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Kriegsgeschäfte

NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden

24.08.2010 | 17:41 Uhr
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
Bürgerkriegsalltag in Somalia: Die islamistischen Shabaab-Rebellenbei Haliwa.

Duisburg/Telgte.Söldner für Somalia – die Firma Asgaard aus dem münsterländischen Telgte wollte Geschäfte mit einem afrikanischen Kriegsherrn machen. Ein entsprechender Vertrag wurde nun bei Durchsuchungen gefunden.

Mehr oder weniger offen hatte die Firma Asgaard German Security Group aus dem münsterländischen Telgte bereits im Mai angekündigt, mehr als hundert ehemalige Bundeswehrsoldaten als private „Sicherheitsberater“ in das afrikanische Bürgerkriegsland schicken zu wollen. Die Staatsanwaltschaft Münster glaubt, dass dies gegen ein entsprechendes UN-Embargo verstoßen würde und ließ gestern neun Objekte der Firma und von Firmenangehörigen durchsuchen, darunter eine Wohnung in Duisburg und vier in Bayern.

Und tatsächlich fanden die Zollfahnder am Stammsitz in Telgte den fraglichen Vertrag zwischen Asgaard und dem somalischen Clanchef Abdinur Darman. Der bezeichnet sich selbst als „gewählten Präsidenten Somalias“ und opponiert gegen die international anerkannte Übergangsregierung von Präsident Sharif Sheikh Ahmed. Asgaard-Chef Thomas Kaltegärtner Nach Aussagen von Asgaard-Chef Kaltegärtner hatte die Vereinbarung allerdings schon zuvor bestätigt, unter anderem der Frankfurter Rundschau. Demnach sollten seine Truppen Personen, Gebäude und Konvois im Umfeld von Darman sichern, für die Logistik sorgen und somalische Sicherheitsleute trainieren. An Kampfeinsätzen gegen Piraten, Islamisten oder Terroristen würden die „Sicherheitsberater“ aus Deutschland nicht teilnehmen – dies hatte Darman allerdings dem NDR gesagt.

Haftstrafe von 15 Jahren droht

Welche Details der nun gefundene Vertrag enthält, wollte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer noch nicht sagen, auch sei nicht klar, ob die Sicherheitsberater schon zum Einsatz gekommen seien. Auf Kaltegärtner kommt nun eine Anklage wegen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz zu, also wegen der Verletzung des Somalia-Embargos der UN. Das verbietet unter anderem technische Beratung, Hilfe oder Ausbildung im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten für das Land. Es droht eine Haftstrafe von maximal 15 Jahren. Einen Haftbefehl gegen den ehemaligen Bundeswehrsoldaten wollen die Staatsanwälte allerdings nicht erwirken.

Besondere Brisanz bekommt der Vertrag zwischen Asgaard und Darman auch dadurch, dass die EU somalische Sicherheitskräfte der Übergangsregierung ausbildet. An der Mission „EUTM Somalia“ sind bis zu 20 Bundeswehrsoldaten beteiligt.

Thomas Mader und Kai Süselbeck

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Kommentare
25.08.2010
11:09
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
von K.S. | #9

Ich bin sicher,daß keine Bundeswehrsoldaten an der Mission beteiligt sind.
Höchstens ehemalige BW-Soldaten.

oder hat das Verteidigungsministerium für Asgaard soldaten freigestellt ?????

GOSSENJOURNALISMUS !!!!!!!

25.08.2010
10:17
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
von fragenstellerin | #8

Bin ich in Telgte bei der Firma Asgaard German Security Group als privater Sicherheitsberater beschäftigt mache ich mich wegen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz der Bundesrepublik Deutschland strafbar, werde ich von der Bundeswehr als Sicherheitsberater dort hin entsendet ist alles erlaubt. Grad so wenn ich mit Waffen handel. Tut es das Außenministerium ist alles in Ordnung und mache ich es ist es wieder strafbar wegen Verstoßes gegen das besagte Außenwirtschaftsgesetz. Eigenartige Logik die man verstehen muss.

24.08.2010
23:49
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
von ehrlichkeit und recht | #7

Somalia, offiziell Republik Somalia, ist ein zerfallener Staat im äußersten Osten Afrikas, am Horn von Afrika.
Gegen Kolonialisierungsversuche des seinerzeitigen britischen Weltreichs setzte sich die Derwisch-Bewegung unter Mohammed Abdullah Hassan lange erfolgreich zur Wehr und erst 1920, nach der Bombardierung der Aufständischen im Fort Taleh (Taleex), wurde der Widerstand gebrochen und Somalia zum Protektorat.
In den heute noch geltenden Grenzen entstand Somalia 1960 aus dem Zusammenschluss von Britisch- und Italienisch-Somaliland, die fast zeitgleich unabhängig wurden. Nach Ermordung seines Präsidenten und einem Militärputsch war das Land von 1969 bis 1991 eine Militärdiktatur unter Siad Barre und befindet sich seit dessen Sturz im Bürgerkrieg.
Die siegreichen Rebellengruppen konnten sich jedoch nicht auf eine Nachfolgeregierung einigen. Der am Sturz Barres führend beteiligte United Somali Congress zerbrach infolge des Machtkampfes ihrer Führer Mohammed Farah Aidid und Ali Mahdi Mohammed. Somalia zerfiel in umkämpfte Machtbereiche von Clans und Kriegsherren. Der Norden des Landes erklärte sich als Somaliland einseitig für unabhängig, ohne hierfür internationale Anerkennung zu finden.

Für die Bevölkerung hatten die Kämpfe und Plünderungen eine Verschlechterung der Versorgungs- und Sicherheitslage bis hin zu einer Hungersnot im Süden Somalias zur Folge. Ab 1992 sollte deshalb die UN-Mission UNOSOM unter US-amerikanischer Führung die Lieferung von Nahrungsmittelhilfe sichern und den Frieden wiederherstellen. Nach den Ereignissen der „Schlacht von Mogadischu“ im Oktober 1993 zogen die USA jedoch ihre Truppen wieder aus dem Land zurück. 1995 musste sich auch die UNOSOM II ohne Erfolg zurückziehen. Die Kampfhandlungen gingen weiter, wenn auch weniger intensiv. Im praktisch autonomen Somaliland blieb es seit 1996 weitgehend friedlich. Nach diesem Vorbild gründete der Harti-Darod-Clan in Nordostsomalia die autonome Region Puntland. Die Rahanweyn versuchten in Südwestsomalia ebenfalls, eine Regionalregierung zu etablieren, scheiterten jedoch, weil Südwestsomalia wie auch Jubaland umkämpft blieb. In der Hauptstadt Mogadischu bekämpften sich verschiedene Kriegsherren und Milizen der Hawiye.

2000 wurde nach Friedensverhandlungen eine Übergangsregierung für Somalia gebildet, die seit 2004 unter Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed in Baidoa ihren Sitz hat. In Mogadischu konnte sie sich aus Sicherheitsgründen nicht niederlassen. Mitte 2006 eroberte die Union islamischer Gerichte Mogadischu und weite Landesteile von den bis dahin dort herrschenden Kriegsherren, setzte ein gewisses Maß an – unterschiedlich streng gehandhabter – Ordnung nach der Scharia durch und kämpfte an den Grenzen der beiden Machtbereiche gegen die Übergangsregierung.

Das benachbarte Äthiopien fühlte sich von der Union bedroht, da es eine islamistische Vereinnahmung seiner eigenen muslimischen Bevölkerung fürchtete und Teile der Union zum Dschihad zur Eroberung des heute äthiopischen, mehrheitlich von Somali bewohnten Gebietes Ogaden aufriefen. Am 24. Dezember 2006 erklärte Äthiopien der Union offiziell den Krieg, marschierte in Somalia ein und konnte in wenigen Tagen die Union verdrängen. Die Übergangsregierung versuchte sich mit militärischer Unterstützung Äthiopiens in Mogadischu und im übrigen Land zu etablieren, stieß jedoch auf erheblichen Widerstand von Islamisten, verschiedenen Clans und weiten Teilen der Bevölkerung, die die äthiopische Militärpräsenz ablehnten.

In den Jahren 2007 und 2008 kam es in Mogadischu zu heftigen Kämpfen zwischen regierungstreuen Truppen und deren diversen Gegnern, die Hunderttausende in die Flucht trieben. Die Gesamtzahl der Binnenvertriebenen stieg auf über eine Million. Anfang 2009 zogen die äthiopischen Truppen wieder aus Somalia ab. Der gemäßigte Islamist Sharif Sheikh Ahmed wurde neuer Präsident der Übergangsregierung, die jedoch weiterhin von der radikal islamistischen al-Shabaab bekämpft wird. 2009 verloren die Regierungstruppen fast überall im Land an Einfluss. Vor allem in Südsomalia übernahmen die islamistischen Gruppierungen al-Shabaab und Hizbul Islam die Macht und bekämpften sich auch gegenseitig.

Die USA unterstützen die somalische Übergangsregierung politisch, durch finanzielle Hilfen und mit Waffen. Sie stufen die radikalislamische Miliz al-Shabaab als Terrororganisation ein, die mit al-Qaida zusammenarbeite. Die USA haben auch mehrmals gezielte US-Luftangriffe auf Einrichtungen der Islamisten durchgeführt. Die Europäische Union unterstützt finanziell die Übergangsregierung und die Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AMISOM) zu ihrem Schutz.
Bis zum Jahr 2000 gab es keine international anerkannte Regierung.

Und wer hats verbrochen?
Der Geist des Kolonialismus. Aber da will der Westen, also auch wir alle, ja wieder nicht beteiligt sein.
Aber an dem Leid der Somalis läßt sich ja prächtig verdienen. Und viele reden und schreiben aus ihrer Unwissenheit viel Stuss - auch hier.

Und die Presse schreibt es aber auch nicht; trotz Auftrag der Aufklärung und Bildung.

24.08.2010
21:48
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
von _:Brain:_ | #6

Naja, es gibt in Somalia ja keine Nennenswerte nBodenschätze (Uran, Erdöl, Bauxit, ergas). Sonst waren die USA längst nit einem Großaufgebot dort im einsatz, um den Frieden zu sichern (vulgo: Ihre Interessen zu verteidigen).

Also gute Nacht, Somalia, es ist ein feines Leben auch ohne Euch! (Gedächtniszitat aus dem Hirn des derzeitigen Friedensnobelpreisträgers)

24.08.2010
21:43
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
von Robert Mulch | #5

Das hat sich doch schon vor Monaten als Fake rausgestellt.

Ist das der viel gepriesene Qualitätsjournalismus?

24.08.2010
19:19
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
von Search and Destroy | #4

Wer soll den den Saustall da unten sonst aufräumen ?

24.08.2010
19:18
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
von 1Stefan1 | #3

Wurde dieser Text nochmal eben kurz vor Feierabend geschrieben? Grauenhaft.

24.08.2010
18:40
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
von abcsagt | #2

Besondere Brisanz bekommt der Vertrag zwischen Asgaard und Darman auch dadurch, dass die EU somalische Sicherheitskräfte der Übergangsregierung ausbildet. An der Mission „EUTM Somalia“ sind bis zu 20 Bundeswehrsoldaten beteiligt.

An der Mission „EUTM Somalia“ sind bis zu 20 Bundeswehrsoldaten beteiligt.
Auf Kaltegärtner kommt nun eine Anklage wegen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz zu, also wegen der Verletzung des Somalia-Embargos der UN. Das verbietet unter anderem technische Beratung, Hilfe oder Ausbildung im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten für das Land. Es droht eine Haftstrafe von maximal 15 Jahren.

Das mag einer verstehen.

24.08.2010
18:17
NRW-Firma wollte Söldner nach Somalia senden
von Wonderwoman | #1

Ab nach Den Haar - und die US-Amerikaner, die soetwas in unserem Land anzetteln - ebenso!

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