigt, GM werde in Kürze ein Übergangsteam bilden, um die Restrukturierung zu leiten. Mit der Ablösung Forsters wird seit längerem gerechnet. Der langjährige Opel-Lenker hatte sich wiederholt für den Einstieg von Magna International und der russischen Sberbank starkgemacht.

Nach dem Scheitern der Transaktion kritisierte er die Entscheidung des GM-Verwaltungsrats öffentlich. «So ein plötzlicher Schwenk ist kaum nachzuvollziehen», sagte Forster. Er hätte sich gewünscht, «dass es zu einem ganz anderen Ergebnis kommt». Er wisse nicht, wie es weitergehen und wie Opel nun saniert werden solle: «Ich glaube, die wichtigen Herren, die das entschieden haben, wissen es selbst nicht.»

Forster wurde 2001 Chef bei der Adam Opel GmbH und verantwortete damals den Umbau des Unternehmens. Im Juni 2004 wurde er Europachef von GM und übernahm damit auch die Verantwortung für die Marken Saab und Vauxhall. Zugleich blieb Forster als Opel-Aufsichtsratschef in enger Tuchfühlung mit der Marke.

Opel-Länder wollen gemeinsam kämpfen

Bei den Verhandlungen über die Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel wollen sich die vier Bundesländer mit Autowerken nicht vom Mutterkonzern General Motors gegeneinander ausspielen lassen. Das sei bei einem Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung in Berlin vereinbart worden, sagte der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) am Freitag im ZDF. Unterdessen geht die Diskussion über staatliche Hilfen für GM weiter.

Demonstrative Eintracht: NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers vor dem Opel-Werk in Bochum. Foto: ap

Rüttgers warf GM wegen der Kehrtwende beim Opel-Verkauf vor, einen «Chaos-Laden in Detroit» zu betreiben. Den US-Managern sei offenbar klargeworden, dass sie die guten Autos von Opel bräuchten. Der Ministerpräsident forderte erneut, GM müsse nun zügig ein Sanierungskonzept vorlegen.

Bei den betroffenen Ländern handelt es sich neben Nordrhein-Westfalen um Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Alle vier Regierungen wollen die Schließung der Werke Bochum, Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach verhindern.

Schäuble schließt Staatshilfen nicht aus

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schließt indes staatliche Hilfen für GM bei der Sanierung von Opel offenbar nicht aus. Der Hannoverschen «Neuen Presse» sagte er: «Die Verantwortung für die Menschen und die Region kann der Staat nicht für erledigt erklären.» Man werde sich mit den Ländern um Hilfe und Lösungen für die Betroffenen bemühen.

Zur Frage, ob Deutschland Staatshilfen in Aussicht stelle, sagte Rüttgers, dies komme auf das GM-Konzept an. Entscheidend sei die langfristige Standortsicherung, der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie ein sozialverträglicher Stellenabbau. Bisher höre man jedoch aus den USA, der Konzern sei wieder flüssig.

Auch die IG Metall forderte im Gegenzug für Staatshilfen klare Zusagen von GM. Erst wenn ein Konzept vorliege, könne man über Hilfen nachdenken, sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber der «Frankfurter Rundschau». «Wenn der Staat Hilfen gewährt, wäre er gut beraten, als Gegenleistung Mitsprache in dem neuen Opel-Konzern zu verlangen.»

GM könnte nach eigenen Angaben einen Teil der US-Staatshilfen in Höhe von 50 Milliarden Dollar für die Opel-Sanierung verwenden. Die Geschäftsleitung bevorzugt aber Kredite von europäischen Regierungen. Außerdem könnte Opel für die Sanierung auch selbst aufkommen und weniger Lizenzgebühren für GM-Technik zahlen, wie Konzernchef Fritz Henderson am Donnerstag sagte.

Opel-Händler ziehen Hilfszusagen zurück 

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Mit der Absage des Opel-Verkaufs wollen sich die Händler nicht mehr an dem Unternehmen beteiligen. Der Vizepräsident des Verbandes Europäische Opelhändler (Euroda), Albert Still, sagte der «Welt»: «Das Thema ist vom Tisch. Es wird weder eine Beteiligung der Händler an Opel noch einen finanziellen Beitrag geben.» Man habe Jahrzehnte mit GM gelebt und werde das weiter tun.

Die europäischen Händler hatten im Mai erklärt, sich mit einem 400 Millionen bis 500 Millionen Euro schweren Fonds eine Minderheitsbeteiligung an der GM-Tochter sichern zu wollen. (ap)

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Kommentare
06.11.2009
21:50
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von mspoetnik | #37

Die Sache is ja wohl die,dass keiner n Opel fahn will.Würden wir alle n Opel fahn,hätten wir das Problem nicht.So ist der Marktt. Angebot und Nachfrage.Opel is Scheisse und deswegen gehn se kaputt.

06.11.2009
21:38
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von Helmut Bode | #36

Endlich. Leider geht Herr Forster 10 Jahre zu spät Ein Manager, der auch früher permanent immer Unsicherheit über Werksschließungen geschürt hat. Eine schache Manager- Persönlichkeit.

06.11.2009
20:18
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von die Linke kann gar nichts | #35

Unglaublich, was hier so an Linken Stimmung gemacht wird. Außer unlogisch sein bekommen die doch rein gar nichts gebacken. Dummes Nachplappern der Ossiparolen von wer arbeitet ist blöd Solidarität mit Hartz IV sonst nichts. Warum versuchen es diese Schlaumeier wie unsere Väter nach dem Krieg vielleicht mal mit ARBEIT.

06.11.2009
20:12
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von CaptainWillard | #34

Muppets-Show.

06.11.2009
19:34
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von Käppchen | #33

Mit Bob Lutz nähert sich das Alter des GM-Vorstandes
nun dem seiner Kunden.
Vielleicht wird bald wider der Opel Kadett
neu aufgelegt?

06.11.2009
19:01
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von supertrouperII | #32

@30 bitte nicht Liter mit Gallonen verwechseln

06.11.2009
18:56
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von AmericanV8 | #31

@29....Yeahr Baby :-)))

Ich bin z.Z in Jeddah, fahre mit einem GMC-Youkon durch die Gegend, hat was :-).Verbraucht aber leider keine 35 ltr. sonder ,,nur ca. 17 ltr. mit Bleifuss.

06.11.2009
18:18
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von bernieabg | #30

Bob Lutz wird wohl neuer Aufsichtsratschef bei Opel. Das bedeutet Heckflossen, Pick-Up Ladefläche, V-8-Motoren und ein Verbrauch von 35 Liter/100 km für alle Opel Neuentwicklungen.

06.11.2009
16:53
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von Thomas Weiler | #29

20% der Leute rau, Löhne und Gehälter um 20% kürzen.

Dann ist wieder genug Geld da, mit dem man vernünftige neue Produkte entwickeln kann, und damit kommt dann auch der Erfolg wieder.

So einfach ist das, meine lieben Opelaner.

Was, Ihr wollt nicht ? Ja dann geht zugrunde !

Aber von unserem Steuergeld kriegt ihr GAAAAR NICHTS.

06.11.2009
16:35
Opel-Lenker geißelt Planlosigkeit der GM-Spitze
von joerndominik | #28

Ach ja, der Herr Ministerpräsident ! Da muß ich
doch selbst oder gerade als CDU-Wähler sagen, ob er es wirklich beurteilen kann, dass GM ein
Chaos-Laden ist. Überhaupt können gewisse
Berufgruppen,die sehr stark in den Medien vertreten sind, auch ohne Probleme im Circus
auftreten -besser noch bei Pilawa oder Jauch :
Sie wissen einfach alles!

Glück auf!

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