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Nahost-Konfliktparteien bemühen sich um neue Friedensgespräche

10.06.2012 | 18:59 Uhr
Foto: /Reuters Pool/Baz Ratner

Dreieinhalb Jahre nach dem Scheitern der Nahost-Friedensgespräche bemühen sich israelische und palästinensische Unterhändler erneut um eine Wiederaufnahme. Der palästinensische Chefgesandte Saeb Erekat habe sich in den vergangenen Wochen regelmäßig mit dem Unterhändler der Israelis, Jitzhak Molcho, getroffen, teilten Vertreter der Palästinenser am Sonntag mit.

Ramallah (dapd). Dreieinhalb Jahre nach dem Scheitern der Nahost-Friedensgespräche bemühen sich israelische und palästinensische Unterhändler erneut um eine Wiederaufnahme. Der palästinensische Chefgesandte Saeb Erekat habe sich in den vergangenen Wochen regelmäßig mit dem Unterhändler der Israelis, Jitzhak Molcho, getroffen, teilten Vertreter der Palästinenser am Sonntag mit. Ziel sei ein Treffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Beide sind seit einem kurzen Versuch zur Wiederbelebung des Friedensprozesses Ende 2010 nicht mehr zusammengetroffen.

Unterhändler beider Seiten räumten ein, dass die Erwartungen an die jüngsten Gespräche nicht sehr hoch gewesen seien und dass kein Durchbruch in Sicht sei. Dennoch weckte die Nachricht Hoffnungen auf eine Lösung zur Wiederaufnahme formaler Gespräche über die Hauptstreitpunkte.

Die Friedensverhandlungen waren im Dezember 2008 ergebnislos abgebrochen worden. Die Palästinenser fordern von Israel einen Stopp des Siedlungsbaus im Westjordanland und in Ostjerusalem, bevor die Gespräche wieder aufgenommen werden. Netanjahu hingegen verlangt Verhandlungen ohne Vorbedingungen. Die Unterhändler Erekat und Molcho waren bereits Anfang des Jahres mehrfach in Jordanien zusammengetroffen. Wegen der Siedlungsfrage brachte der Dialog aber keine konkreten Fortschritte.

Abbas wartet auf Geste des guten Willens

Aus palästinensischen Verhandlungskreisen hieß es nun, Abbas erwarte von Israel eine Geste des guten Willens, etwa die Freilassung palästinensischer Gefangener "in bedeutsamem Umfang". Israel hält derzeit etwa 4.000 palästinensische Häftlinge fest. Abbas bemüht sich um die Freilassung mehrerer Hundert davon, darunter auch prominente Politiker.

Ein israelischer Regierungsvertreter bestätigte "anhaltende Kontakte" zwischen beiden Seiten. Er erklärte, Israel sei bereit, Gesten des guten Willens in Erwägung zu ziehen, um Abbas an den Verhandlungstisch zu bekommen.

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