Norwegen-Attentat überschattet Sommercamp von internationalen Jungsozialisten in Österreich
25.07.2011 | 17:45 Uhr 2011-07-25T17:45:00+0200
Essen/Weißensee. Trotz des Norwegen-Attentats sind 58 Jungsozialisten aus NRW zum Sommercamp nach Österreich gereist. Hier treffen sich Mitglieder sozialdemokratischer Jugendverbände aus 100 Nationen. Nur wenige haben abgesagt. Das Credo: jetzt erst recht.
Es sollte um grenzübergreifende Freundschaft, Spaß und Politik gehen. Nun überschattet das Norwegen-Attentat das einwöchige Sommercamp der internationalen Jungsozialisten (IUSY) in Österreich.
Am Montag, nur drei Tage nach dem Massaker in einem Campinglager junger Sozialdemokraten in Norwegen, sind die Delegationen aus mehr als 100 Ländern auf dem Gelände in Weißensee bei Salzburg angekommen. Ein idyllischer Zeltplatz, im Hintergrund die Berge, zwei Straßen trennen die Liegewiesen vom Attersee. Auch 58 Jungsozialisten (Jusos) aus NRW sind angereist. „Wir lassen uns diesen Ort der Begegnung nicht kaputt machen. Von niemandem“, sagt Veith Lemmen, Landesvorsitzender der Jusos in NRW.
Nachdem klar gewesen sei, dass das Camp stattfindet, habe es im Landesverband keine lange Diskussion darüber gegeben, ob man teilnehmen würde oder nicht. „Wir waren uns direkt einig. Wir werden uns von diesem Anschlag nicht unterkriegen lassen“, so Lemmen. „Das wäre genau das gewesen, was der Täter erreichen wollte.“ Ganz bewusst hatte sich der fanatisch rechtsradikale Anders Behring Breivik das Campinglager der norwegischen Jungsozialisten als Ziel ausgesucht. Er wollte den Nachwuchs der regierenden Arbeiterpartei treffen. Er tötete allein dort 68 Menschen. Einige von ihnen hatten nach dem Lager auf der Insel Utoya zum IUSY-Festival kommen wollen.
„Der Mann hat die Werte angegriffen, für die wir stehen: internationalen Austausch, Dialog zwischen den Kulturen, grenzüberschreitende Freundschaft“, sagt der nordrhein-westfälische Juso-Vorsitzende Lemmen. „Wir dürfen vor so einem Faschismus nicht einen Fußbreit weichen.“ Sicherheitsbedenken hätten die Organisatoren aus Österreich schnell ausgeräumt. Dass der Massenmörder bei seiner Festnahme zu Nachahmungstaten aufgerufen hatte, solle die Jungsozialisten nicht einschüchtern.
„Wir sind in ständigem Kontakt zu Polizei und Innenministerium“, berichtet Boris Ginner, Sprecher der Sozialistischen Jugend Österreich. Das Gelände sei durch einen privaten Sicherheitsdienst und Polizisten ausreichend geschützt. Schon vor dem Attentat in Norwegen habe das „aufwendige Sicherheitskonzept“ gestanden.
Ein „mulmiges Gefühl“ bleibe dennoch, sagt Frederike Boll aus dem Vorstand der NRW-Jusos. Schließlich sei auch dieser Zeltplatz relativ abgeschottet. „Wenn hier ein Wahnsinniger durchdreht, dauert es, bis Hilfe kommen kann.“ Dennoch: Der Angst wolle man hier keinen Raum geben. Vielmehr würden die jungen Sozialdemokraten in den kommenden Tagen über die Ursachen für solche Attentate diskutieren. „Das Erstarken der rechtspopulistischen Parteien in Europa ist der perfekte Nährboden für ein so menschenverachtendes Gedankengut, wie es Breivik geäußert hat“, sagt Boris Ginner.
Mit dem Bus sind die NRW-Jusos am Sonntagabend aus Dortmund in Richtung Österreich aufgebrochen – nach einer Trauerfeier für die Opfer und ihre Angehörigen. „Die Nachrichten aus Norwegen haben uns fassunglos und betroffen gemacht“, sagt Sandra Kaiser, Jungsozialistin aus Köln, die auch am Attersee campt. Für die nordrhein-westfälische Delegation hat sie die Fahrt mitorganisiert.
„Die Stimmung hier ist merkbar gedrückt, kein Vergleich zu den Festivals der vergangenen Jahre“, ergänzt Frederike Boll. Ausgelassen sei es damals schon bei der Anreise zugegangen, voller Vorfreude auf politische Diskussionen und weniger politische Partys. Letztere fallen in diesem Jahr wohl weitgehend aus. Statt der Eröffnungsfeier gibt es am Montagabend eine Gedenkstunde für die norwegischen Opfer.
15:33
Die größte Gefahr geht von denen aus, die jede Gelegenheit nutzen, andere in die Panik zu treiben. Das war immer so und wird wahrscheinlich auch so bleiben. Am besten bleibt ihr alle zu Hause! Dann ist die Straße schön frei, die Geschäfte sind leer und ich habe meinen Spaß...
15:12
Warum auch nicht, Jugend- Ferien- Zeltlager sind nicht unsicherer geworden.
Wegen eines fernab durchgeknallten Einzeltäters, ein Ferienlager abzusagen oder abzubrechen ist überzogen..
10:11
Publikumswirksam sollte unser Bundespräsident jetzt auf einer einsamen Insel Urlaub machen. Und dort bleiben.
21:52
Öhhhm wieso hätte man jetzt auch nicht fahren sollen??? Und mit den Sicherheitsleuten ist ja wohl etwas übertrieben. Oder wird demnächst auch für jedes Pfingstzeltlager ne Security gebraucht - LÄCHERLICH.
20:23
Wenn man sonst keinen Grund zur Sorge oder grundloser Angst hat, nimmt man halt den weltweit agierenden Camp- und Idyllezerstörer.
Der als Täter vorgestellte Blondschopf ist reines Alibi, um der Öffentlichkeit Fortschritt bei der Auflösung des Falles vorzugaukeln.
Ich gebe den Tip, nicht mehr in die Nähe anderer Menschen zu geraten. Das könnte gefährlich werden.
Sei es im Schwarzwald oder Kingston, sicher ist man eigentlich nur in einem gepanzerten Ganzkörperanzug.
19:50
Es geht doch nichts über ein wenig Hysterie, sprach heute eine Frau zu mir:Ich hab angst das jetzt jemand kommt und auf uns schießt...
19:46
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18:35
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