Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Spionage

NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab

13.10.2011 | 16:45 Uhr
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
Internet-Telefonate über Skype wurden in NRW abgehört. Das räumte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) ein. Foto: Imago

Düsseldorf.Die Polizei hat in NRW laut Innenminister Jäger keine verbotene Online-Durchsuchung mit Trojanern durchgeführt. Jäger räumte im Innenausschuss allerdings ein, dass Telefonate über Skype abgehört wurden.

Video
Bayerns Innenminister Herrmann kann die Aufregung um den Computer-Trojaner nicht verstehen.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat den Einsatz von Telekommunikations-Software der Polizei in schweren Ermittlungsfällen verteidigt. Polizei und Verfassungsschutz in NRW hätten aber keine sogenannte „Online-Durchsuchung“ mit Spionage-Software („Trojaner“) auf Computern durchgeführt. Die Polizei habe auch nur „vereinzelt“ Telekommunikations-Software eingesetzt, um Gespräche von Beschuldigten abzuhören, die über das Internet telefonieren („Skype“), sagte Jäger im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags . „Das Vorgehen der Polizei war richterlich angeordnet und erfolgte nach geltendem Recht.“

Nachdem das Ministerium zuvor den Einsatz der Software zur Überwachung der Telekommunikation (TKÜ) in zwei Ermittlungsverfahren bestätigt hatte, gibt es offenbar nun einen aktuellen dritten Vorgang. Nach einem Bericht des Ministeriums hat ein NRW-Amtsgericht am 12. Oktober die Durchführung einer Quellen-TKÜ in einem Ermittlungsverfahren angeordnet, in dem von einer NRW-Kreispolizeibehörde ermittelt wird. Es sei gewährleistet, dass die Behörden „auf Grund der aktuellen Diskussion noch sensibler bei der Umsetzung der Maßnahme vorgehen“, erklärte ein Vertreter des Ministeriums.

Angesichts der aktuellen Debatte über den Einsatz von Spionage-Software („Trojaner“) auf Computern sprach sich Minister Jäger dafür aus, dass derartige Instrumente künftig von einer unabhängigen Stelle bundesweit geprüft und zertifiziert werden. Auch sei der Bundesgesetzgeber gefordert, die Strafprozessordnung auf den aktuellen Stand der Technik bei der Telekommunikations-Überwachung hin zu konkretisieren. Jäger warnte vor einer Stimmung, „wir seien nur noch wenige Schritte vom Überwachungsstaat entfernt“.

Zuvor hatte die Gewerkschaft der NRW-Polizei (GdP) erklärt, dass auch NRW-Behörden Trojaner eingesetzt haben . Das Programm sei „in einer Handvoll Fälle zum Einsatz gekommen“. Ein Problem sieht die GdP darin nicht.

Hintergrund: Was Sie über Trojaner wissen müssen

Wilfried Goebels

Facebook
 
Kommentare
16.10.2011
23:56
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von Saviour1981 | #27

ich glaube, solch eine Bespitzelung kann nie juristisch einwandfrei sein. Es ist traurig anzusehen, dass die Justiz mittlerweile eine Lobby für den Staat geworden ist. Mal sehen, wann wir hier zentralasiatische Verhältnisse haben...

16.10.2011
23:08
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von benediktw | #26

Warum werden diese Programme eigentlich eingesetzt? Die Betreiber von Skype sind ausdrücklich dazu bereit, mit Strafverfolgungsbehörden zu kooperieren, sofern die Abhörmaßnahme juristisch einwandfrei ist. Geht die Polizei davon aus, dass Skype die Gesprächsmitschnitte nicht liefert oder möchte sie auch abhören, wenn die Rechtsgrundlage fehlt?

16.10.2011
18:37
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von Saviour1981 | #25

#19
Depp Diogenes - es gibt keinerlei Rechtfertigung, in die Privatsphäre einzelner Bürger einzugreifen. Es gibt weitaus legalere Mittel, Verbrechen aufzuklären. Soll hier am besten gleich die CIA eingeführt werden? Oder noch schlimmer: Repressionen wie im Film Das Netz stattfinden? Ihrem ersten Staz stimme ich zu, wenn ich mir ihren Kommentar druchlese

#21
Depp Herby52
es gibt genügend Mittel, mit denen die Polizei erfolgreich Straftaten aufklären kann. Ein BUndestrojaner ist nicht gesetzeskonform. Ich lehne einen Überwachungsstaat Deutschland bzw. ein Stasi 2.0 strikt ab!

Schade, dass es soviele Genossen hier gibt, die wahrscheinlich auf der Welle eines 1990 beendeten Unrechtsstaates mitgeschwommen wären. Anstatt man aus der Geschichte lernt...

14.10.2011
10:39
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von wonko2 | #24

@18
Damit machen Sie sich erst recht verdächtig, so ein Verhalten ist doch höchst konspirativ!
Wenn bei einer Überwachung nichts verdächtiges festgestellt wird liegt das nämlich auf keinen Fall daran, daß man den Falschen beobachtet, sondern das ist nur ein Beweis wie geschickt der Überwachte seinen bösen Pläne zu verbergen vermag!

14.10.2011
10:33
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von spiker1234 | #23

Manche sind gewöhnt überwacht zu sein und dabei fühlen sie sich sicher. Früher war der böse Westen,heute hat man einen neuen Feind erfunden- einfach die Terroristen.

14.10.2011
10:31
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von Melesigenes | #22

#13 von mrmenta: Sie wollen Minister wegsperren? Interessante Idee.

14.10.2011
09:15
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von Herby52 | #21

Merkwürdig, keine hat sich über die Telefonüberwachung aufgeregt, das war normal.
Jetzt läuft die Kommunikaton nicht mehr über das normale Telefon sondern über andere Kanäle und die dürfen nicht überwacht werden?

Wie soll die Polizeit Straftaten aufklären, wenn Sie keine Mittel dazubekommt?

14.10.2011
09:08
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von 666biker | #20

Gerade die ganz linken kennen sich doch superstasihaft aus mit den Dingen. Freiheit war denen immer schon suspekt.

14.10.2011
08:11
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von Diomedes | #19

Selten so viel dummes Geschwätz gelesen...

Da heute ein Großteil der Kommunikation übers Internet läuft, braucht die Polizei auch die notwendigen Mittel (Programme) um darauf zugreifen zu können. In der Telefonzentrale ein Kabel anklemmen nützt heute nichts mehr.

Für alle, die über den Stasi- und/oder Überwachungsstaat oder sonst noch was meckern: Vielleicht erst mal nach Strafprozessordnung googlen, bevor man sich in vocal diarrhoea edrgießt...

14.10.2011
07:40
NRW-Polizei hörte Skype-Telefonate ab
von Elfentraum | #18

;-) am Besten man trifft sich nur noch persönlich mit seinen Bekannten, tauscht dann alle Infos schriftlich auf Zetteln aus und verbrennt anschließend die Zettel ... dann besteht keine Gefahr mehr, dass irgendwer anders mitbekommt, was man sich zu sagen hat ...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/5157909/create

Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
Berlin in schwarz-gelb
Bildgalerie
BVB-Fans
Papst Benedikt wird 85
Bildgalerie
Kirche
Aus dem Ressort
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
Wirtschaft
"Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen...
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...