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Neue Unruhen in Ägypten kosten mindestens zwölf Menschen das Leben

04.02.2012 | 20:36 Uhr

Bei den Protesten gegen den regierenden Militärrat in mehreren Städten in Ägypten sind mindestens zwölf Menschen getötet worden, wie am Samstag aus Sicherheitskreisen verlautete. Tausende Menschen hatten am Freitag den Rücktritt des Militärrats gefordert, der überwiegend aus langjährigen Gefolgsleuten des vor einem Jahr gestürzten Machthabers Husni Mubaraks besteht.

Kairo (dapd). Bei den Protesten gegen den regierenden Militärrat in mehreren Städten in Ägypten sind mindestens zwölf Menschen getötet worden, wie am Samstag aus Sicherheitskreisen verlautete. Tausende Menschen hatten am Freitag den Rücktritt des Militärrats gefordert, der überwiegend aus langjährigen Gefolgsleuten des vor einem Jahr gestürzten Machthabers Husni Mubaraks besteht.

Auslöser war das Blutbad in einem ägyptischen Fußballstadion am Mittwoch, bei dem mindestens 74 Menschen getötet wurden. Viele Menschen werfen den Sicherheitskräften vor, dort absichtlich untätig gewesen zu sein.

Auf dem Kairoer Tahrir-Platz versammelten sich am Samstag wieder Hunderte Demonstranten. Sie forderten ein Ende der Militärherrschaft. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Vor dem Innenministerium kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen beiden Lagern. Der nationale Sicherheitsausschuss kam im Parlament zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, wie die Zeitung "Al Ahram" berichtete.

Bei den Protesten am Freitag wurden alleine sieben Menschen in der Stadt Suez erschossen, wie ein Polizeisprecher erklärte. Dort hatten Sicherheitskräfte auf tausende Demonstranten geschossen, die sich vor dem Polizeihauptquartier versammelt hatten. Insgesamt fünf Tote gab es am Freitag auch bei den Protesten in Kairo vor dem Innenministerium, wie am Samstag bekannt wurde.

Der regierende Militärrat veröffentlichte am späten Freitagabend eine Stellungnahme, in der er die Ägypter zur Einigkeit aufrief und die gegenwärtige Situation als "gefährlichste und wichtigste Phase in der ägyptischen Geschichte" bezeichnete.

Die gesamte Spitze des ägyptischen Fußballverbands (EFA) reichte unterdessen am Samstag ihren Rücktritt ein. Ministerpräsident Kamal el Gansuri hatte den Vorstand bereits am Donnerstag entlassen. Der Weltfußballverband (FIFA) lehnt jedoch jegliche Einmischung von Regierungsseite in seine Belange ab. EFA-Präsident Samir Saher wurde Berichten zufolge untersagt, das Land zu verlassen, damit er im Zuge der Ermittlungen vernommen werden kann. Die FIFA dürfte das Rücktrittsgesuch annehmen. Am Mittwoch waren bei Ausschreitungen nach einem Fußballspiel 74 Menschen ums Leben gekommen.

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dapd

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