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Strafvollzug

NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück

28.04.2010 | 16:55 Uhr
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück

Düsseldorf.Als falsch hat NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) am Mittwoch einen Medienbericht zurück gewiesen, schwangere Gefangene hätten in NRW-Haftanstalten Kinder gefesselt entbunden. Die Opposition im Landtag forderte von der Ministerin Aufklärung.

NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) hat einen Zeitungsbericht über die angeblich menschenunwürdige Behandlung schwangerer Frauen im NRW-Justizvollzug zurückgewiesen. „Die in den Medien erhobenen Vorwürfe, in Nordrhein-Westfalen müssten Schwangere gefesselt entbinden, sind schlicht falsch. Es hat nach den mir vorliegenden Berichten keine einzige Entbindung gegeben, bei der die Gefangene gefesselt gewesen ist“, sagte die Ministerin am Mittwoch in Düsseldorf. Die Opposition will eine Aufklärung der Vorwürfe.

„Bei frauenärztlichen Untersuchungen der weiblichen Gefangenen waren und sind keine männlichen JVA-Bediensteten anwesend“, sagte Müller-Piepenkötter weiter. Lediglich auf dem Weg zum Arzt oder ins Krankenhaus würden die Gefangenen „im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen - in der Regel an den Händen - gefesselt, wenn Anhaltspunkte für Fluchtgefahr“ bestehen.

In der Regel werde bei schwangeren Gefangenen eine Verlegung in die Mutter-Kind-Abteilung im offenen Vollzug des Justizvollzugskrankenhauses in Fröndenberg verfügt, die 13 Plätze anbiete. Le­diglich in den wenigen Fällen, in denen solche Lösungen nicht in Be­tracht kommen - etwa weil die Mutter wegen Drogenabhängigkeit aktuell zur Betreuung des Kindes nicht in der Lage ist -, müssten Mutter und Kind kurz nach der Geburt getrennt werden. Die Entscheidung, wo das Kind untergebracht wird - zum Beispiel in der Herkunfts- oder der Pfle­gefamilie -, treffe das Jugendamt, so die Ministerin.

Laut „Frankfurter Rundschau“ (Mittwochausgabe) wirft eine Gruppe von Ärzten, Psychologen, Hebammen und Hilfseinrichtungen der Landesregierung vor, menschenunwürdige Haftbedingungen für schwangere Frauen zu dulden. „Wir wissen auch von Ausnahmefällen, in denen Schwangere gefesselt entbinden mussten“, sagte Monika Kleine, Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen, dem Blatt.

Endlose Kette der Skandale

Die Opposition forderte eine rückhaltlose Aufklärung der Vorwürfe. „Träfen die Berichte zu, wäre es eine die Menschenwürde tief verletzende Praxis in den nordrhein-westfälischen Gefängnissen. Damit wäre ein weiterer unglaublicher Tiefpunkt in der schier endlosen Kette der Skandale von CDU-Justizministerin Müller-Piepenkötter erreicht“, sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Frank Sichau.

Auch die Grünen verlangten genauere Informationen. „Dass Hochschwangere unter dermaßen entwürdigenden Umständen ihr Kind kriegen müssen, ist politisch skandalös und traumatisiert diese Frauen schwer“, sagte Grünen-Fraktionsvize Barbara Steffens. Diese Vorgänge seien Ministerin Müller-Piepenkötter schon seit Mitte März bekannt. „Selbst die daraufhin gegründete Arbeitsgruppe hat sich bis jetzt nicht mit den Vorwürfen der Fesselung schwangerer Frauen befasst, sondern will über das Thema unverantwortlicher Weise erst nach der Wahl reden“, kritisierte die Abgeordnete. Müller-Piepenkötter müsse diese Zustände sofort abstellen.

„Die Trennung von Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt ist unmenschlich und verstößt gegen die Rechte eines Neugeborenen“, sagte Steffens weiter. Das Vorgehen widersprich fundamental dem Kindeswohl und stelle für dessen Zukunft eine schwere Hypothek dar.

Die CDU verteidigte ihre Ministerin. „Es ist gängige Praxis in NRW, Frauen, die vor der Entbindung stehen, die Haftzeit zu verkürzen oder zu unterbrechen“, sagte der CDU-Rechtsexperte Christian Möbius. Das belegten auch die Zahlen, „wonach zum Beispiel für Köln von 22 schwangeren Gefangenen nur zwei ihr Kind während der Haft entbunden haben“.

Die SPD verlangte hingegen, Justizministerin Müller-Piepenkötter „die Verantwortung zu entziehen“. Die Ministerin steht seit dem Siegburger Foltermord 2006 wegen einer Reihe von Skandalen und Pannen in den Haftanstalten des Landes in der Kritik. (ddp)

DerWesten

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Kommentare
01.05.2010
17:43
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von Duwirstmirfolgen | #11

Ich kenne die Frau, die ihr Kind so hat bekommen müssen. Es war ein Beamter bei der Geburt dabei und sie wurde unmittelbar nach der Geburt ans Bett gefesselt. Das Mädel hat jetzt noch 5 lebende Kinder und 2 verstorbene. Die Umstände ihrer Taten (Diebstahl und Schwarzfahren) sind in diesen außergewöhnlichen Umständen begründet. Den Fluchtvermerk hat sie in der Jva in ihre Akte eingetragen bekommen, weil sie in einem Brief an ihre Mutter schrieb “.. ich hatte eine Ausführung zum Gynäkologen. Wenn ich gewollt HÄTTE, hätte ich flüchten KÖNNEN”. Sie hat nicht gewollt und ist daher NICHT geflohen! Das hat sich Monate VOR der Geburt abgespielt. Der Beamte ist bei der Geburt dabei gewesen, weil es eine Dienstanweisung war.

29.04.2010
08:06
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von MSP | #10

Wer hier der Depp ist und seine Wunden lecken wird, wird sich hoffentlich noch zeigen.

Für mich sind jedenfalls alle diejenigen jetzt schon ziemlich unterbelichtet, die immer für ein weiter so unserer Schwarz-Gelben A-sozial Parteien eintreten.

28.04.2010
23:30
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von Labern und nix verstennn | #9

Zum Glück werden sozialdemokratisch ideologisierte Deppen wie Elektrosteiger am Abend des 9.Mai ihre Wunden lecken müssen.

28.04.2010
21:19
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von Elektrosteiger | #8

Frau Müller-Piepenbrink konnte noch nie was...

Nicht gestern, nicht Heute und erst recht nicht Morgen....

Aber, Gott sei Dank, am 09.05.2010 ist sie endlich WECH..

28.04.2010
20:02
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von ute45 | #7

ich hoffe nur das diese Frau am 9-5 weg ist
sie lügt nur und klebt an ihren Sessel!!!!!!!

28.04.2010
19:21
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von 4kids | #6

In kurzen Abständen werden immer wieder Mißstände in den Justizvollzugsanstalten aufgedeckt. Hat mal einer daran gedacht der Frau Ministerin zu sagen welches Amt sie ausfüllt und das sie auch Verantwortung trägt? Was ist das für eine Auffassung von Arbeitspflicht?

28.04.2010
18:58
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von BirgitK. | #5

Ganz gleich, wer die NRW-Wahl gewinnt - die Legislaturperiode danach wird wohl ohne Frau Müller-Piepenkötter stattfinden.
Erstaunlich, dass man erst unter ihrer Ministerienführung erfuhr, was sich so alles in den JVAs abspielt... Gibt s da eigentlich keine Aufklärung über Verhütungsmittel? Schwangerschaft ein Grund zur Haftverkürzung und Förderung auf Kosten der Steuerzahler?

28.04.2010
18:13
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von Rot Gruener Retterspitz | #4

Grünen und SPD ist auch wirklich nichts zu dumm, um der Regierung vor der Wahl irgendwas am Zeug zu flicken.

Wen das das Niveau ist, auf dem sie unser Land in den nächsten 5 Jahren regieren wollen, dann Gute Nacht ! Ich sehe schon die wöchentlichen Schlagzeilen

Ministerpräsidentin Kraft und Umweltministerin Schneckenburger überreichen drogenabhängiger junger Mutter in der JVA Ossendorf einen Willkommensgruß für den kleinen Neubürger. Huflattichtee aus biologischem Anbau soll den Resozialisierungsprozess beflügeln ...

Mein Gott, was für ein Kindergarten ...

28.04.2010
17:58
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von herc | #3

Ja, Ja - alle, die es mit eigenen Augen gesehen haben sind Lügner.

Und weiter geht es im Alltagsgeschäft. Wieviel Milliarden braucht Grichenland zur Stunde?

28.04.2010
17:55
NRW-Justizministerin weist Fesselungs-Vorwürfe zurück
von Elektrosteiger | #2

Frau Müller-Piepenbrink, die 67. Panne...

Aber am 09.05.2010 ist sie endlich ABGEWÄHLT!!!

GOTT SEI DANK!!!

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