NS-Geschichtsedition "Zeitungszeugen" kehrt in die Kioske zurück
04.01.2012 | 17:20 Uhr 2012-01-04T17:20:00+0100Berlin (dapd). Nach einjähriger Auszeit startet die Sammelheftedition "Zeitungszeugen" in neuem Gewand und erweitertem Expertenteil ein Comeback. Die unter dem Motto "Geschichte erlesen" stehenden Faksimile-Nachdrucke von Zeitungen aus der NS-Zeit von 1933 bis 1945 sollten dabei helfen, Politik und Alltag des Nationalsozialismus zu begreifen, sagte Chefredakteurin Christina Kiesewetter anlässlich der Vorstellung der überarbeiteten Neuauflage am Mittwoch in Berlin. Ab dem 5. Januar stehen die "Zeitungszeugen" wieder wöchentlich mit zwei bis drei Originalausgaben in den Kiosken.
Die Nachdrucke hatten bei der Erstedition im Jahr 2009 für Wirbel gesorgt. Das Land Bayern scheiterte unter anderem mit einer Urheberrechtsklage. Der Zentralrat der Juden bezeichnete die lediglich lose in den Mantelteil gelegten Nachdrucke damals als "Kopiervorlagen für Nachwuchsnazis".
Der Kritik wollen die Macher der "Zeitungszeugen" mit einer Verdopplung des von Historikern zusammengestellten Kommentar- und Analyseteils auf acht Seiten, einem Verzicht von Poster- und Plakatbeilagen und einer Erweiterung der ausgewählten Blätter aus dem In- und Ausland begegnen. Zudem sollen die Originalzeitungen fortan mit einem Aufdruck markiert werden, um sie eindeutig als historisches Dokument auszuweisen, wie Kiesewetter erläuterte.
Der britische Verleger Peter McGee strebt nach einer Startauflage von 350.000 Stück einen wöchentlichen Verkauf von 100.000 Exemplaren an. Unterstützt wird sein Projekt erneut von renommierten Fachleuten. Geschichte lebe vom Studium der Primärquellen, sagte der Historiker Sönke Neitzel von der Universität Glasgow. Daher sei eine solche kommentierte Edition als "Brennglas der NS-Zeit" sehr hilfreich, auch um ein großes Publikum zu erreichen.
Mit im Boot ist erstmals auch der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands (VGD). Die "Zeitungszeugen" böten im Unterricht "einen erheblichen Zusatzgewinn, den kein Schulbuch leisten kann", sagte VGD-Präsident Peter Lautzas. Insbesondere der ausgeweitete Kommentarteil sei eine wichtige Stütze, um einen Missbrauch der Nachdrucke zu verhindern.
dapd
14:11
VERBIETEN !
Genau das muss alles in Vergessenheit geraten.... Spinner. Ich habe die erste Edition 2009 gekauft und werde diese neue auch kaufen. Ich bin kein Nazi geworden dadurch. Im Gegenteil. es bestärkt mich dagegen anzugehen. Man sieht wie krank dieses System war und ist. Man bekommmt einen Einblick in die Zeit von damals. Meine Oma hat mit Intresse auch diese Ausgaben gelesen und erzählt alte Geschichten. Wir dürfen diese Zeit nicht vergessen und aufarbeiten.