Natascha Kampusch fühlt sich als Außenseiterin
06.09.2010 | 14:42 Uhr 2010-09-06T14:42:00+0200
Berlin.Vier Jahre nach ihrer Befreiung aus einem Kellerverlies fällt es Natascha Kampusch noch schwer, sich im normalen Leben zurechtzufinden. Sie fühle sich als Außenseiterin, sagt die 22-Jährige.
Natascha Kampusch fühlt sich vier Jahre nach ihrer Flucht aus achtjähriger Gefangenschaft eines Verbrechers immer noch als Außenseiterin. „Für mich gibt es kein normales Leben“, sagte die 22-jährige Österreicherin der Zeitschrift „freundin“. „Ich habe versucht, mich einzugliedern, aber das klappt nicht, weil ich nicht dazugehöre.“ Ihr Buch „3096“, dessen Titel sich auf die Zahl der Tage bezieht, die sie in einem Verlies verbrachte, erscheint am Mittwoch im deutschen List Verlag. Nach der Lektüre soll niemand mehr auf die Idee kommen, „dass der Täter ein sympathischer Mann und mein Leben im Verlies ein ganz angenehmes war“, sagte Kampusch laut einer Vorabmeldung der Zeitschrift.
Über die brutalen Misshandlungen habe sie bislang in Interviews geschwiegen, weil sie stets das Gefühl gehabt habe, dass hinter den Fragen die Absicht stecke, etwa Schmutziges aus ihrer Geschichte zu machen. „Mich beschleicht die Angst, dass ich manches nie überwinden kann“, sagte die 22-Jährige, die therapeutische Hilfe bekommt. Sie beklagt, dass überall, wo sie hinkomme, die Leute über sie Bescheid wüssten. „Ich werde nie unvoreingenommen gesehen“, sagte sie. In Zukunft möchte sie ein Handwerk lernen, möglicherweise Goldschmied. Privat könne sie sich grundsätzlich vorstellen, eine Beziehung zu führen. „Aber so weit bin ich noch nicht. Ich brauche erst einmal Freiraum für mich.“ Natascha Kampusch stellt am Montagabend in der Talksendung „Beckmann“ im ZDF ihre Biografie „3096 Tage“ vorgestellt. (dapd)
14:20
Nee, Vera, man muss nicht selber Opfer sein, um ihr Leiden zu verstehen. Es gibt selbst heute noch Menschen mit Empathie.
08:36
Es gibt Leute, denen die Frau leid tut und die sich mit ihr identifizieren, weil sie selber Opfer sind und es gibt Leute, die die Frau anfeinden, weil sie nämlich selber Täter sind. Nur Menschen, die Frau Kampusch neutral gegenüber treten können, gibt es kaum ...
In einem Artikel der Süddeutschen stand ein schöner Satz: Wolfgang Prikopil war unzufrieden, dass dieses kleine blonde Mädchen sich nicht unterkriegen ließ - und Teile der Öffentlichkeit sind es ebenso. Diese Unzufriedenheit ist typisches für Täter.
16:44
wenn man mit seiner geschichte an die öffentlichkeit geht, sollte man sich nachher nicht wundern wenn niemand einem unvoreingenommen begegnet.
16:33
Bedrückend, diese Aussagen. Sie hat tatsächlich lebenslänglich, und ich schätze, vielen Opfern solcher Taten geht es ähnlich. Ich wünsche ihr viel Kraft, das alles hinter sich zu lassen.
16:03
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15:57
Natascha Kampusch stellt am Montagabend in der Talksendung „Beckmann“ im Z D F ihre Biografie „3096 Tage“ vorgestellt.
An die Redaktion: Zum Qualitätsjournalismus einer Medienmanufaktor - auch einer selbst ernannten - gehört wohl auch die richtige Zuordnung einer Sendung zum richtigen Sender.
Beckmann sieht nicht mit dem Zweiten besser; sondern plauscht in der ersten Reihe bei der ARD. Beim Lesen hilfreich wäre es auch, wenn der Desk sich troptz aller Kreativität wieder zu einem duden-genormten Satzbau entscheiden könnte!
Mehr Sorgfalt bei den Artikeln wäre nicht nur rei(t)zend, sondern angesichts der sich häufenden Fehlerquoten sehr sehr angebracht!