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Neumann schließt Kostenexplosion bei Stadtschloss aus

25.12.2011 | 09:20 Uhr

Berlin (dapd). Eine Kostenexplosion wie bei der Hamburger Elbphilharmonie wird es beim Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses nach Ansicht von Kulturstaatsminister Bernd Neumann nicht geben. "Dieser Kostenrahmen ist ein realer und kein Wunschkostenrahmen", sagte der CDU-Politiker in einem dapd-Interview. Allerdings gebe "es zwangsläufig Veränderungen zum Beispiel durch Inflation und Kostenindex". Der Bundestag hatte für den Wiederaufbau des Schlosses, der 2013 starten soll, einen Rahmen von 590 Millionen Euro festgelegt.

Extrawünsche wie die Rekonstruktion der historischen Kuppel und drei Innenportale und Durchgänge sollten ausschließlich über Spenden finanziert werden, sagte Neumann. Dafür würden 28,5 Millionen Euro benötigt. Er plädiere für eine Kuppel, "die eindeutig zum Panorama des historischen Schlosses gehört. Die Schlosskuppel wird ähnlich wie die Reichstagskuppel ein Highlight werden."

Nach dem Baustart hoffe er auf einen Schub bei den Spenden. "Die Kulturnation Deutschland kann und sollte es sich leisten, die Baulücke in der Mitte Berlins mit dem Stadtschloss zu schließen, das im Inneren ein attraktives, modernes Humboldtforum beherbergt", sagte er. In das Forum sollen die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Zentral- und Landesbibliothek und die Humboldt-Uni einziehen.

Die Elbphilharmonie ist seit Jahren Streitobjekt in Hamburg. Ursprünglich war für die Stadt ein Kostenanteil von 77 Millionen Euro veranschlagt worden. Mittlerweile ist die Belastung für den Steuerzahler auf 323,5 Millionen Euro gestiegen.

Heller für inhaltliche Konkretisierung verantwortlich

Neumann sagte, der Kulturmanager Martin Heller sei beauftragt, sich der inhaltlichen Konkretisierung anzunehmen. Das Humboldtforum solle als Ganzes lebendig funktionieren. Die Veranstaltungen sollten einen Bezug haben zu den Ausstellungen. Ein solches Konzept entwickele Heller. Er habe einen hochkarätigen Beirat, unter anderem mit Jürgen Flimm, Klaus-Dieter Lehmann, Wolf Lepenies, Jette Sandahl, Hortensia Völckers, Bernd Scherer und Okwui Enwezor zur Seite.

Neumann schloss nicht aus, dass sich die für 2018 geplante Fertigstellung verzögern könnte. Er bezeichnete es als unangemessen, um ein oder anderthalb Jahre zu feilschen. "Schauen wir doch in die Geschichte zurück: Wie lange hat es gedauert, wenn Schlösser, Burgen oder Museen gebaut wurden - zum Teil Jahrzehnte", sagte Neumann. Es sei unwesentlich, ob das Schloss 2018 oder 2019 eingeweiht werde. "Da darf es nicht auf ein Jahr ankommen, sondern es muss überhaupt entstehen - und das wird es", betonte er.

dapd

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